In Winterthur hat die Pfarrei St. Peter und Paul einen neuen Weg gefunden, Menschen am Aschermittwoch zu erreichen. Seelsorger Jan Bergauer und Pfarrer Stefan Staubli verteilten Aschekreuze direkt vor der Kirche St. Peter und Paul. Dies geschah trotz schlechtem Wetter und lockte viele Menschen an, darunter auch junge Erwachsene.
Das Angebot, bekannt als «Asche to go», ermöglichte es Passanten, das Aschekreuz unkompliziert zu empfangen. Die Initiative soll die Kirche näher an den Alltag der Menschen bringen und Gespräche in einer ungezwungenen Atmosphäre fördern.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Pfarrei St. Peter und Paul in Winterthur führte «Asche to go» ein.
- Seelsorger verteilten Aschekreuze direkt vor der Kirche.
- Das Angebot zog viele Menschen an, auch junge Erwachsene.
- Die Idee stammt ursprünglich aus dem Bistum Essen.
- Das Projekt ermöglichte persönliche Gespräche ausserhalb des Gottesdienstes.
Ein neues Format für den Aschermittwoch
Der Aschermittwoch markiert traditionell den Beginn der Fastenzeit. Viele Gläubige besuchen an diesem Tag einen Gottesdienst, um das Aschekreuz zu empfangen. Doch nicht jeder kann oder möchte an einem klassischen Gottesdienst teilnehmen. Genau hier setzt das Konzept «Asche to go» an.
Piotr Sobczynski, der für die interne Post der Stadt Winterthur arbeitet, konnte den Gottesdienst am Morgen nicht besuchen. Er war froh über die Möglichkeit, das Aschekreuz auf der Strasse zu erhalten. «Es ist fantastisch, dass es die Möglichkeit gibt, ein Aschekreuz auf der Strasse zu erhalten», sagte Sobczynski.
Interessanter Fakt
In der ersten Stunde des Angebots «Asche to go» empfingen bereits weit mehr als 30 Personen das Aschekreuz. Dies zeigt die hohe Akzeptanz des neuen Formats.
Inspiration aus Essen
Die Idee zu «Asche to go» ist keine Winterthurer Erfindung. Seelsorger Jan Bergauer liess sich vom Bistum Essen inspirieren. Dort hat die Citypastoral am Essener Dom eine lebendige Kirchenkultur entwickelt. Zahlreiche Angebote gehen dort aus der Kirche hinaus zu den Menschen in ihren Alltag. Das Aschenkreuz in der Fussgängerzone ist eines dieser erfolgreichen Konzepte.
«Ich dachte mir, was dort funktioniert, kann hier nicht so falsch sein. Deshalb habe ich die Idee ins Team eingebracht und wir haben beschlossen, dies auszuprobieren», erklärte Jan Bergauer.
Die Pfarrei St. Peter und Paul in Winterthur ist ideal für solche Initiativen gelegen. Sie befindet sich an einer belebten Kreuzung, nur wenige Minuten vom Bahnhof, dem Fussballstadion und verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten entfernt. Diese zentrale Lage fördert die Erreichbarkeit für ein breites Publikum.
Die Kirche geht zu den Menschen
Das Team der Pfarrei St. Peter und Paul möchte eine Pfarreikultur aufbauen, die aktiv auf die Menschen zugeht. Ziel ist es, die Menschen in ihrem Alltag, ihren Sorgen, Wünschen und Lebensrealitäten zu besuchen und abzuholen. Dies ist ein Schritt weg von einer reinen «Komm-Her-Kirche» hin zu einer «Geh-Hin-Kirche».
Trotz des verschneit-verregneten Wetters strömten die Menschen zu den beiden Seelsorgern. Sie empfingen ein Aschekreuz und führten bei einer Tasse Tee kurze Gespräche. Diese ungezwungene Atmosphäre förderte den Austausch.
Hintergrundinformation
Das Aschekreuz symbolisiert die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens und die Bereitschaft zur Umkehr und Busse. Es ist ein wichtiges Zeichen am Aschermittwoch, dem Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern.
Unerwartete Gespräche
Pfarrer Stefan Staubli zeigte sich erstaunt über die Tiefe der entstandenen Gespräche. «Das Setting ermöglicht Gespräche, die im klassischen Aschermittwochsgottesdienst nicht möglich sind», sagte er. Er selbst führte kurz zuvor ein «sehr emotionales Gespräch» mit einer Frau.
Die Seelsorger waren überrascht, wie viele Menschen kamen. Besonders erfreulich war der hohe Anteil junger Leute. «Auch einige junge Menschen, zwischen 18 und 25 Jahren waren dabei», berichtete Jan Bergauer.
Junge Menschen und die Aktion
Micah Taguinod, 20 Jahre alt, und seine Freundin nutzten das Angebot. Er hatte am Sonntag im Gottesdienst davon erfahren. Da er morgens einen Termin und abends ein Fussballspiel hatte, war das Angebot über Mittag eine willkommene Gelegenheit, das Aschekreuz zu empfangen.
Auch Karina Kreuzer, eine Katechetin aus Winterthur, besuchte den Stand. Sie unterrichtet Religion in der Schule und wollte das Thema Aschermittwoch mit ihren Schülern besprechen. Sie plante, später mit 14 Kindern der vierten Klasse vorbeizukommen, um ihnen die Bedeutung des Aschekreuzes direkt zu zeigen.
Zahlen und Fakten
- Mehr als 30 Personen erhielten in der ersten Stunde das Aschekreuz.
- Einige Teilnehmende waren zwischen 18 und 25 Jahre alt.
- Eine Schulklasse mit 14 Kindern sollte das Angebot ebenfalls besuchen.
Zukunftsaussichten
Jan Bergauer plant, die Aktion «Asche to go» im nächsten Jahr erneut anzubieten. Er weiss, dass neue Angebote Zeit brauchen, um sich zu etablieren. «Erfahrungsgemäss benötigt es gut drei Jahre, bis zu sehen ist, ob ein neues Angebot oder Projekt Bestand hat oder nicht», erklärte er.
Doch schon jetzt ist er optimistisch. Die positive Resonanz und die vielen persönlichen Begegnungen bestätigen den Erfolg der Initiative. «Es kommt gut an», fasste Bergauer zusammen. Die Pfarrei St. Peter und Paul hat mit diesem niederschwelligen Angebot einen wichtigen Schritt getan, um die kirchliche Botschaft in den Alltag der Menschen zu tragen.
Die Aktion zeigt, wie Kirchen neue Wege gehen können, um relevant zu bleiben und Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrunds zu erreichen. Es geht darum, Präsenz zu zeigen und Räume für Begegnung und Spiritualität ausserhalb traditioneller Strukturen zu schaffen.


