Der EHC Winterthur hat am Sonntagnachmittag eine schmerzhafte Niederlage im Nachbarschaftsderby gegen den HC Thurgau hinnehmen müssen. Vor heimischem Publikum in der Eishalle Deutweg unterlag das Team deutlich mit 2:8. Besonders im letzten Drittel brach die Winterthurer Defensive zusammen, was die Gäste aus Thurgau konsequent ausnutzten.
Die Partie vor 862 Zuschauern zeigte von Beginn an eine klare Dominanz der Thurgauer, die ihre Favoritenrolle eindrucksvoll bestätigten und ihre Ambitionen in der Swiss League untermauerten. Für Winterthur ist das Ergebnis ein herber Dämpfer nach zuletzt durchwachsenen Leistungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der EHC Winterthur verlor das Derby gegen den HC Thurgau mit 2:8.
- Die Entscheidung fiel im Schlussdrittel, in dem die Gäste fünf Tore erzielten.
- Thurgau zeigte sich über die gesamte Spieldauer als das überlegene Team.
- Die Niederlage wirft Fragen zur defensiven Stabilität des EHC Winterthur auf.
Ein einseitiges erstes Drittel
Die Begegnung in der Eishalle Deutweg begann mit hohem Tempo, doch es waren die Gäste aus Thurgau, die das Spielgeschehen von der ersten Minute an kontrollierten. Der EHC Winterthur fand nur schwer in die Partie und war überwiegend mit Defensivaufgaben beschäftigt. Die Thurgauer setzten die Heimmannschaft früh unter Druck, erarbeiteten sich Chancen und liessen den Winterthurern kaum Raum zur Entfaltung.
Der Druck der Gäste zahlte sich schliesslich nach einer knappen Viertelstunde aus. In der 15. Spielminute war es Daniel Ljunggren, der die Thurgauer mit 1:0 in Führung brachte. Nach Vorarbeit von Dominik Binias und Lionel Marchand überwand er die Winterthurer Abwehr und liess dem Torhüter keine Chance. Mit diesem knappen, aber verdienten Vorsprung für die Gäste ging es in die erste Drittelpause.
Hintergrund: Die Derby-Rivalität
Die Duelle zwischen dem EHC Winterthur und dem HC Thurgau haben in der Swiss League eine besondere Bedeutung. Als geografische Nachbarn kämpfen beide Teams nicht nur um Punkte, sondern auch um die regionale Vormachtstellung. Diese Partien ziehen traditionell viele Zuschauer an und sind von hoher Intensität geprägt.
Thurgau baut die Führung aus
Wer auf eine Reaktion des EHC Winterthur im zweiten Drittel gehofft hatte, wurde enttäuscht. Der HC Thurgau knüpfte nahtlos an die Leistung aus dem ersten Spielabschnitt an und dominierte weiterhin das Geschehen auf dem Eis. Die Winterthurer Bemühungen, das Spiel zu drehen, wurden immer wieder durch eine solide Thurgauer Defensive und schnelle Gegenstösse unterbunden.
In der 27. Minute erhöhte Kevin Kühni für die Gäste auf 2:0. Er schloss einen schnell vorgetragenen Angriff abgeklärt ab und baute die Führung weiter aus. Nur vier Minuten später folgte der nächste Rückschlag für das Heimteam. Victor Backman nutzte eine weitere Unachtsamkeit in der Winterthurer Abwehr und traf zum 3:0. Zu diesem Zeitpunkt war bereits eine Vorentscheidung gefallen, da Winterthur kaum offensive Akzente setzen konnte.
Statistik des Spiels
- Endergebnis: 2:8 (0:1, 0:2, 2:5)
- Zuschauer: 862
- Spielort: Eishalle Deutweg, Winterthur
- Datum: Sonntag, 14. Dezember 2025
Einbruch im Schlussdrittel
Das letzte Drittel entwickelte sich für den EHC Winterthur zu einem wahren Albtraum. Die Hoffnungen auf eine mögliche Aufholjagd wurden bereits nach 16 Sekunden zunichtegemacht, als Mikael Slehofer das 4:0 für Thurgau erzielte. Dieser frühe Treffer brach den Widerstand der Heimmannschaft endgültig.
Zwar gelang Nikolas Yanick Warmbrodt kurz darauf der erste Treffer für Winterthur zum 1:4, doch die Freude währte nur kurz. Praktisch im Gegenzug stellte Fabio Murer den alten Vier-Tore-Abstand wieder her. Ab diesem Moment zerfiel die defensive Ordnung der Winterthurer vollständig.
Die Thurgauer Torflut
Die Gäste nutzten die sich bietenden Räume eiskalt aus. Innerhalb von nur 19 Sekunden schraubten Ian Derungs (49. Minute) und Fabio Holenstein das Ergebnis auf 7:1 in die Höhe. Den Schlusspunkt für die Thurgauer setzte Cedric Häcler mit dem Treffer zum 8:1. Der zweite Treffer für Winterthur durch Silvan Furrer kurz vor dem Ende war nicht mehr als Resultatkosmetik.
Die Deutlichkeit der Niederlage ist ein alarmierendes Zeichen für den EHC Winterthur. Besonders die mangelnde defensive Stabilität und die hohe Anzahl an Gegentoren im letzten Drittel geben Anlass zur Sorge. Der HC Thurgau hingegen feierte einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg und untermauerte seine starke Form.
Ausblick und Analyse
Für den EHC Winterthur gilt es nun, diese schwere Niederlage schnell aufzuarbeiten. Die defensive Anfälligkeit, die sich über das gesamte Spiel, aber insbesondere im Schlussdrittel zeigte, muss dringend analysiert werden. Die Mannschaft muss einen Weg finden, um auch gegen starke Gegner über 60 Minuten eine stabile Leistung abzurufen.
Der HC Thurgau hat mit diesem dominanten Auftritt seine Position in der oberen Tabellenhälfte der Swiss League gefestigt. Das Team zeigte sich in allen Belangen überlegen und bewies eine beeindruckende Effizienz im Abschluss. Dieser Derbysieg wird dem Team zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben.
Die nächste Partie für den HC Thurgau findet bereits am Mittwoch, den 17. Dezember, auswärts gegen den EHC Olten statt. Der EHC Winterthur hat nun Zeit, sich zu regenerieren und die Lehren aus diesem Spiel zu ziehen, bevor die nächsten Herausforderungen anstehen.





