In Winterthur-Veltheim sind 24 Airbnb-Wohnungen abrupt geschlossen worden. Ein Konflikt zwischen den Eigentümern der Liegenschaft und dem Betreiber der Kurzzeitvermietungen führte zum sofortigen Ende des Geschäftsmodells. Die Schliessung betrifft auch Gäste, die bereits bezahlt hatten und nun vor verschlossenen Türen standen.
Wichtige Punkte
- 24 Airbnb-Appartements in Winterthur-Veltheim wurden geschlossen.
- Grund ist ein Streit zwischen Eigentümern und Betreiber wegen unbezahlter Mieten und Nachbarschaftsproblemen.
- Gäste, die bereits gebucht hatten, waren betroffen und mussten sich kurzfristig um Alternativen kümmern.
- Im Quartier gab es bereits länger Beschwerden über Lärm und Müll.
- Die Wohnungen sollen künftig wieder als regulärer Wohnraum vermietet werden.
Sofortiges Ende der Kurzzeitvermietung
An der Fassade des Wohnblocks im Stadtkreis Veltheim prangen nun weisse Leintücher mit der deutlichen Botschaft: «Hier kein Airbnb mehr!!!» Die Eigentümer wollen damit ein klares Zeichen setzen, dass die Ära der Kurzzeitvermietung in diesem Gebäude vorbei ist. Ein Verwalter der Eigentümer betonte gegenüber Journalisten, dass das Haus künftig wieder für «normale Wohnungen an normale Leute» vermietet werden soll.
Der Entscheid zur Schliessung der 24 Appartements erfolgte nach einem eskalierten Konflikt. Die Verwaltung der Eigentümer gab an, dass der Betreiber der Airbnb-Wohnungen die Mieten nicht mehr bezahlt habe. Zudem hätten sich die Beschwerden aus der Nachbarschaft über Monate hinweg gehäuft.
Faktencheck
- Anzahl betroffener Wohnungen: 24
- Geschätzte Miete pro Wohnung: über 2500 Franken
- Geschätzter Gesamtmietausfall pro Monat: über 60'000 Franken
Finanzielle Unstimmigkeiten und Mietwucher-Vorwürfe
Der Betreiber der Airbnb-Wohnungen bestätigte die Kündigung des Mietverhältnisses. Er räumte ein, dass seine Firma tatsächlich keine Mieten mehr überwiesen habe. Der Grund dafür sei ein «Rechtsstreit wegen Mietwucher» gewesen. Er behauptete, die Mietpreise seien nicht ortsüblich.
Die monatlichen Mieten für die Wohnungen sollen demnach über 2500 Franken pro Einheit betragen haben. Bei 24 Appartements summiert sich dies zu einer monatlichen Miete von über 60'000 Franken. Diese hohen Beträge standen im Zentrum des Streits.
«Wir waren in einem Rechtsstreit wegen Mietwucher, weil die Mietpreise nicht ortsüblich sind.»
Unannehmlichkeiten für Reisende
Die direkten Leidtragenden dieses Konflikts sind die Gäste. Eine Gruppe aus dem US-Bundesstaat Colorado stand laut Berichten vor verschlossenen Türen. Sie hatten mehrere Nächte gebucht und bereits rund 1000 Dollar bezahlt. Die Touristen fühlten sich betrogen und mussten kurzfristig ein Hotel suchen.
Solche Situationen werfen ein Schlaglicht auf die Risiken von Kurzzeitvermietungen, wenn die Rahmenbedingungen zwischen Vermieter und Betreiber instabil sind. Für die betroffenen Reisenden bedeutet dies zusätzlichen Stress und unerwartete Kosten.
Langjährige Beschwerden im Quartier
Das Airbnb-Projekt hatte im Quartier Veltheim bereits seit längerer Zeit für Unmut gesorgt. Nachbarn klagten immer wieder über verschiedene Probleme. Dazu gehörten vor allem Lärmbelästigung, vermehrt auftretender Abfall und überfüllte Parkplätze.
Ein weiterer Kritikpunkt war, dass dem ohnehin knappen Wohnungsmarkt in Winterthur Wohnungen entzogen wurden. Die Umwandlung von regulärem Wohnraum in Kurzzeitvermietungen verschärft oft die Situation für Wohnungssuchende in urbanen Gebieten.
Hintergrund zum Wohnungsmarkt
Der Wohnungsmarkt in Winterthur ist wie in vielen Schweizer Städten angespannt. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist hoch, während das Angebot begrenzt ist. Projekte, die Wohnungen dem regulären Markt entziehen, stossen daher oft auf Widerstand in der Bevölkerung und bei den Behörden.
Zukunft der Wohnungen
Der ehemalige Betreiber der Airbnb-Wohnungen erklärte, er habe seine Firma verkauft und habe mit dem Projekt nichts mehr zu tun. Er bezeichnete die Situation als «Teil des Geschäftslebens» und als «halb so wild». Im Handelsregister sei er jedoch weiterhin als Besitzer eingetragen, da die Anteile erst kürzlich übertragen worden seien.
Die Eigentümer des Wohnblocks planen nun, die 24 Appartements wieder als dauerhaften Wohnraum anzubieten. Dies könnte eine Entlastung für den lokalen Wohnungsmarkt bedeuten und die Situation für die Anwohner im Quartier verbessern. Die Rückführung in den regulären Wohnungsmarkt wird von vielen als positiver Schritt wahrgenommen.
Es bleibt abzuwarten, wie schnell die Umstellung erfolgt und wann die ersten neuen Mieter einziehen können. Für das Quartier Veltheim bedeutet das Ende der Airbnb-Ära voraussichtlich eine Rückkehr zu mehr Ruhe und Stabilität im Wohnumfeld.





