Die Raiffeisenbank Frauenfeld hat im Geschäftsjahr 2025 erneut beeindruckende Wachstumszahlen verzeichnet. Trotz eines herausfordernden Zinsumfeldes und sinkender Zinserträge konnte die Bank ihre Kundenausleihungen erstmals auf über eine Milliarde Franken steigern. Auch die Kundeneinlagen zeigten ein starkes Wachstum, was das Vertrauen in die Bank unterstreicht.
Wichtige Erkenntnisse
- Kundenausleihungen überschreiten erstmals die Marke von einer Milliarde Franken.
- Starkes Wachstum der Kundeneinlagen um über 8 Prozent.
- Rekordertrag im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft dank starkem Anlagegeschäft.
- Zinsgeschäft unter Druck durch SNB-Leitzinssenkung auf Null Prozent.
- Verwaltungsratspräsident Marcel Epper tritt nach 13 Jahren zurück.
Kundenausleihungen erreichen neue Höchstwerte
Die Raiffeisenbank Frauenfeld hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Die gesamten Kundenausleihungen kletterten im Jahr 2025 erstmals über die Marke von einer Milliarde Franken. Dieser Zuwachs spiegelt die anhaltende Nachfrage nach Finanzierungen in der Region wider. Der Grossteil dieser Ausleihungen entfällt auf Hypotheken.
Reto Inauen, der Bankleiter, betont, dass dieses Wachstum nicht zulasten der Risikobereitschaft ging. Die Bank halte an ihrer konservativen Risikopolitik fest und sei dank eines Eigenkapitals von rund 98 Millionen Franken sehr gut abgesichert. Die strengen Eigenmittelvorgaben würden dabei weit übertroffen.
Faktencheck 2025
- Kundenausleihungen: Über 1 Milliarde CHF
- Kundeneinlagen: Wachstum von über 8%
- Zinsertrag: 9.34 Millionen CHF (Rückgang)
- Kommissions- und Dienstleistungsertrag: Rund 3 Millionen CHF (Rekord)
- Geschäftserfolg: 4.43 Millionen CHF
- Eigenkapital: Rund 98 Millionen CHF
Herausforderungen im Zinsengeschäft und Erfolge im Anlagebereich
Das Jahr 2025 war für das Zinsengeschäft der Bank von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geprägt. Die Senkung des Leitzinses auf null Prozent setzte die Margen unter Druck. Dies führte zu einem Rückgang des Zinsertrags auf 9.34 Millionen Franken, ein deutlich geringerer Wert als in den Vorjahren.
Gleichzeitig konnte die Bank im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft einen Rekordertrag von rund drei Millionen Franken erzielen. Dieser Erfolg ist massgeblich auf die starke Entwicklung des Anlagegeschäfts zurückzuführen. Das Depotvolumen, welches alle Wertpapiere der Kunden umfasst, stieg im letzten Jahr um etwa 13 Prozent.
"Wir konnten unsere Beratungskompetenz voll ausspielen", erklärt Bankleiter Reto Inauen. "Das Anlagegeschäft soll weiter gestärkt werden, um unsere Zinsabhängigkeit schrittweise zu reduzieren."
Der gesamte Geschäftserfolg der Raiffeisenbank Frauenfeld belief sich auf 4.43 Millionen Franken. Obwohl dieser Wert unter den Rekordjahren 2023 und 2024 liegt, blickt Reto Inauen optimistisch auf die langfristige Entwicklung der Bank.
Hintergrund: Zinsumfeld in der Schweiz
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst mit ihrem Leitzins direkt die Zinsmargen der Banken. Ein Leitzins von null Prozent oder sogar im negativen Bereich erschwert es den Banken, aus dem klassischen Zinsgeschäft hohe Gewinne zu erzielen. Dies zwingt Finanzinstitute, alternative Ertragsquellen wie das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, insbesondere das Anlagegeschäft, stärker zu fokussieren.
Wachsendes Vertrauen und Mitgliederzuwachs
Das Vertrauen der Bevölkerung in die Raiffeisenbank Frauenfeld zeigt sich nicht nur in den steigenden Kundenausleihungen, sondern auch im Wachstum der Kundeneinlagen. Diese legten um über acht Prozent zu. Reto Inauen sieht darin ein klares Zeichen des grossen Vertrauens, das die Bank sowohl bei bestehenden als auch bei neuen Kunden geniesst.
Auch die Zahl der Genossenschafterinnen und Genossenschafter ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Verwaltungsratspräsident Marcel Epper konnte zahlreiche neue Mitglieder begrüssen, wodurch die Frauenfelder Raiffeisenfamilie nun fast 9400 Mitglieder zählt. Viele von ihnen nutzten die Möglichkeit zur Mehrfachzeichnung von Genossenschaftsanteilen.
Abschied von Verwaltungsratspräsident Marcel Epper
Nach 13 Jahren an der Spitze des Verwaltungsrates der Raiffeisenbank Frauenfeld tritt Marcel Epper im Rahmen der kommenden Urabstimmung von seinem Amt zurück. Epper prägte die Bank seit 2012 massgeblich mit. Die Abstimmungsunterlagen werden Mitte April an die Mitglieder verschickt.
Marcel Epper freut sich auf die Mitgliederanlässe am 9. und 10. April im Circus Knie. Dort wird er nochmals die Gelegenheit haben, mit den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern in direkten Austausch zu treten.
"Letztlich ist es genau dieses Gemeinschaftsgefühl, das Raiffeisen auszeichnet und das ich seit Beginn meiner Tätigkeit so schätze", resümiert Epper seine langjährige Erfahrung.
Sein Abschied markiert das Ende einer Ära, in der die Raiffeisenbank Frauenfeld ein bemerkenswertes Wachstum und eine starke Verankerung in der Region erfahren hat.





