Wohlen erlebte einen Fasnachtsumzug, der trotz verkürzter Route und anfänglicher Sicherheitsbedenken zu einem vollen Erfolg wurde. Die 45 teilnehmenden Gruppen verwandelten das Regionalzentrum in ein farbenfrohes Spektakel, das Tausende von Zuschauern anzog. Die positive Stimmung überwog alle Herausforderungen, wie die Organisatoren und die Regionalpolizei bestätigten.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Wohler Fasnachtsumzug war trotz verkürzter Route ein grosser Erfolg.
- Rund 18'000 Zuschauer säumten die Strassen, fast so viele wie beim Rekord vor zwei Jahren.
- Das Sicherheitskonzept der Regionalpolizei am Umzugsende funktionierte reibungslos.
- Die Aufstellung der Wagen auf dem Mattenhofweg führte zu engen Platzverhältnissen und Herausforderungen.
- Die Fasnächtler und das Publikum zeigten sich äusserst kooperativ und sorgten für eine friedliche Atmosphäre.
Ein "Wonderland" auf der Zentralstrasse
Die Zentralstrasse in Wohlen verwandelte sich am Fasnachtssonntag in ein echtes "Wonderland". Mit grosser Begeisterung präsentierten sich 45 Gruppen mit fantasievollen Wagen und Kostümen. Die Kreativität der Fasnachtsgesellschaften, Guggenmusiken und Einzelmasken war beeindruckend. Trotz der im Vorfeld diskutierten Routenverkürzung liessen sich weder die Teilnehmenden noch das Publikum die gute Laune verderben. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich.
Fabian Bruggisser, der Umzugsverantwortliche des Organisationskomitees (OK), zeigte sich begeistert. "Es war kunterbunt und toll. Viele verschiedene Sujets, die ihre Wagen und Kostüme mit enorm viel Herzblut und Fasnachtsfreude gestaltet haben", fasste er zusammen. Die zweistündige Darbietung bot eine perfekte Mischung aus Unterhaltung und Spektakel, ohne längere Pausen.
Zahlen und Fakten
- 45 teilnehmende Gruppen
- 18'000 geschätzte Zuschauer (nahezu Rekord von vor zwei Jahren)
- 2 Stunden dauerte das Spektakel
- 44 Zweier-Teams verkauften Plaketten
Herausforderungen bei der Aufstellung
Die verkürzte Route stellte das OK vor logistische Herausforderungen, insbesondere bei der Aufstellung der Fasnachtsgruppen. Während die grössten Umzugswagen auf der Bünzstrasse Platz fanden, mussten die Fussgruppen und kleineren Wagen auf den Mattenhofweg ausweichen. Dies führte zu sehr engen Platzverhältnissen. Anwohner und Besucher hatten Mühe, sich durch die Menschenmassen, wummernden Lautsprecher und laufenden Generatoren zu bewegen.
Tosca Liserra vom OK beschrieb die Situation als "Mammutaufgabe". Die Absperrungen an der Kreuzung Sorenbühlweg–Allmendstrasse mussten immer wieder für Anwohner und Teilnehmer geöffnet werden. Da nur die Reihenfolge, nicht aber die genaue Ankunftszeit der Wagen dokumentiert wurde, kam es zu brenzligen Momenten. "Ein Wagen stand schon bereit, als ein anderer an diesem vorbei auf seinen Platz fahren musste", erklärte Liserra. "Das war Millimeterarbeit."
"Keine gute Voraussetzung in einem Notfall. Vorher hatten wir alles an einem Ort und mehr Platz zur Verfügung."
Markus Peterhans, Co-Präsident OK Wohler Fasnacht
Hintergrund der Routenänderung
Die Entscheidung zur Routenverkürzung und damit verbundenen Änderungen bei der Aufstellung erfolgte im Vorfeld des Umzugs und führte zu Diskussionen. Das OK musste das Beste aus den bewilligten Gegebenheiten machen. Co-Präsident Markus Peterhans betonte, dass man sich intensiv für den alten Routenplan eingesetzt habe, aber letztlich die aktuellen Vorgaben umsetzen musste.
Sicherheitskonzept am Umzugsende bewährt sich
Trotz der anfänglichen Bedenken im Vorfeld zeigte sich das Sicherheitskonzept der Regionalpolizei für das Umzugsende beim Restaurant Rössli als erfolgreich. Die Sorge vor einem Rückstau beim Entleeren der Umzugswagen erwies sich als unbegründet. Polizei und Feuerwehr koordinierten das Geschehen effizient. Die Umzugswagen wurden nach dem Entleeren zügig in den Verkehr Richtung Talbisgässchen eingegliedert, während die Fussgänger sicher durch das Chilegässli zum Kirchenplatz gelangten.
Ein Feuerwehrmann, der vor Ort den Verkehr regelte, äusserte sich positiv: "Es wäre zugegebenermassen Potenzial vorhanden gewesen, dass das Ganze problematischer wird. Aber die Leute sind einsichtig. Es läuft alles sehr speditiv." Der kleine Rückstau, der entstand, wenn Wagen Teile ihrer Dekoration abbauen mussten, war minimal und gut beherrschbar. Das Ressort Sicherheit und der Gemeinderat zogen ein positives Fazit: Das Verkehrs- und Sicherheitskonzept habe sich als erfolgreich erwiesen und zu einem unfallfreien Umzug geführt.
Herausforderungen mit dem Publikum
Daniel Melliger und sein Team vom OK hatten alle Hände voll zu tun, um die Besucher zu leiten. Besonders an der Einfahrt zur Bünzstrasse, wo die Traktoren mit ihren Anhängern sich einreihten, standen Zuschauer oft zu nah an der Fahrbahn. Melliger berichtete, dass Fussgänger "immer wieder wie kopflose Hühner" vor die Wagen liefen und Warnrufe ignorierten. Er lobte jedoch die Fasnachtsgruppen: "Die Fasnachtsgruppen verhalten sich tipptop und sichern ihre Wagen, nur die Fussgänger könnten besser aufpassen, wohin sie laufen."
Ein friedliches und farbenfrohes Fest
Insgesamt war der Fasnachtsumzug in Wohlen ein friedliches und farbenfrohes Grossereignis. Die positive Stimmung der Fasnächtler und die grosse Wertschätzung des Publikums trugen massgeblich zum Erfolg bei. Fabian Bruggisser vom OK betonte, dass sich der "enorme Mehraufwand" trotz der Routenänderung gelohnt habe. Er lobte die Kooperation der vielen fleissigen Helfer, der freiwilligen Feuerwehr, der Marktstandbetreiber und aller Teilnehmer.
Das Wetter spielte ebenfalls mit und sorgte für ideale Bedingungen für das bunte Spektakel. Das OK plant, die Erfahrungen mit der verkürzten Route und den Sicherheitskonzepten in einer Nachbesprechung mit den Behörden aufzuarbeiten. Dies soll sicherstellen, dass zukünftige Fasnachtsumzüge weiterhin reibungslos und sicher ablaufen können.
Die Fasnacht in Wohlen bewies einmal mehr, dass sie eine wichtige Tradition ist, die Menschen zusammenbringt und für unbeschwerte Freude sorgt. Die Fasnächtler zeigten sich als "absolut tolles Volk", das ungezwungen und mit Spass am Fest teilnahm.





