Der SC Bern hat am Dienstagabend im PostFinance-Arena ein entscheidendes Spiel im Kampf um die Play-In-Plätze verloren. Gegen den EHC Kloten kassierten die Berner 34 Sekunden vor Schluss den Ausgleich zum 1:1, um dann in der Verlängerung das Spiel mit 1:2 zu verlieren. Dieser Ausgang ist für den SCB ein herber Rückschlag, besonders angesichts der Bedeutung der drei Punkte für die Tabelle.
Wichtige Erkenntnisse
- Der SC Bern verlor gegen Kloten mit 1:2 nach Verlängerung.
- Bern kassierte den Ausgleich 34 Sekunden vor Schluss.
- Die Berner Führung durch Thierry Schild hielt lange Zeit.
- Die Niederlage verschärft den Kampf um die Play-In-Plätze.
- Der SCB zeigte über weite Strecken eine defensive Spielweise.
Später Schock und enttäuschende Verlängerung
Das Spiel schien für den SC Bern lange Zeit nach Plan zu verlaufen. Eine frühe Führung durch Thierry Schild in der zweiten Minute gab den Bernern die nötige Sicherheit. Die Strategie des Teams von Headcoach Heinz Ehlers war klar: Die knappe Führung über die Zeit bringen. Dies gelang über weite Strecken der Partie.
Doch im Eishockey können Sekunden entscheidend sein. Kloten, das über weite Strecken offensiv harmlos wirkte, nutzte eine der letzten Chancen. 34 Sekunden vor der Schlusssirene, als Kloten bereits den Torhüter vom Eis genommen hatte, fiel der Ausgleichstreffer. Diese späte Wendung schockierte die Berner Spieler und Fans gleichermassen. Die anschliessende Verlängerung war von Verunsicherung und mangelndem Tempo geprägt, ehe Klotens Verteidiger Max Lindroth einen Sololauf zum Siegtreffer vollendete.
Spiel-Fakten
- Torschütze SCB: Thierry Schild (nach 104 Sekunden)
- Ausgleich Kloten: 34 Sekunden vor Schluss
- Siegtreffer Kloten: Max Lindroth in der Verlängerung
- Torschüsse Kloten (nach zwei Dritteln): Nur 9
Defensive Stärke, offensive Schwäche
Der SC Bern zeigte im ersten Drittel eine dominante Leistung. Die Berner monopolisierten den Puckbesitz und liessen dem Gegner kaum Raum. Kloten kam im Startdrittel praktisch zu keinen Torschüssen. Sandro Zurkirchen im Berner Tor musste kaum eingreifen. Thierry Schild, der nach seiner Ausleihe an Visp zurückkehrte und dort in sieben Spielen zehn Skorerpunkte erzielte, traf bereits nach 104 Sekunden zur Führung. Er profitierte dabei von einem präzisen Zuspiel Tristan Scherweys bei einem 2-gegen-1-Konter.
„Es hätte ein so wichtiger Sieg für den SCB sein können. Im Strichkampf heiligt der Zweck bekanntlich die Mittel. Auch ein 1:0-Erfolg in einem sehr, sehr zähen Spiel ist drei Punkte wert.“
Doch nach dem starken Start liess der SCB nach. Anstatt aktiv auf das 2:0 zu drängen, verwaltete das Team die Führung. Dies führte zu einem taktischen Geplänkel, bei dem die Berner defensiv gut standen, aber offensiv kaum noch Akzente setzten. Kloten fand lange Zeit keine Mittel, um die Berner Abwehr zu überwinden, doch die passive Haltung des SCB rächte sich am Ende.
Die Bedeutung der Olympiapause
Nach der langen Olympiapause fand der SCB schnell in den Rhythmus. Das war eine positive Überraschung. Doch die Kaderentwicklung der letzten Wochen zeigt auch Schwächen. Der Zuzug von Mike Sgarbossa und das Comeback von Benjamin Baumgartner hatten dem Team mehr Breite auf der Center-Position gegeben. Diese Spieler brachten das nötige Tempo ins Spiel. Nun fehlen Benjamin Baumgartner aufgrund einer Verletzung und auch Marco Lehmann fällt aus. Dies macht sich im Berner Spiel bemerkbar.
Hintergrund der Verletzungen
Der SC Bern kämpft in dieser Saison immer wieder mit Verletzungen. Der Ausfall von Schlüsselspielern wie Benjamin Baumgartner und Marco Lehmann schwächt die Mannschaft im entscheidenden Saisonabschnitt erheblich. Besonders das fehlende Tempo und die Kreativität im Angriff sind spürbar, wenn diese Spieler nicht auf dem Eis stehen.
Pflichtsiege und der Strichkampf
Die Niederlage gegen Kloten ist für den SCB besonders bitter, da es sich um einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Play-In-Plätze handelt. Mit einem Sieg hätte sich Bern fünf Spiele vor Schluss um sechs Punkte von Rang 11 absetzen können. Nun sind es nur noch vier Punkte Vorsprung auf Biel, und ein Direktduell gegen die Seeländer steht am kommenden Samstag an. Dieses Spiel könnte zum Showdown um den letzten Play-In-Platz werden.
Die Fans machten ihren Unmut deutlich. Bereits nach 60 Minuten gab es Pfiffe, die nach der feststehenden Niederlage lauter wurden. Selbst als Verteidiger Anton Lindholm zur Best-Player-Ehrung schritt, verstummten die Pfiffe nicht. Dies zeigt den grossen Frust über die verpasste Chance und die Art und Weise, wie die Punkte noch aus der Hand gegeben wurden.
Ausblick auf die kommenden Spiele
Der SC Bern muss sich schnell fangen. Die kommenden Spiele sind entscheidend, um den Play-In-Platz zu sichern. Das Duell gegen Biel wird wegweisend sein. Das Team muss lernen, eine Führung auch in den letzten Sekunden zu verteidigen und offensiv wieder mehr Akzente zu setzen, um nicht nur auf die Defensive angewiesen zu sein. Die Fans erwarten eine Reaktion und mehr Entschlossenheit in den verbleibenden Partien.
Die Mannschaft wirkt momentan wie eine Baustelle, bei der es immer wieder an verschiedenen Stellen hakt. Diese Unstetigkeit muss der SCB in den Griff bekommen, um die Saison erfolgreich abzuschliessen. Die drei Punkte gegen Kloten wären ein wichtiger Schritt gewesen, der nun verpasst wurde. Der Druck auf das Team und den Trainerstab steigt mit jedem Spiel.
- Nächstes Spiel: Direktduell gegen Biel am Samstag
- Tabellensituation: Nur 4 Punkte Vorsprung auf Biel
- Fanreaktion: Deutliche Pfiffe nach der Niederlage





