Eltern von Schülern des Schulhauses Wyden in Winterthur-Wülflingen schlagen Alarm. In einem Schreiben an die Schulleitung beklagen 60 Elternteile gravierende Missstände wie Schläge, Würgegriffe und Bedrohungen. Sie sprechen von einem Klima der Angst und Hilflosigkeit, das den Schulalltag ihrer Kinder präge.
Wichtige Punkte
- 60 Eltern beklagen Gewalt und Mobbing im Schulhaus Wyden.
- Vorfälle wie Schläge, Würgen und Drohungen sollen Alltag sein.
- Eltern kritisieren mangelnde Aufarbeitung und fehlende Informationen.
- Die Stadt Winterthur hat eine externe Fachstelle beigezogen.
- Die Stadtpolizei verzeichnet keine ungewöhnliche Zunahme an Einsätzen.
Schwere Vorwürfe gegen Schulumfeld
Die Liste der Vorwürfe ist lang und erschreckend. Die Eltern berichten von Kindern, die ins Gesicht geschlagen, die Treppe hinuntergestossen oder mit Gegenständen attackiert werden. Auch das Besprühen von Augen mit Parfüm, Erpressungen und Nötigungen gehören zu den geschilderten Vorfällen. Sogar rassistische Äusserungen und Vandalismus, wie zerschnittene Kleidung oder zerstochene Reifen, werden angeführt.
Besonders besorgniserregend ist ein Fall, in dem eine Viertklässlerin einen Brief mit Todesdrohungen gegen ihre Eltern erhalten haben soll. Diese Vorfälle würden das Leitbild der Schule, das Freude und Wohlwollen verspricht, ad absurdum führen, so die Eltern in ihrem Schreiben.
Fakten zur Situation
- 60 Eltern unterzeichneten das Beschwerdeschreiben.
- Vorfälle betreffen mehrere Kinder im Schulhaus Wyden.
- Die Vorwürfe reichen von physischer Gewalt bis zu Bedrohungen und Vandalismus.
Lehrpersonen am Limit, Eltern fordern Unterstützung
Die Situation wirkt sich laut den Eltern auch massiv auf den Unterricht aus. Lehrpersonen sollen teilweise aus Hilflosigkeit das Schulzimmer verlassen, und Schüler verweigerten den Sportunterricht. Lerninhalte könnten unter diesen Umständen nicht mehr angemessen vermittelt werden.
«Wir Eltern fühlen Angst, Wut und Hilflosigkeit – insbesondere, weil wir das Gefühl haben, unsere Kinder nicht mehr in einem sicheren Umfeld zu wissen», heisst es im Schreiben der Eltern.
Sie befürchten, dass auch die Lehrpersonen «allein gelassen» würden. Die Empfehlung der Schulleitung, sich an die Jugendpolizei zu wenden, wird als Versuch gewertet, sich der Verantwortung zu entziehen. Die Eltern fordern stattdessen externe Unterstützung, eine professionelle Evaluation und eine umfassende Aufarbeitung der Missstände.
Kritik an lückenhafter Aufarbeitung
Ein zentraler Kritikpunkt der Eltern ist die mangelnde und lückenhafte Aufarbeitung der Vorfälle. Betroffene Familien würden weder ausreichend über die Geschehnisse noch über geplante Massnahmen informiert. Dies sei besonders belastend und habe die Eltern dazu bewogen, diesen Schritt zu gehen.
Hintergrund der Beschwerde
Das Schreiben des Elternrats ging im Januar 2026 bei der Schulpflege und der Leitung Bildung der Stadt Winterthur ein. Es fasst eine Vielzahl von Vorfällen zusammen, die sich über einen längeren Zeitraum ereignet haben sollen.
Reaktion der Stadt Winterthur und der Polizei
Die Stadt Winterthur nimmt zu den konkreten Vorwürfen des Schreibens keine Stellung. Eine Sprecherin des Departements Schule und Sport teilte jedoch mit, dass nach Eingang des Schreibens «umgehende und sehr umfassende Abklärungen» vorgenommen wurden. Eine externe Fachstelle wurde beauftragt, eine Umfrage bei Eltern, Lehrpersonen und Schülern durchzuführen und auszuwerten.
Basierend auf den Ergebnissen und Einzelgesprächen sei eine Strategie mit verschiedenen Massnahmen erarbeitet worden. Disziplinarische Massnahmen seien dort angeordnet worden, wo dies nötig war. Der Massnahmenplan wird derzeit vom Schulteam Wyden finalisiert und der Prozess mit externer Fachunterstützung sowie in enger Begleitung durch die Leitung Bildung fortgesetzt.
Polizei verzeichnet keine Auffälligkeiten
Die Stadtpolizei Winterthur gibt an, dass es keine überdurchschnittliche Zunahme an Polizeieinsätzen im Schulhaus Wyden gegeben habe. In den vergangenen Monaten sei die Polizei vereinzelt wegen Vandalismus ausgerückt. Von den anderen, im Elternschreiben detailliert beschriebenen Delikten, hat die Stadtpolizei nach eigenen Angaben keine Kenntnis. Dies steht im Kontrast zu den weitreichenden Schilderungen der Eltern.
Die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Eltern, der Stadtverwaltung und der Polizei unterstreichen die Komplexität der Situation. Während die Stadt Winterthur Massnahmen erarbeitet, bleibt die Sorge der Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder bestehen.





