Der FC Thun befindet sich nach einer kryptischen Botschaft im «Block Süd» in intensiven Gesprächen mit seinen Fans. Die Botschaft, die während des Spiels gegen St. Gallen gezeigt wurde, deutet auf Spannungen zwischen den Anhängern und der Klubführung hin. Die Verantwortlichen des FC Thun haben bestätigt, dass sie die Anliegen ernst nehmen.
Wichtige Punkte
- Fans des FC Thun zeigten eine kritische Botschaft im «Block Süd».
- Die Klubführung hat Gespräche mit den involvierten Gruppen aufgenommen.
- Trainer Mauro Lustrinelli äusserte sich erstmals kritisch zur Leistung seines Teams.
- Der FC Thun bleibt trotz der Niederlage Wintermeister-Anwärter.
Kryptische Botschaft im «Block Süd»
Die Nachricht im «Block Süd» des FC Thun sorgte am Wochenende für Aufsehen. «Ufem Platz gli Wintermeister – hinger de Gleser gseht mä Geister!» lautete der Spruch, der für einige Minuten sichtbar war. Dies geschah zu Beginn des Spiels, in dem der Heim-Block zudem ungewöhnlich ruhig blieb. Die Botschaft deutet auf eine Unzufriedenheit der Fans mit der Klubführung hin.
Der genaue Inhalt der Kritik bleibt vorerst unklar. Es scheint, als hätten sich bei den Anhängern einige Punkte angestaut, die nun öffentlich gemacht wurden. Solche Aktionen sind im Fussball nicht neu, doch sie sind immer ein klares Zeichen für Kommunikationsbedarf zwischen Fans und Verein.
Faktencheck
Die Botschaft «Ufem Platz gli Wintermeister – hinger de Gleser gseht mä Geister!» wurde während der Anfangsphase des Spiels gegen St. Gallen gezeigt. Der «Block Süd» blieb zu diesem Zeitpunkt ruhig, was die Wirkung der Botschaft verstärkte.
Klub nimmt Stellung: Gespräche laufen
Der FC Thun hat auf Anfrage Stellung genommen. Die Klubverantwortlichen bestätigen, dass sie sich mit den Angelegenheiten befassen. «Wir befinden uns aktuell in Gesprächen mit den involvierten Anspruchsgruppen», teilte der FC Thun mit. Solange dieser Austausch läuft und nicht abgeschlossen ist, wird der Klub keine öffentlichen Äusserungen zu den angesprochenen Punkten machen.
Präsident Andres Gerber gab bereits am Samstag im Pauseninterview mit Blue erste Einblicke. Er sprach von «Beachtung, Vorstellungen, Vorschriften, wie es sie in jedem Klub gibt». Gerber deutete an, dass es um interne Abläufe und Erwartungen geht. Den Stimmungsboykott zu Beginn des Spiels nannte er «schade», aber auch ein Mittel, das «verschiedene Fanklubs schon in anderen Klubs angewandt haben».
«Wir befinden uns aktuell in Gesprächen mit den involvierten Anspruchsgruppen. Solange dieser Austausch läuft und nicht abgeschlossen ist, äussern wir uns zu den angesprochenen Punkten nicht öffentlich und nehmen dazu keine Stellung.» – FC Thun
Die Bedeutung von Fan-Kultur
Die Fan-Kultur spielt eine zentrale Rolle im Schweizer Fussball. Die Bindung zwischen Fans und Verein ist oft tief. Wenn diese Bindung durch Missverständnisse oder unterschiedliche Vorstellungen belastet wird, kann dies zu sichtbaren Protesten führen. Der Dialog ist dann entscheidend, um die Fronten wieder zu klären und die Unterstützung der Anhänger zu sichern.
Hintergrund: Fan-Proteste im Fussball
Fan-Proteste sind ein häufiges Phänomen im Fussball. Sie reichen von Spruchbändern über Stimmungsboykotte bis hin zu grösseren Demonstrationen. Oftmals geht es um Ticketpreise, die Kommerzialisierung des Sports oder, wie im Fall des FC Thun, um interne Klubentscheidungen und die Wertschätzung der Fankultur.
Trainer Lustrinelli kritisiert sein Team
Abseits der Fan-Diskussionen gab es auch auf dem Platz eine Premiere. Trainer Mauro Lustrinelli zeigte sich nach der 0:2-Niederlage gegen St. Gallen erstmals in dieser Saison unzufrieden mit der Leistung seines Teams. In den 16 vorherigen Spielen hatte er sich auch bei Niederlagen nie so klar geäussert, abgesehen vom Cup-Aus in Breitenrain.
Lustrinelli sprach Klartext, nicht nur wegen der Schiedsrichterentscheidungen. Es fehlte dem Team an etwas, wie er betonte. Dies ist ein ungewöhnlicher Schritt für den sonst so besonnenen Trainer und unterstreicht die Schwere der Niederlage gegen St. Gallen. Auch Spieler Bertone sprach von einem Spiel, in dem «niemand gross die Kontrolle» hatte und es «hin und her ging».
- Trainer-Äusserungen: Mauro Lustrinelli war erstmals in dieser Saison kritisch zur Teamleistung.
- Spieler-Stimme: Bertone sprach von fehlender Kontrolle im Spiel.
- Tabellensituation: Thun bleibt trotz der Niederlage Anwärter auf den Wintermeister-Titel.
Ausblick: Wintermeister-Titel und kommende Spiele
Trotz der Niederlage gegen St. Gallen bleibt der FC Thun vor den letzten beiden Spielen vor Weihnachten der Anwärter Nummer eins auf den Wintermeister-Titel. Mit drei Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger hat das Team noch alle Chancen, die Hinrunde erfolgreich abzuschliessen. Das nächste Spiel führt Thun zum Schlusslicht Winterthur, was eine Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet.
Die mögliche Aufstellung für das nächste Spiel sieht Steffen; Fehr, Bamert, Bürki, Heule; Bertone, Roth; Imeri, Meichtry; Ibayi, Labeau vor. Einige Spieler könnten jedoch ausfallen. Franke und Montolio sind fraglich, während Käit und Ziswiler verletzt sind. Zudem droht Ibayi und Matoshi eine Sperre bei der nächsten Gelben Karte, da es ihre vierte Verwarnung in dieser Saison wäre.
Wichtige Spieler
Brighton Labeau (29) stach im Spiel gegen St. Gallen durch seine Präsenz und Physis hervor, obwohl er nichts Zählbares beisteuerte. Es bleibt abzuwarten, ob er erneut den Vorzug vor Rastoder erhält oder ob Ibayi, der in allen 17 Spielen in der Startelf stand, eine Pause bekommt.
Die 18. Runde der Brack Super League bringt weitere spannende Begegnungen. Am Dienstagabend trifft St. Gallen auf Sion und Winterthur empfängt Thun. Am Mittwoch folgen die Spiele Luzern gegen Basel, YB gegen GC und FCZ gegen Lugano. Lausanne und Servette sind spielfrei.
Aktueller Tabellenstand (nach 17 Runden):
- FC Thun: 17 Spiele, 11 Siege, 3 Unentschieden, 4 Niederlagen, +3 Tordifferenz, 34 Punkte
- FC St. Gallen: 17 Spiele, 13 Siege, 3 Unentschieden, 1 Niederlage, +13 Tordifferenz, 31 Punkte
- BSC Young Boys: 17 Spiele, 7 Siege, 2 Unentschieden, 8 Niederlagen, +7 Tordifferenz, 29 Punkte
- FC Basel: 17 Spiele, 7 Siege, 2 Unentschieden, 8 Niederlagen, +7 Tordifferenz, 28 Punkte
- FC Sion: 17 Spiele, 6 Siege, 2 Unentschieden, 9 Niederlagen, +6 Tordifferenz, 27 Punkte
- FC Lugano: 17 Spiele, 1 Sieg, 2 Unentschieden, 14 Niederlagen, +1 Tordifferenz, 27 Punkte
- FC Zürich: 17 Spiele, -4 Tordifferenz, 24 Punkte
- FC Lausanne-Sport: 17 Spiele, 4 Siege, 2 Unentschieden, 11 Niederlagen, +4 Tordifferenz, 21 Punkte
- Servette FC: 17 Spiele, -6 Tordifferenz, 19 Punkte
- FC Luzern: 17 Spiele, -3 Tordifferenz, 18 Punkte
- Grasshopper Club Zürich: 17 Spiele, -12 Tordifferenz, 14 Punkte
- FC Winterthur: 17 Spiele, -24 Tordifferenz, 10 Punkte
Die Klassementsituation zeigt, dass der FC Thun weiterhin eine gute Position im Kampf um die Spitzenplätze innehat, trotz der jüngsten Niederlage und den internen Diskussionen.





