Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana rückt die Sicherheit in Party- und Konzertlokalen erneut in den Fokus. Eine Untersuchung in Zürich und Winterthur zeigt, dass regelmässige Brandschutzkontrollen Standard sind. Die Betreiber betonen die hohe Priorität der Sicherheit.
Wichtigste Erkenntnisse
- Zürcher und Winterthurer Lokale werden regelmässig brandschutztechnisch überprüft.
- Die letzte periodische Kontrolle in vielen Betrieben fand erst vor wenigen Monaten statt.
- Fluchtwege und maximale Personenzahlen sind Schwerpunkte bei unangekündigten Kontrollen.
- Pyrotechnik und offenes Feuer sind in den meisten Lokalen strikt verboten.
- Betreiber führen interne Schulungen und Wartungen durch und arbeiten eng mit Behörden zusammen.
Regelmässige Kontrollen sichern das Nachtleben
Das Zürcher und Winterthurer Nachtleben ist bekannt für seine Vielfalt und ausgelassene Stimmung. Doch hinter den Kulissen sorgen strenge Vorschriften und regelmässige Kontrollen für die Sicherheit der Besucher. Besonders der Brandschutz steht im Fokus der Behörden.
Die Feuerpolizei führt in der Regel jährliche Kontrollen durch. Diese Überprüfungen sind umfassend und decken alle relevanten Aspekte des Brandschutzes ab. Die jüngste Tragödie in Crans-Montana hat die Aufmerksamkeit auf dieses Thema nochmals verstärkt.
Faktencheck Brandschutz
- Gaswerk Winterthur: Letzte periodische Kontrolle im November 2025.
- Salzhaus Winterthur: Kontrolle Ende Oktober 2025.
- Exil Zürich: Überprüfung im August 2025.
- Dynamo Zürich: Unterliegt regelmässigen, auch unangekündigten Kontrollen.
Schwerpunkte bei unangekündigten Überprüfungen
Neben den angekündigten jährlichen Kontrollen führen die Behörden auch unangekündigte Überprüfungen durch. Diese spontanen Besuche dienen dazu, die Einhaltung der Sicherheitsstandards im laufenden Betrieb zu gewährleisten.
Der Fokus liegt dabei klar auf zwei entscheidenden Punkten: den Fluchtwegen und der maximal zulässigen Personenzahl. Offene und freie Fluchtwege sind im Notfall lebensrettend. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass die Kapazität des Lokals nicht überschritten wird, um Panik und Gedränge zu vermeiden.
Ein Sprecher des Zürcher Lokals Exil bestätigte: "Die Feuerpolizei kontrolliert in der Regel jährlich regulär."
Strikte Regeln für Pyrotechnik und internes Management
Die Betreiber der Zürcher und Winterthurer Lokale legen grossen Wert auf die Einhaltung interner Sicherheitsvorschriften. Dies beinhaltet auch den Umgang mit potenziellen Brandgefahren wie Pyrotechnik.
Im Jugendkulturhaus Dynamo gilt beispielsweise ein striktes Feuer- und Pyrotechnikverbot. Eine sensible Brandmeldeanlage unterstützt zusätzlich die Früherkennung von Gefahren. Im Gaswerk Winterthur ist Pyrotechnik nur in bewilligten Ausnahmefällen gestattet.
Viele Lokale verfügen über eigene Sicherheitsbeauftragte für den Brandschutz. Diese Personen sind speziell geschult und verantwortlich für die regelmässige Wartung der Anlagen sowie die Durchführung von internen Schulungen für das Personal. Die Zusammenarbeit mit der Feuerpolizei und anderen Behörden ist dabei eng und kooperativ.
Reaktionen nach der Tragödie in Crans-Montana
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat in der gesamten Schweizer Musikszene eine Welle der Besorgnis ausgelöst. Auch wenn die Zürcher und Winterthurer Lokale bisher keine direkten Auswirkungen in Form von vermehrten Anfragen besorgter Bürger oder zusätzlichen Kontrollen erlebt haben, ist das Thema präsent.
Beizer Michel Péclard, der mehrere Betriebe im Grossraum Zürich führt, äusserte sich kurz nach der Katastrophe öffentlich. Er betonte gegenüber einer Zeitung, dass so etwas in Zürich "nie passiert wäre", da die Feuerpolizei "extrem" kontrolliere. Er reflektierte auch seine früheren Reaktionen gegenüber der Feuerpolizei und zeigte sich beschämt über seine damalige Haltung.
Hintergrund der Diskussion
Die Brandkatastrophe in einem Lokal in Crans-Montana, bei der tragischerweise Menschen ums Leben kamen, hat landesweit eine Debatte über die Sicherheit in Veranstaltungsorten ausgelöst. Besonders der Einsatz von Wunderkerzen in der Walliser Bar wurde kritisch hinterfragt. Dies führte zu einer erhöhten Sensibilität für Brandschutzmassnahmen und Kontrollen in der gesamten Schweiz.
Ungebrochener Feierabend in Zürich und Winterthur
Trotz der nationalen Trauer und der Diskussionen um Brandschutz erlebte das Zürcher Nachtleben einen Freitagabend wie jeden anderen. Bars und Restaurants waren gut besucht. Jugendliche versammelten sich am Hauptbahnhof und genossen den Abend. Ein Konzert in Zürich fand wie geplant statt.
Besucher des Konzerts beschrieben eine ausgelassene Stimmung. Die Notausgänge waren deutlich beschildert und die Türen offen, was die Wege frei hielt. Dies zeigt, dass die Betreiber ihre Verantwortung ernst nehmen und die notwendigen Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten.
Die Verantwortlichen der Zürcher und Winterthurer Konzertlokale sehen derzeit keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. Sie vertrauen auf die bestehenden, regelmässigen Kontrollen und ihre internen Sicherheitskonzepte. Die Sicherheit der Besucher hat für sie oberste Priorität.





