Die Sektion Schaffhausen–Nordostschweiz des Berufsverbands Les Routiers Suisses hat am 14. März in Henggart ihre 35. Generalversammlung abgehalten. Neben wichtigen Wahlen und der Ehrung langjähriger Mitglieder stand vor allem ein Thema im Fokus: die komplexen Daten des digitalen Tachographen und deren Bedeutung für den Berufsalltag der Chauffeure.
Stabilität im Vorstand und ein neues Gesicht
Die diesjährige Versammlung in Henggart, geleitet von Präsidentin Susanne Ott, zog zahlreiche Mitglieder und Gäste aus der ganzen Schweiz an. Die formellen Traktanden wurden zügig behandelt, was den Fokus auf die personellen und inhaltlichen Weichenstellungen für die Zukunft legte. Eine zentrale Nachricht für die Mitglieder war die Bestätigung, dass der Jahresbeitrag unverändert bleibt.
Bei den Vorstandswahlen setzte die Sektion auf eine Mischung aus Kontinuität und Erneuerung. Elsbeth Mombelli wurde in ihrem Amt als Kassiererin bestätigt und wird ihre wichtige Arbeit für die Finanzen des Vereins fortführen. Ebenso bleibt Ueli Güttinger als Verantwortlicher für die Chauffeurzulassungsverordnung (CZV) im Amt, ein Bereich von zentraler Bedeutung für die Weiterbildung der Fahrer.
Neu im Vorstandsteam ist Andreas Breitenmoser, der zum Aktuar gewählt wurde. Er übernimmt eine Schlüsselrolle in der Administration und Protokollführung der Sektion. Die Versammlung bestätigte zudem Marcel Willi und Roger Möckli als Revisoren sowie Elsbeth Mombelli und Cedric Ott als Delegierte, die die Interessen der Sektion auf nationaler Ebene vertreten werden.
Die wichtigsten Ergebnisse der Versammlung
- Vorstandswahlen: Elsbeth Mombelli (Kassiererin) und Ueli Güttinger (CZV-Verantwortlicher) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Andreas Breitenmoser wurde neu zum Aktuar gewählt.
- Jahresbeitrag: Der Mitgliedsbeitrag für das kommende Jahr bleibt stabil und wird nicht erhöht.
- Fokus auf ARV 1: Ein Fachvortrag über die Arbeits- und Ruhezeitverordnung und die Daten aus digitalen Tachographen stiess auf grosses Interesse.
- Verbandszusammenarbeit: Grussworte und Dankesreden von Vertretern des Zentralverbands und der ASTAG unterstrichen die gute Zusammenarbeit.
Einblicke in die digitale Welt des Fahrens
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Fachvortrag von Marcel «Cello» Hafen zur Arbeits- und Ruhezeitverordnung (ARV 1). Dieses Thema ist für Berufschauffeure von existenzieller Bedeutung, da die Einhaltung der Vorschriften streng kontrolliert wird und Verstösse empfindliche Strafen nach sich ziehen können.
Hafen konzentrierte sich auf die Daten, die aus der Fahrerkarte und dem digitalen Tachographen ausgelesen werden können. Er erläuterte detailliert, welche Informationen das Gerät speichert und wie diese von den Behörden interpretiert werden. Für die anwesenden Chauffeure war dies eine Gelegenheit, ihr Wissen aufzufrischen und spezifische Fragen aus ihrem Berufsalltag zu klären. Die rege Beteiligung zeigte, wie gross der Informationsbedarf in diesem Bereich ist.
Die Bedeutung der ARV 1 im Alltag
Die ARV 1 regelt die maximalen Lenkzeiten, die obligatorischen Pausen und die täglichen sowie wöchentlichen Ruhezeiten. Der digitale Tachograph zeichnet jede Bewegung des Fahrzeugs sowie die Aktivitäten des Fahrers lückenlos auf. Jeder Fahrer ist persönlich dafür verantwortlich, dass diese Daten korrekt erfasst und die Vorschriften eingehalten werden.
Was der digitale Tachograph aufzeichnet
- Lenk- und Ruhezeiten
- Gefahrene Kilometer und Geschwindigkeit
- Arbeitsbereitschaft und sonstige Arbeiten
- Identität des Fahrers durch die Fahrerkarte
- Fahrzeugwechsel und manuelle Nachträge
Der Vortrag machte deutlich, dass ein tiefes Verständnis der Technik und der gesetzlichen Grundlagen unerlässlich ist, um im Strassenverkehr rechtssicher unterwegs zu sein. Themen wie manuelle Nachträge bei Schichtbeginn oder der korrekte Umgang mit Fähr- und Zugüberfahrten wurden praxisnah besprochen.
Starke Partnerschaften und Ehrungen
Die Generalversammlung bot auch Raum für den Austausch mit Partnerorganisationen. Marcel Perrenoud, Vizepräsident des Zentralvorstandes von Les Routiers Suisses, überbrachte Grüsse von der nationalen Leitung und informierte über aktuelle politische Themen, die den Berufsstand betreffen. Er betonte die Wichtigkeit des Zusammenhalts innerhalb des Verbandes, um die Interessen der Chauffeure wirksam vertreten zu können.
Über Les Routiers Suisses
Les Routiers Suisses ist der grösste Berufsverband für Chauffeure in der Schweiz. Er wurde 1957 gegründet und setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Sicherheit im Strassenverkehr und das Ansehen des Chauffeurberufs ein. Der Verband bietet seinen Mitgliedern Rechtsberatung, Weiterbildungen und eine starke politische Stimme.
Auch die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nutzfahrzeugverband (ASTAG) wurde gewürdigt. Patrick Wäckerlin, Präsident der ASTAG Sektion Schaffhausen, bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit. Peter Schnyder von der ASTAG Zürich schloss sich dem Dank an und hob die gute Kooperation in der paritätischen Kommission hervor.
Die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Verbänden ist entscheidend, um die Herausforderungen in der Transportbranche gemeinsam zu meistern.
Ein emotionaler Moment der Versammlung war das Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder. In einer Schweigeminute ehrte die Gemeinschaft ihre Kollegen. Anschliessend wurden mehrere Mitglieder für ihre langjährige Treue zum Verband ausgezeichnet. Diese Ehrungen sind ein wichtiges Zeichen der Anerkennung für das Engagement und die Loyalität, die das Fundament des Vereinslebens bilden.
Ausblick und gesellschaftlicher Abschluss
Zum Abschluss der formellen Versammlung richtete Präsidentin Susanne Ott das Wort an die Anwesenden. Sie dankte nicht nur den Mitgliedern und dem Vorstandsteam für ihren Einsatz, sondern schloss ausdrücklich auch die Partnerinnen und Partner der Vorstandsmitglieder in ihren Dank ein. Ihre Unterstützung im Hintergrund sei von unschätzbarem Wert für die ehrenamtliche Arbeit.
Nach den intensiven Diskussionen und dem informativen Vortrag ging der Abend in einen gemütlichen Teil über. Bei einem gemeinsamen Nachtessen und Dessert wurde die Gelegenheit genutzt, um in entspannter Atmosphäre weiter zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und das Netzwerk zu pflegen. Der Abend klang erst spät aus und stärkte den Zusammenhalt innerhalb der Sektion, der für die Bewältigung der täglichen Herausforderungen auf der Strasse unerlässlich ist.





