Ein Stromausfall hat am vergangenen Samstagmorgen die Gepäcksortieranlage am Flughafen Zürich lahmgelegt und bei zahlreichen Passagieren zu erheblichen Reiseverzögerungen geführt. Viele Reisende erreichten ihre Ziele ohne ihre Koffer, was für Frustration und zusätzliche Ausgaben sorgte.
Wichtigste Erkenntnisse
- Ein Stromausfall legte die Gepäcksortieranlage am Flughafen Zürich still.
- Hunderte Koffer konnten nicht verladen werden und erreichten ihre Besitzer verspätet.
- Reisende mussten sich am Zielort mit Notkäufen behelfen.
- Die Swiss bietet Erstattungen für notwendige Ersatzartikel an.
Ausfall der Gepäckanlage verursacht Stau
Der Samstagmorgen begann für viele Flugreisende am Flughafen Zürich mit einer unerwarteten Hiobsbotschaft. Bei Betriebsbeginn fiel die zentrale Gepäcksortieranlage aus. Der Grund war ein Stromausfall in einem Teil des Gebäudes, in dem sich die Anlage befindet.
Die Auswirkungen waren sofort spürbar: In den Check-in-Hallen stauten sich die Gepäckstücke. Hunderte Koffer konnten nicht wie geplant verladen werden. Dies führte dazu, dass zahlreiche Passagiere ihre Flüge antraten, während ihr Gepäck in Zürich zurückblieb.
Faktencheck
Die Swiss bestätigte, dass am Samstagmorgen besonders Flüge zwischen Betriebsstart und 7:45 Uhr betroffen waren. Dazu gehörten Verbindungen nach Porto, Barcelona, Alicante, Valencia und London Heathrow.
Kurztrip ohne Koffer: Eine Reisende berichtet
Nini (37) und ihre Schwägerin (36) erlebten die direkten Folgen des Ausfalls. Ihr Flug nach Rom hob um 7:10 Uhr in Zürich ab. Ursprünglich planten sie, nur mit Handgepäck zu reisen. Die Swiss bat sie jedoch, ihre Handgepäckkoffer aufzugeben, da angeblich nicht genügend Platz im Flugzeug vorhanden war.
Diese Entscheidung bereuten sie später zutiefst. Nach der Landung in Rom erhielten sie eine E-Mail: Ihre Koffer seien nicht planmässig verladen worden und würden nachgeschickt.
„Wir warten seither immer noch auf unser Gepäck“, sagte Nini am Montag, dem Tag ihrer Abreise, nachdem sie bereits das ganze Wochenende in Rom ohne ihre Sachen verbracht hatten.
Vergebliche Hoffnung auf schnelle Lieferung
Zunächst hiess es, die Koffer würden noch am selben Samstag mit einem Nachmittagsflug um 14 Uhr nach Rom geschickt. Auch die Lost-&-Found-Stelle in Rom bestätigte, dass ein Kurier das Gepäck im Hotel abliefern würde. Nini und ihre Schwägerin hofften auf eine schnelle Lösung.
Doch die Hoffnung erfüllte sich nicht. Trotz weiterer Kontaktaufnahme mit der Swiss blieben die Koffer verschwunden. „Man sagte uns, man könne uns nicht weiterhelfen“, so Nini.
Hintergrund Gepäckabfertigung
Moderne Gepäcksortieranlagen sind hochkomplexe Systeme. Sie transportieren, scannen und sortieren tausende Gepäckstücke pro Stunde. Ein Stromausfall kann weitreichende Kettenreaktionen auslösen, die den gesamten Prozess zum Erliegen bringen.
Stress statt Erholung in Rom
Der Kurztrip nach Rom wurde für die beiden Frauen zu einer Belastungsprobe. „Nicht viel zum Geniessen übrig geblieben“, beschrieb Nini die Situation. Den Sonntag verbrachten sie mit Einkäufen des Nötigsten.
- Unterwäsche und Socken
- Hygieneartikel
- Wichtige Medikamente
- Kontaktlinsen
- Weitere persönliche Dinge
Diese unerwarteten Ausgaben belasteten das Reisebudget zusätzlich. Viele geplante Aktivitäten konnten sie nicht umsetzen. Stattdessen gab es „unnötig Geld ausgegeben“ und viel Stress.
Koffer kommen kurz vor Rückflug an
Erst am Montagnachmittag, rund drei Stunden vor ihrem Rückflug nach Zürich, traf der Kurier schliesslich im Hotel ein – mit den Koffern. „Endlich“, sagte Nini, „aber viel zu spät.“ Die Erleichterung war gross, doch das Wochenende war keine Erholung, sondern purer Stress gewesen.
Beim Rückflug wurden sie erneut gebeten, ihre Handgepäckkoffer abzugeben. Diesmal lehnten sie ab. „Man lernt ja bekanntlich aus Fehlern“, kommentierte Nini die Situation.
Stellungnahme der Swiss und Erstattungsmöglichkeiten
Meike Fuhlrott, Mediensprecherin der Swiss, bestätigte auf Anfrage, dass inzwischen sämtliche am Samstag zurückgebliebenen Gepäckstücke spätestens am Sonntag nachgeschickt worden seien. Sie räumte jedoch ein, dass es aufgrund des hohen Gepäckvolumens zu Verzögerungen bei der Bearbeitung einzelner Fälle kommen könne.
Die Swiss informiert, dass Passagiere bei verspätetem Gepäck wichtige Artikel wie Toilettenartikel und Kleidung kaufen und die Quittungen zur Erstattung einreichen können. Es gibt Richtwerte für diese Erstattungen:
- First Class: Rund 260 Franken
- Business Class: Rund 175 Franken
- Economy Class: Rund 85 Franken
Diese Vorfälle zeigen erneut, wie anfällig die Reisebranche für technische Störungen sein kann und welche direkten Auswirkungen dies auf die Reisenden hat. Eine gute Reiseversicherung und die wichtigsten Dinge im Handgepäck können in solchen Situationen helfen.





