In Winterthur erhalten Jugendliche durch das Projekt «Albtraumwelten» eine einzigartige Plattform, um ihre inneren Belastungen kreativ zu verarbeiten. Das Institut inArtes hat diese Initiative ins Leben gerufen, die jungen Menschen hilft, aus Sorgen und Ängsten künstlerische Werke und positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Die vierte Ausgabe des Projekts findet 2026 in Zusammenarbeit mit der Gutschick-Schule statt.
Wichtige Erkenntnisse
- «Albtraumwelten» ist ein Kreativprojekt für Jugendliche in Winterthur.
- Es hilft jungen Menschen, Druck und Sorgen durch Kunst zu verarbeiten.
- Die vierte Ausgabe findet 2026 mit der Gutschick-Schule statt.
- Die Werke entstehen aus Alltagsabfall und werden öffentlich ausgestellt.
- Das Projekt stärkt die psychische Gesundheit und sensibilisiert die Gesellschaft.
Kreativität als Ventil für jugendliche Belastungen
Viele Jugendliche erleben heute einen enormen Druck. Schulische Anforderungen, die Nachwirkungen der Pandemie und eine globale Lage, die von Krisen geprägt ist, belasten sie stark. Dies zeigt sich in alarmierenden Zahlen bezüglich Depressionen, Suizidgedanken und Schulabsentismus. Hier setzt «Albtraumwelten» an, indem es Kreativität als Bewältigungsstrategie fördert.
Im Rahmen von Werkateliers lernen die Teilnehmenden, ihre Gefühle auszudrücken. Sie entwickeln Strategien, um mit Stress, Druck und den hohen Erwartungen ihres Umfelds umzugehen. Gleichzeitig zielt das Projekt darauf ab, die Gesellschaft für die psychische Gesundheit junger Menschen zu sensibilisieren und das Bewusstsein dafür zu stärken.
Faktencheck
- Das Projekt «Albtraumwelten» geht 2026 in seine vierte Runde.
- Es wird vom Institut inArtes in Winterthur organisiert.
- Partner der aktuellen Ausgabe ist das Schulhaus Gutschick.
Die vierte Edition: «Süss-Air» und neue Impulse
Die aktuelle, vierte Ausgabe des Projekts im Jahr 2026 kooperiert eng mit dem Schulhaus Gutschick in Winterthur. Schülerinnen und Schüler erkunden dabei ihren kreativen Ausdruck in verschiedenen Werkateliers. Deborah Leeser vom Schulhaus Gutschick leitet das szenische Spiel, während Bernadette Braun und Andrea Grieder vom Institut inArtes die Jugendlichen im künstlerischen Gestalten begleiten.
Eine besondere Inspiration liefert das Kunstobjekt «Süss-Air» des Pariser Künstlers Regis-R. Dieser Künstler ist bekannt dafür, ausschliesslich mit Abfallmaterialien zu arbeiten. Die Jugendlichen setzen sich mit grundlegenden Fragen auseinander, wie: Was stützt dich? Wie schützt du dich? Wann blühst du auf? Was ist dein Wert? Was bewegt dich? Diese Fragen dienen als Ausgangspunkt für ihre künstlerische Auseinandersetzung.
«Kunst kann eine transformative Kraft für Individuen und Gesellschaft sein. Gerade das Wohlbefinden von Jugendlichen ist von grosser gesellschaftlicher Bedeutung.»
Andrea Grieder, Leiterin des Instituts inArtes
Alltagsabfall als Material und Symbol
Das Material für die entstehenden Kunstwerke stammt bewusst aus dem Alltag der Jugendlichen. Trottis vom Schulhausareal, Karton, Schachteln, alte Schirme, Aludosen, PET-Flaschen oder sogar ein ausrangiertes Elektroauto und ein Fahrrad aus der Mülltonne werden zu neuen Objekten. Dieser Ansatz ist nicht nur praktisch, sondern auch symbolisch tiefgründig.
Abfall steht hier nicht nur als Werkstoff zur Verfügung. Er symbolisiert auch das, was im Leben der Jugendlichen zu viel geworden ist: die Flut von Bildern und Informationen von aussen, unzählige Anforderungen und Erwartungen, aber auch innerer Stress und Druck. Durch die Transformation dieser Materialien erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Belastungen in etwas Neues und Sinnvolles umzuwandeln.
Hintergrund des Instituts inArtes
Das Institut inArtes bildet in einem dreieinhalbjährigen berufsbegleitenden Studiengang Kunsttherapeutinnen und Kunsttherapeuten aus. Mit Projekten wie «Albtraumwelten» übernimmt das Institut aktiv Verantwortung für das psychische Wohlbefinden in der Gesellschaft. Dies unterstreicht die Überzeugung, dass Kunst eine wichtige Rolle bei der Förderung der mentalen Gesundheit spielen kann.
Erfolgreiche Vergangenheit und Blick in die Zukunft
Das Projekt «Albtraumwelten» blickt auf eine dreijährige, erfolgreiche Geschichte zurück. Das erste Pilotprojekt entstand mit einem Jugendlichen und dem Künstler Adero R., der nach einem dreitägigen Werkatelier drei Schaufenster gestaltete. Im Jahr 2024 folgte eine intensive Zusammenarbeit mit der Primarschule des Altstadt-Schulhauses in Winterthur.
Im Jahr 2025 arbeitete das Projektteam mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum des Kantonsspitals Winterthur zusammen. Diese Erfahrungen zeigen die Vielseitigkeit und den breiten Anwendungsbereich des kreativen Ansatzes. Jede Edition hat gezeigt, wie wirkungsvoll Kunst als therapeutisches Mittel eingesetzt werden kann.
Ausstellung der Werke in Winterthur
Die im aktuellen Projekt entstandenen Werke werden vom 17. März bis zum 7. April 2026 in den Schaufenstern der Steinberggasse in Winterthur ausgestellt. Kurze, poetische Texte begleiten die Installationen. Diese Texte sollen Passanten einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt der jungen Künstlerinnen und Künstler ermöglichen und zum Nachdenken anregen.
Die Vernissage findet am 17. März von 18.45 bis 20.45 Uhr in der Stadtbibliothek Winterthur statt. Besucher können sich auf einen Apéro und einen geführten Rundgang freuen, bei dem sie die Gelegenheit haben, die Werke und ihre Botschaften aus erster Hand zu erleben. Dies bietet eine wertvolle Gelegenheit für die Öffentlichkeit, sich mit den Herausforderungen und der Kreativität der Jugendlichen auseinanderzusetzen.
Bernadette Braun vom Institut inArtes betont den präventiven Gedanken des Projekts. Junge Menschen sollen Werkzeuge erhalten, um ihre Gefühle auszudrücken, Stabilität zu entwickeln und ihre eigene Zukunft aktiv zu gestalten. Das Projekt leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Resilienz und des Selbstvertrauens bei Jugendlichen.
- Ausstellung: 17. März bis 7. April 2026
- Ort: Schaufenster der Steinberggasse, Winterthur
- Vernissage: 17. März, 18.45 bis 20.45 Uhr
- Ort Vernissage: Stadtbibliothek Winterthur





