Der Winterthurer Textilmaschinenhersteller Rieter hat das vergangene Geschäftsjahr 2025 trotz eines schwierigen Umfelds und hoher Restrukturierungskosten operativ positiv abgeschlossen. Massnahmen wie ein umfangreiches Sparprogramm und der Lohnverzicht des CEOs Thomas Oetterli trugen massgeblich zu diesem Ergebnis bei.
Wichtige Erkenntnisse
- Rieter erreichte 2025 einen operativen EBIT von 2,5 Millionen Franken.
- Hohe Restrukturierungskosten und die Barmag-Übernahme belasteten das ausgewiesene EBIT.
- Ein Sparprogramm führte zu Einsparungen von fast 52 Millionen Franken bei den Allgemeinkosten.
- CEO Thomas Oetterli verzichtete freiwillig auf einen Teil seines Grundgehalts.
- Aktionäre erhalten für 2025 keine Dividende, mittelfristig wird aber wieder eine Ausschüttungsquote von über 40 Prozent angestrebt.
Herausforderndes Geschäftsjahr mit strategischen Anpassungen
Das Jahr 2025 stellte Rieter vor erhebliche Herausforderungen. Ein schwacher Geschäftsgang und hohe Sonderkosten prägten das Ergebnis. Das Unternehmen musste auf die sinkende Nachfrage im Textilmaschinensektor reagieren.
Besonders ins Gewicht fielen Restrukturierungskosten von fast 34 Millionen Franken. Hinzu kamen Kosten von knapp 9 Millionen Franken im Zusammenhang mit der Übernahme von Barmag. Diese Effekte führten dazu, dass das ausgewiesene EBIT tiefrote Zahlen von -43,9 Millionen Franken zeigte.
Faktencheck
- Ausgewiesenes EBIT 2025: -43,9 Millionen Franken
- Operativer EBIT 2025: +2,5 Millionen Franken
- Restrukturierungskosten: fast 34 Millionen Franken
- Kosten Barmag-Übernahme: knapp 9 Millionen Franken
Der operative EBIT als neue Kenngrösse
Rieter hat eine neue Kennzahl eingeführt: den operativen EBIT. Diese Grösse klammert Restrukturierungs- und Übernahmekosten aus. Für das Unternehmen ist der operative EBIT die entscheidende Kennzahl, um die tatsächliche Leistungsfähigkeit im laufenden Geschäft zu beurteilen.
Ohne die genannten Sondereffekte erzielte Rieter im vergangenen Jahr einen positiven operativen EBIT von 2,5 Millionen Franken. Dies zeigt, dass das Unternehmen trotz der schwierigen Marktbedingungen und der internen Anpassungen in der Lage war, profitabel zu wirtschaften.
„Wir haben unser Versprechen eingelöst, auch in einem schwierigen Umfeld mit sehr geringer Nachfrage nicht in die roten Zahlen zu rutschen, wenn man die Sondereffekte ausklammert.“
Drastisches Sparprogramm sichert positive Entwicklung
Die positiven operativen Zahlen sind das direkte Ergebnis eines drastischen Sparprogramms. Rieter setzte auf umfassende Massnahmen zur Kostensenkung. Diese Anstrengungen führten zu einer deutlichen Verbesserung bei den Allgemeinkosten.
Insgesamt konnten die Allgemeinkosten um fast 52 Millionen Franken gesenkt werden. Diese Einsparungen waren entscheidend, um den operativen EBIT in den positiven Bereich zu bringen.
Beitrag der Führungsebene
Auch die Unternehmensführung trug ihren Teil zum Sparprogramm bei. Thomas Oetterli, der CEO von Rieter, verzichtete freiwillig auf einen Teil seines Grundgehalts. Sein Lohn belief sich 2025 auf 1,05 Millionen Franken.
Im Vorjahr hatte Oetterli noch mehr als das Doppelte verdient. Der Wegfall von Bonuselementen und der freiwillige Gehaltsverzicht des CEOs unterstreichen das Engagement des Managements für die finanzielle Gesundheit des Unternehmens.
Hintergrund der Massnahmen
Die Textilmaschinenbranche ist zyklisch und stark von globalen Wirtschaftstrends abhängig. In Phasen geringer Nachfrage sind Unternehmen wie Rieter gezwungen, ihre Kostenstrukturen anzupassen und Effizienzprogramme zu implementieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben und langfristig erfolgreich zu sein. Die Barmag-Übernahme, obwohl strategisch wichtig, generierte kurzfristig Integrations- und Restrukturierungskosten.
Aktionäre tragen ihren Teil bei
Die schwierige Lage im Geschäftsjahr 2025 hat auch Auswirkungen auf die Aktionäre. Für das vergangene Jahr wird auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet. Diese Massnahme soll ebenfalls zur Gesundung des Unternehmens beitragen und die Liquidität sichern.
Mittelfristig strebt Rieter jedoch weiterhin eine Ausschüttungsquote von über 40 Prozent an. Dies signalisiert das Vertrauen des Unternehmens in eine zukünftige Erholung und stabile Ertragslage. Gleichzeitig ist Rieter bestrebt, die Verschuldungsquote mittelfristig unter 2,5 Prozent zu halten.
- Kurzfristig: Verzicht auf Dividende für 2025.
- Mittelfristig: Ziel einer Ausschüttungsquote von über 40 Prozent.
- Finanzielles Ziel: Verschuldungsquote unter 2,5 Prozent.
Die strategischen Entscheidungen und das Sparprogramm zeigen, dass Rieter aktiv daran arbeitet, seine Position in einem anspruchsvollen Marktumfeld zu stärken und für die Zukunft aufzustellen. Der Fokus auf den operativen EBIT ermöglicht eine klarere Sicht auf die zugrunde liegende Geschäftsentwicklung.





