Die Swiss hat einen wichtigen Meilenstein in ihrer Flottenerneuerung erreicht: Der brandneue Airbus A350-900 hob am Donnerstag zu seinem ersten Langstreckenflug ab. Ziel des Jungfernflugs war Boston in den USA. An Bord befanden sich neben der Crew auch Teile der Swiss-Geschäftsleitung sowie Journalisten. Der Start in Zürich verzögerte sich aufgrund von Schneefall und notwendigem De-icing um rund 20 Minuten.
Wichtige Erkenntnisse
- Erster Langstreckenflug des Swiss A350-900 nach Boston.
- Flottenerneuerung der Swiss beginnt mit zehn neuen A350-Jets.
- Passagiere erlebten luxuriöse Business Class mit Viergänger-Menü.
- Der Flug war zeitweise der meistverfolgte weltweit auf Flightradar.
Ein neues Kapitel für die Swiss Flotte
Der Airbus A350-900 läutet eine neue Ära für die Schweizer Fluggesellschaft ein. Er ist der erste von insgesamt zehn Flugzeugen dieses Typs, die die ältere A340-Flotte schrittweise ersetzen werden. Diese Modernisierung ist ein zentraler Bestandteil der langfristigen Strategie der Swiss, um Effizienz und Passagierkomfort zu verbessern. Die Maschine, die den Namen «Lausanne» trägt, wurde bereits Anfang Oktober in Zürich feierlich empfangen.
Hintergrund der Flottenerneuerung
Die Swiss hat sich für den A350-900 entschieden, um ihre Langstreckenflotte zu modernisieren. Dieses Modell gilt als eines der effizientesten und leisesten Flugzeuge am Markt. Es bietet zudem eine verbesserte Kabinenausstattung, die den Reisekomfort für Passagiere auf langen Flügen erheblich steigert. Die Umstellung erfolgt über mehrere Jahre.
Luxuriöser Start in der Business Class
Für die Passagiere der Business Class begann der Flug mit besonderem Komfort. Bereits am Gate E23 am Flughafen Zürich herrschte eine festliche Stimmung. Swiss-CEO Jens Fehlinger und CCO Heike Birlenbach begrüssten die Gäste persönlich. Ein feierlicher Banddurchschnitt markierte den offiziellen Beginn dieses historischen Flugs.
An Bord erwartete die Reisenden eine grosszügige Business Class. Jeder Sitzplatz bot viel Privatsphäre, einen grossen Bildschirm und sogar zwei Fenster. Ein persönliches Amenity Kit mit Zahnbürste und Socken sowie eine Wasserflasche und ein Schweizer Schöggeli lagen bereit. Die Menükarte versprach kulinarische Höhepunkte.
Ein Menü wie im Sternerestaurant
Das kulinarische Angebot in der Business Class war beeindruckend. Ein Viergänger-Menü, kreiert von den Spitzenköchen Tanja Grandits und Lorenzo Albrici, verwöhnte die Gaumen. Vegetarische Optionen stammten vom Zürcher Restaurant Hiltl. Als Vorspeise gab es zum Beispiel ein Randencarpaccio. Das Hauptgericht bestand aus Kürbis-Marroni-Gulasch mit Spätzli. Später wurden ein «Movie Snack» und vor der Landung ein «Arrival Meal» serviert. Hunger musste an Bord niemand leiden.
«Wir haben seit Jahren auf diesen Moment gewartet», sagte Swiss-CEO Jens Fehlinger am Gate.
Herausforderungen beim Start: Schnee und De-icing
Trotz der Vorfreude kam es zu einer kleinen Verzögerung. Kurz vor dem Start setzte in Kloten Schneefall ein. Der Captain informierte die Passagiere, dass die Flügel des A350 enteist werden müssten. Dieses sogenannte De-icing ist ein Standardverfahren bei winterlichen Bedingungen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Der Flieger musste zu einer der De-icing-Stationen rollen, die zu diesem Zeitpunkt alle belegt waren. Dies führte zu einer Wartezeit von etwa 20 Minuten.
Faktencheck: De-icing
- De-icing entfernt Eis und Schnee von Flugzeugoberflächen.
- Es wird eine spezielle Flüssigkeit verwendet, manchmal auch pink gefärbt.
- Das Verfahren ist entscheidend für die Flugsicherheit bei kalten Temperaturen.
Technik und Komfort an Bord
Während der Wartezeit konnten die Passagiere die moderne Ausstattung der Business Class erkunden. Ein iPad neben dem Sitz ermöglichte die Steuerung verschiedener Funktionen, darunter Sitzhärte und Sitzheizung. Der grosse Bildschirm vor dem Sitz bot nicht nur eine breite Auswahl an Filmen, sondern auch die Möglichkeit, die Flugroute in Echtzeit zu verfolgen oder digitale Zeitungen zu lesen. Der Flug nach Boston war auf eine Dauer von sieben Stunden und vier Minuten angesetzt.
Der A350 war während des Rollens zur Startbahn und kurz nach dem Start zeitweise der meistverfolgte Flug der Welt auf der Plattform Flightradar. Über 2.200 Menschen verfolgten den Abflug live. Dies unterstreicht das grosse Interesse an diesem neuen Flugzeugtyp und dem Jungfernflug der Swiss.
Die Reise über den Atlantik
Nach dem reibungslosen Start überquerte der A350 den Atlantik. Die Kabinenbesatzung bereitete das Abendessen im Business-Galley sorgfältig zu. Die Passagiere konnten die Reise in ihren bequemen Sitzen geniessen, die mit einem Schultergurt ähnlich wie im Auto gesichert waren. Die Flugreise markiert einen wichtigen Schritt für die Swiss in Richtung einer moderneren und nachhaltigeren Zukunft im Langstreckenverkehr.





