Die britische Musikerin Raye hat das Hallenstadion in Zürich bei ihrem ausverkauften Konzert in einen Schmelztiegel aus R&B, Jazz und Club-Beats verwandelt. Die 28-jährige Künstlerin lieferte eine zweieinviertelstündige Show ab, die das Publikum begeisterte und tiefe emotionale Momente offenbarte, insbesondere als sie ihrem verstorbenen Schweizer Grossvater gedachte.
Wichtige Erkenntnisse
- Raye begeisterte im ausverkauften Hallenstadion Zürich als Headlinerin.
- Die Show dauerte über zwei Stunden und bot eine Mischung aus R&B, Jazz und Techno.
- Raye präsentierte viele neue Songs ihres kommenden Albums «This Music May Contain Hope».
- Die Künstlerin zeigte ihre Verbundenheit zur Schweiz und widmete das Konzert ihrem verstorbenen Grossvater aus Appenzell.
- Ihre Schwestern Abby-Lynn und Lauren traten als Vorband und beim Finale auf.
Ein Abend voller musikalischer Überraschungen
Bereits der rote Samtvorhang deutete auf einen besonderen Abend hin. Raye eröffnete die Show in einem weissen Pelzmantel, den sie kurz darauf für eine elegante rote Glitzerrobe ablegte. Ihre fast 20-köpfige Big Band, gekleidet in Schwarz, begleitete sie perfekt. Die Atmosphäre erinnerte an einen klassischen Jazzclub, eine Stimmung, die die Künstlerin im Laufe des Abends immer wieder aufgriff.
Die Setlist war gespickt mit bekannten Hits und vielen neuen Titeln. Ein Grossteil der Lieder stammte von Rayes zweitem Album «This Music May Contain Hope», welches am 27. März erscheint. Trotz der vielen unbekannten Stücke reagierte das Zürcher Publikum äusserst enthusiastisch. Dies lag nicht nur an der musikalischen Qualität, sondern auch an Rayes authentischem und nahbarem Auftreten.
Fakten zur Show
- Dauer: 2 Stunden 15 Minuten
- Musiker: Knapp 20-köpfige Big Band
- Outfitwechsel: Vom Pelzmantel zur roten Glitzerrobe
- Musikstile: R&B-Pop, Jazz, Techno
Authentizität auf der Bühne
Rachel Keen, so Rayes bürgerlicher Name, strahlte von der ersten Minute an. Ihre Spielfreude war ansteckend, ihre Präsenz auf der Bühne unübersehbar. Sie witzelte locker mit dem Publikum und schaffte es, trotz der Grösse des Hallenstadions eine intime Atmosphäre zu schaffen. Obwohl vieles bei einer Show dieser Dimension einstudiert ist, wirkte Rayes Performance stets echt und ungekünstelt.
Es gab Momente, in denen die Künstlerin vom Skript abwich. Einmal räumte sie ein, stimmlich nicht ganz auf der Höhe zu sein, was das Publikum mit lauten «Raye! Raye! Raye!»-Rufen quittierte und bei ihr für feuchte Augen sorgte. Diese kleinen, menschlichen Augenblicke zeigten ihre Nahbarkeit und stärkten die Bindung zum Publikum.
«Es ist erstaunlich und bewundernswert, wie Raye eine so üppige Show gestalten kann, obwohl sie erst ein Album veröffentlicht hat.»
Ein Schweizer Herz in Zürich
Ein besonders berührender Moment war Rayes Bekenntnis zu ihren Schweizer Wurzeln. Sie bezeichnete sich selbst als «Swiss Girl» und erzählte, dass ein Teil ihrer Familie in der Ostschweiz lebt. Eine ganze Busladung ihrer Schweizer Cousinen und Cousins sei im Hallenstadion anwesend gewesen.
Stolz zeigte sie ein tätowiertes Schweizerkreuz auf ihrem Unterarm. Sichtlich ergriffen erklärte sie der Menge, dass ihr Appenzeller Grossvater erst vor wenigen Wochen verstorben sei. «Es wäre so schön, könnte er jetzt hier sein», sagte sie mit Tränen in den Augen. «Diese Show widme ich ihm.» Dieser persönliche Einblick sorgte für grosse Rührung im Publikum.
Raye in der Schweiz
Dies war Rayes erste Schweizer Clubshow als Headlinerin. Zuvor trat sie bereits 2023 als Support für SZA im Hallenstadion auf und war 2024 sowie 2025 beim renommierten Montreux Jazz Festival zu Gast. Ihre Verbindung zur Schweiz ist somit nicht neu, sondern wächst mit jedem Auftritt.
Familiäre Unterstützung auf der Bühne
Die familiäre Verbundenheit zeigte sich nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne. Beim finalen Song «Joy» bekam Raye Unterstützung von ihren Schwestern Abby-Lynn, bekannt als Absolutely, und Lauren, auch Amma genannt. Die beiden Schwestern waren bereits das Vorprogramm der gesamten Tournee. Diese Mischung aus pompöser Produktion und familiärer Wärme prägte den gesamten Abend.
Raye präsentierte in Zürich eine Show, die weit über ein gewöhnliches Konzert hinausging. Es war eine emotionale Reise, eine musikalische Feier und ein tief persönliches Bekenntnis. Das Publikum im Hallenstadion erlebte einen Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird.
Die musikalische Vielfalt Rayes
Raye versteht es, verschiedene Genres nahtlos zu verbinden. Ihre Musik ist ein Wechselspiel aus R&B-Pop, entspanntem Jazz und euphorischen Club-Elementen. Nach einem ausgedehnten Jazz-Segment, das die Bühne in einen intimen Club verwandelte, holte sie den Pop mit Schwung zurück. Für einige Minuten verwandelte sich das Konzert sogar in einen «Rayve», eine Mischung aus Raye und Rave, mit Techno-Elementen, die das Publikum zum Tanzen brachte.
Die Künstlerin zeigte, dass sie nicht nur eine beeindruckende Sängerin, sondern auch eine vielseitige Entertainerin ist. Sie wechselte mühelos zwischen den Stimmungen und hielt die Spannung über die gesamte Länge der Show aufrecht. Ihre Fähigkeit, das Publikum mitzureissen und gleichzeitig zu berühren, ist bemerkenswert.
- R&B-Pop: Der Kern ihres Sounds.
- Jazz-Elemente: Geschickte Integration in die Show.
- Club-Euphorie: Kurze, energiegeladene Techno-Passagen.
Das Konzert im Hallenstadion war ein Beweis für Rayes Ausnahmetalent und ihre Fähigkeit, eine grosse Bühne mit Persönlichkeit und Leidenschaft zu füllen. Zürich hat eine Künstlerin erlebt, die nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch menschlich tief berührt.





