Der FC Winterthur musste sich am Sonntagnachmittag auf der ausverkauften Schützenwiese dem FC Basel mit 1:2 geschlagen geben. Trotz zahlreicher hochkarätiger Chancen verpassten die Eulachstädter den verdienten Punktgewinn gegen den amtierenden Schweizer Meister.
Wichtige Punkte
- Winterthur dominierte über weite Strecken und erspielte sich viele Torchancen.
- Basel zeigte sich äusserst effizient und nutzte seine wenigen Gelegenheiten.
- Ein umstrittener Elfmeter und ein später Treffer entschieden die Partie.
- Für Basel war es ein wichtiger Sieg, während Winterthur im Abstiegskampf verharrt.
Spannender Beginn und Basler Führung
Die Partie am 16. Spieltag der Brack Super League startete mit viel Kampf und zahlreichen Ungenauigkeiten auf beiden Seiten. Der tiefe Rasen nach anhaltendem Regen erschwerte das Passspiel sichtlich. Der FC Winterthur agierte in einer 4-2-3-1-Formation, während Basel mit einem 4-4-2 auflief. Die Gastgeber zeigten sich von Beginn an mutig und suchten den Weg nach vorne.
Bereits in der Anfangsphase erspielte sich Winterthur erste Möglichkeiten. Dansoko scheiterte aus spitzem Winkel an Basels Torhüter Hitz. Kurz darauf hatte Hunziker aus nur zwei Metern die Führung auf dem Fuss, verfehlte aber das Tor. Die Basler Abwehr wirkte oft unorganisiert und liess den Winterthurern zu viel Raum.
Faktencheck zur Halbzeit
- Chancenverhältnis: 20:7 für Winterthur nach 55 Minuten.
- Ballbesitz: Basel hatte in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz, Winterthur dominierte aber die gefährlichen Aktionen.
- Ergebnis: Basel führte zur Pause glücklich mit 1:0.
In der 29. Minute kam es zur kalten Dusche für die Hausherren. Nach einem langen Ball in den Strafraum gelangte der Ball über Tsunemoto und Soticek glücklich zu Xherdan Shaqiri. Dieser zog aus elf Metern ab und traf ins untere rechte Eck zur überraschenden Führung für den FC Basel. Ein Treffer, der dem Spielverlauf überhaupt nicht entsprach.
Winterthur drückt auf den Ausgleich
Trotz des Rückstands liess sich Winterthur nicht beirren. Sie spielten weiter nach vorne und erarbeiteten sich eine Chance nach der anderen. Jankewitz und Hunziker scheiterten kurz nacheinander am Basler Schlussmann Hitz und an der Torlinie. Besonders Maluvunu, der zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, brachte frischen Wind in die Offensive der Eulachstädter.
"Das geht schon fast in Richtung Fahrlässigkeit, die Winterthurer lassen hier auch nach der Pause riesige Chancen liegen." – Ein Kommentar zur Chancenverwertung des FCW
Hintergrundinformationen
Der FC Winterthur steht nach 15 Spielen mit nur neun Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Der Rückstand auf den Barrageplatz beträgt fünf Punkte. Für den FC Basel lief es in der Liga zuletzt ebenfalls nicht nach Wunsch; in den letzten vier Meisterschaftsspielen holten die Bebbis nur drei Punkte. Eine Niederlage in Winterthur hätte Trainer Ludovic Magnin zusätzlich unter Druck gesetzt.
Der hochverdiente Ausgleich fiel schliesslich in der 55. Minute. Maluvunu setzte sich auf der linken Seite stark durch, drang in den Strafraum ein und flankte gefühlvoll auf Hunziker. Dieser köpfte den Ball unhaltbar ins linke Eck – 1:1. Die Schützenwiese tobte, und die Hoffnung auf einen Punktgewinn lebte wieder auf.
Umstrittener Elfmeter und später Nackenschlag
Nach dem Ausgleich verlagerte sich das Spielgeschehen zunehmend in die Winterthurer Hälfte. Basel versuchte nun, die Kontrolle zu übernehmen, tat sich aber schwer, gefährliche Aktionen zu kreieren. In der 65. Minute gab es eine heikle Szene im Winterthurer Strafraum: Shaqiri wurde von Diaby angegangen, Schiedsrichter Fähndrich entschied zunächst nicht auf Elfmeter. Doch nach Intervention des VAR und einer Überprüfung am Bildschirm zeigte Fähndrich auf den Punkt. Diaby hatte Shaqiri getroffen.
Xherdan Shaqiri trat selbst an und verwandelte den Elfmeter souverän zum 1:2 für Basel. Eine bittere Pille für Winterthur, das sich durch diese Entscheidung benachteiligt fühlte. Die Körpersprache von Shaqiri, der bereits zuvor durch theatralische Einlagen aufgefallen war, sorgte für Diskussionen.
Die Schlussphase: Winterthur kämpft vergeblich
In der verbleibenden Spielzeit warfen die Winterthurer alles nach vorne. Sie erspielten sich weiterhin gute Möglichkeiten. Maluvunu traf in der 70. Minute mit einem Schlenzer den Pfosten. Auch Cueni kam nach einem Eckball zum Abschluss, konnte Hitz aber nicht überwinden.
Die Basler Defensive stand in den letzten Minuten unter Dauerdruck. Winterthur drängte auf den erneuten Ausgleich, doch die Effizienz, die sie in den ersten Phasen des Spiels vermissen liessen, fehlte auch in der Schlussphase. Selbst sechs Minuten Nachspielzeit reichten nicht aus, um das Blatt noch zu wenden.
Fazit: Effizienz schlägt Chancenflut
Der FC Basel feierte einen glücklichen, aber wichtigen Auswärtssieg auf der Schützenwiese. Die Bebbis zeigten sich äusserst effizient und nutzten ihre wenigen Chancen eiskalt aus. Für den FC Winterthur ist die Niederlage äusserst bitter. Sie spielten über weite Strecken dominant, erspielten sich zahlreiche Topchancen, konnten diese aber nicht in Tore ummünzen. Die schwächste Abwehr der Liga (42 Gegentore) und die schwächste Offensive (19 Tore) bleiben eine grosse Baustelle für Trainer Patrick Rahmen.
Die kurzzeitige Euphorie nach dem Auswärtssieg gegen Luzern ist nach der Cup-Niederlage und dieser unglücklichen Heimniederlage wieder verflogen. Für Winterthur geht der Abstiegskampf weiter, während Basel mit diesem Sieg etwas Luft im Kampf um die oberen Tabellenplätze verschaffen konnte.





