Knapp 24 Stunden nach ihrem historischen WM-Triumph in Ostrava sind die Schweizer Unihockey-Weltmeisterinnen am Montagabend in die Schweiz zurückgekehrt. Im Stadtsaal Kloten wurden sie von hunderten Fans empfangen, die den ersten Titelgewinn seit 20 Jahren frenetisch feierten. Die Feierlichkeiten waren der emotionale Höhepunkt nach einer kurzen Nacht und einer langen Reise.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweizer Unihockey-Nationalmannschaft der Frauen wurde nach ihrem WM-Titelgewinn im Stadtsaal Kloten offiziell empfangen.
- Für die Schweiz ist es der erste WM-Titel seit 20 Jahren.
- Die Spielerinnen berichteten von einer kurzen Partynacht mit nur rund zwei Stunden Schlaf.
- Die Band Stubete Gäng sorgte für musikalische Unterhaltung und feierte gemeinsam mit dem Team.
Ein goldener Empfang für die Weltmeisterinnen
Die Atmosphäre im Klotener Stadtsaal war elektrisierend. Jede Spielerin wurde einzeln auf die Bühne gerufen und vom Publikum mit tosendem Applaus begrüsst. Um den Hals trugen sie stolz ihre Goldmedaillen, auf dem Kopf die unverkennbaren goldenen Hüte, die zum Symbol ihres Erfolgs geworden sind.
Trotz der Strapazen der letzten Stunden zeigten sich die Athletinnen in bester Feierlaune. Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Auftritt der Stubete Gäng. Als die Band ihren Hit «Dunne mit de Gäng» anstimmte, sang das gesamte Team lautstark mit und sorgte für ausgelassene Stimmung im Saal. Es war ein Moment, der die enge Verbindung zwischen Mannschaft und Fans spürbar machte.
Ein historischer Sieg
Der Titelgewinn in Ostrava beendete eine 20-jährige Durststrecke für das Schweizer Frauen-Unihockey. Der letzte WM-Titel datiert aus dem Jahr 2005, als das Team in Singapur triumphierte. Der Sieg gegen Tschechien im Final markiert damit einen Meilenstein für den Schweizer Sport.
Die lange Nacht nach dem Triumph
Hinter den strahlenden Gesichtern lag eine extrem kurze Nacht. Verteidigerin Chiara Gredig gab im Interview Einblicke in die Feierlichkeiten, die unmittelbar nach dem Schlusspfiff begannen. "Man schwebt wie auf einer Wolke und merkt gar nicht, dass man müde ist", erklärte sie.
Die erste Party fand direkt in der Garderobe statt. "Wir haben gefestet, bis uns die Teammanagerin irgendwann in den Bus zum Hotel jagte", so Gredig. Viel Zeit zum Ausruhen blieb jedoch nicht. Nach einem kurzen Stopp für eine Pizza ging es weiter in einen Klub, wo die Spielerinnen gemeinsam mit Schweizer Fans und Mitgliedern anderer Nationalteams feierten.
"Einige duschten, ich nicht. Ich dachte mir: ‹Als Weltmeisterin duscht man sicher nicht!›"
Der Schlaf kam dabei deutlich zu kurz. "Vielleicht zwei Stunden" habe sie geschlafen, schätzte Gredig. Bereits um sechs Uhr morgens musste das Team wieder aufstehen, um die Rückreise in die Schweiz anzutreten.
Emotionale Nachrichten und unerwartete Gratulanten
Während viele Spielerinnen die Zugfahrt nach Prag nutzten, um etwas Schlaf nachzuholen, war dies für Torhüterin Lara Heini keine Option. "Ich kann im Zug nicht schlafen. Daher konnte ich Nachrichten beantworten", erzählte sie. Die Flut an Glückwünschen sei überwältigend gewesen.
Besonders berührt hätten sie Nachrichten von Menschen, mit denen sie lange keinen Kontakt mehr hatte. Unter den Gratulantinnen war auch Livia Peng, die Torhüterin der Fussball-Nationalmannschaft. "Sie hat mir eine sehr emotionale Nachricht geschrieben, das hat mich sehr gefreut", so Heini. Auch ehemalige Studienkollegen, von denen sie seit zehn Jahren nichts mehr gehört hatte, meldeten sich.
Überwältigende Resonanz
Die Spielerinnen erhielten nach dem Sieg unzählige Nachrichten. Lara Heini beschrieb die Erfahrung als "unbeschreiblich" und betonte, wie sehr sie die Glückwünsche von alten Freunden und Weggefährten berührten. Dies zeigt die grosse Anteilnahme am Erfolg des Teams in der ganzen Schweiz.
Die Wege trennen sich – vorerst
Nach dem offiziellen Empfang in Kloten löste sich die Mannschaft auf. Für viele Spielerinnen standen nun private Feiern im Kreise von Familie und Freunden an. Chiara Gredig bestätigte, dass sie "definitiv" noch genug Energie habe, um den Titel gebührend zu feiern.
Für andere ging es direkt weiter. Torhüterin Lara Heini musste noch am selben Abend den Flug zurück nach Schweden antreten, wo sie im Verein aktiv ist. Begleitet wurde sie von Nationaltrainer Oscar Lundin. Ihre Hoffnung für den Flug: "Vielleicht können wir im Flugzeug noch ein Cüpli trinken." Ein passender Abschluss für ein unvergessliches Wochenende im Zeichen des Sports.





