Die Kantonspolizei Zürich hat sechs Jugendliche festgenommen, die mutmasslich als sogenannte «Pädo-Jäger» agierten. Die Festnahmen erfolgten nach einer Reihe von Übergriffen, bei denen Männer in Online-Chats zu Treffen mit angeblich minderjährigen Mädchen gelockt und anschliessend körperlich attackiert wurden. Die Beschuldigten sind zwischen 14 und 18 Jahre alt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Sechs Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren festgenommen.
- Die Gruppe wird verdächtigt, Männer als «Pädo-Jäger» angelockt und angegriffen zu haben.
- Drei ähnliche Fälle ereigneten sich zwischen November 2025 und Januar 2026 in Embrach.
- Die Opfer wurden mit Schlägen und Fusstritten verletzt, in einem Fall kam es auch zu Raub.
- Die Ermittlungen zu den genauen Abläufen und weiteren Beteiligten dauern an.
Festnahmen nach umfangreichen Ermittlungen
Nach intensiven Ermittlungen konnte die Kantonspolizei Zürich am vergangenen Dienstag fünf mutmassliche Täter festnehmen. Eine sechste tatverdächtige Person befand sich bereits in Untersuchungshaft. Diese Festnahmen sind ein wichtiger Schritt in der Aufklärung einer Serie von Delikten, die in der Region Besorgnis ausgelöst haben.
Die Gruppe soll sich in Online-Chats als minderjährige Mädchen ausgegeben haben, um erwachsene Männer zu einem Treffen zu locken. Sobald die Männer am vereinbarten Ort erschienen, wurden sie von den mutmasslichen Tätern konfrontiert und körperlich angegriffen.
Faktencheck
- Alter der Festgenommenen: 14 bis 18 Jahre.
- Nationalitäten: Schweiz, Kosovo, Italien, Deutschland, Irak.
- Anzahl der bekannten Fälle: Drei.
- Zeitraum der Delikte: November 2025 bis Januar 2026.
Drei ähnliche Fälle in kurzer Zeitspanne
Die Behörden registrierten zwischen November 2025 und Januar 2026 drei Fälle mit einer auffälligen Ähnlichkeit im Vorgehen. Der erste Vorfall ereignete sich am 29. November 2025. Ein damals 21-jähriger Schweizer wurde nach Embrach gelockt, wo er von mehreren Personen attackiert wurde. Er erlitt dabei Verletzungen am Kopf und Körper durch Schläge und Fusstritte.
Nur kurze Zeit später, Anfang Dezember 2025, kam es in Embrach zu einem weiteren, ähnlich gelagerten Delikt. Ein 18-jähriger Afghane wurde angegriffen und verletzt. Anfang Januar 2026 folgte ein dritter Fall, bei dem ein 20-jähriger Afghane ebenfalls in Embrach attackiert, verletzt und zudem beraubt wurde.
«Die Vorgehensweise in allen drei Fällen weist starke Parallelen auf. Dies lässt darauf schliessen, dass dieselbe Tätergruppierung verantwortlich ist», erklärte ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich.
Hintergrund der «Pädo-Jäger»-Phänomene
Was sind «Pädo-Jäger»?
Der Begriff «Pädo-Jäger» bezeichnet Personen oder Gruppen, die sich online als Minderjährige ausgeben, um mutmassliche Pädophile zu identifizieren. Ziel ist es oft, ein Treffen zu arrangieren, um die Männer dann zu konfrontieren, blozustellen oder sogar anzugreifen. Diese Art von Selbstjustiz ist in der Schweiz illegal und kann schwerwiegende rechtliche Konsequenzen für die Beteiligten haben.
Die Kantonspolizei betont, dass solche Aktionen der Selbstjustiz nicht toleriert werden können. Auch wenn die Motivation der Täter vermeintlich ehrenwert erscheinen mag, ist die Anwendung von Gewalt und die Umgehung des Rechtsstaates inakzeptabel. Die Aufklärung von Straftaten und die Bestrafung von Tätern obliegt ausschliesslich den staatlichen Behörden.
Die Rolle der Justiz und Prävention
Die sechs festgenommenen Jugendlichen stammen aus verschiedenen Ländern: der Schweiz, dem Kosovo, Italien, Deutschland und dem Irak. Ihre unterschiedliche Herkunft unterstreicht die Komplexität solcher Phänomene in einer multikulturellen Gesellschaft. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die genauen Tatabläufe zu rekonstruieren und festzustellen, ob weitere Personen an den Übergriffen beteiligt waren.
Die Justiz wird die Verantwortung der einzelnen Jugendlichen klären müssen. Dabei spielen Faktoren wie das Alter der Täter, ihre Beteiligung an den Taten und mögliche Vorstrafen eine wichtige Rolle. Für Jugendliche unter 18 Jahren kommt das Jugendstrafrecht zur Anwendung, das auf Erziehung und Resozialisierung ausgerichtet ist.
Wichtigkeit der offiziellen Ermittlungswege
- Bürger sollten Verdachtsfälle immer den offiziellen Behörden melden.
- Selbstjustiz ist strafbar und kann schwerwiegende Folgen haben.
- Die Polizei verfügt über die notwendigen Mittel zur Ermittlung und Strafverfolgung.
- Prävention und Aufklärung sind entscheidend, um solche Delikte zu verhindern.
Die Kantonspolizei Zürich ruft die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Online-Aktivitäten oder Hinweise auf Straftaten umgehend zu melden. Nur so kann eine effektive Strafverfolgung gewährleistet und die Sicherheit aller Bürger geschützt werden. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern an, und weitere Informationen werden zu gegebener Zeit veröffentlicht.





