Mönchaltorf steht vor einer bedeutenden Anpassung im öffentlichen Nahverkehr. Eine neue Busbevorzugungsanlage soll auf der Uster- und Gossauerstrasse die Effizienz der geplanten Buslinie 866 verbessern. Der Gemeinderat hat nach intensiven Beratungen die Bestvariante für das Projekt als geeignet befunden und ebnet damit den Weg für eine modernere ÖV-Infrastruktur. Ein Testbetrieb ist für den Herbst 2027 vorgesehen.
Wichtige Erkenntnisse
- Neue Buslinie 866 Esslingen–Wetzikon ab Dezember 2030 geplant.
- Lichtsignalanlage soll Busse an Engstellen bevorzugen.
- Gemeinderat Mönchaltorf stimmt der Bestvariante zu.
- Erster Testbetrieb frühestens im Herbst 2027.
- Neue Bushaltestelle «In der Schwerzi» in Planung.
Neue Buslinie 866 soll ÖV-Angebot erweitern
Die geplante Buslinie 866 zwischen Esslingen und Wetzikon soll das öffentliche Verkehrsnetz in der Region Mönchaltorf deutlich aufwerten. Sie ergänzt die bereits bestehende Linie 842 und verbessert insbesondere die Anbindung an den Bahnhof Wetzikon. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Mobilität der Bevölkerung zu erhöhen und Pendelzeiten zu verkürzen.
Die Einführung der Linie 866 ist frühestens für den Fahrplanwechsel im Dezember 2030 vorgesehen. Dies hat der Gemeinderat von Mönchaltorf in Abstimmung mit den Verkehrsbetrieben Zürcher Oberland (VZO) bekannt gegeben. Der Startzeitpunkt hängt von der Umsetzung des Betriebs- und Gestaltungskonzepts (BGK) ab, das bereits im Mai 2023 in die Vernehmlassung ging.
«Die neue Buslinie 866 ist ein Meilenstein für die ÖV-Erschliessung unserer Gemeinde und stärkt die Verbindung zum regionalen Zentrum Wetzikon.»
Herausforderungen durch Verkehrsbelastung
Die Strecke der neuen Linie führt durch verkehrsreiche Abschnitte, insbesondere im Bereich der Einmündung Gossauerstrasse/Usterstrasse sowie bei der Engstelle an der Kirchenmauer. Diese Punkte stellen ohne gezielte Massnahmen eine Herausforderung für den pünktlichen Busbetrieb dar. Eine Studie des Ingenieurbüros prognostiziert bei rund 10 Fahrgästen pro Kurs, was etwa 200 Fahrgästen pro Tag entspricht, dass Verlustzeiten und Einschränkungen im Begegnungsverkehr mit Lastwagen auftreten würden.
Faktencheck Buslinie 866
- Starttermin: Frühestens Dezember 2030
- Verkehrsaufkommen: ca. 200 Fahrgäste pro Tag
- Problemzonen: Einmündung Gossauerstrasse/Usterstrasse, Engstelle Kirchenmauer
Buspriorisierung durch Lichtsignalanlage
Um die Pünktlichkeit und den reibungslosen Ablauf der Buslinie 866 zu gewährleisten, ist eine Busbevorzugungsanlage geplant. Diese Anlage soll in Form einer Lichtsignalanlage umgesetzt werden. Sie wird nur dann aktiviert, wenn ein Bus angemeldet wird. Dies stellt sicher, dass der Bus die Engstellen passieren kann, ohne den restlichen Verkehr unnötig zu behindern.
Der Gemeinderat von Mönchaltorf hat sich im März 2026 intensiv mit dem Tiefbauamt des Kantons Zürich und den VZO ausgetauscht. Nach eingehender Prüfung wurde die gewählte Bestvariante als optimal beurteilt. Ein zentraler Vorteil ist, dass die Ausfahrt von der Rällikerstrasse in die Usterstrasse bei Rotphasen für den Bus weiterhin möglich bleibt. Dies verhindert eine Unterbrechung des Verkehrsflusses in Richtung Uster.
Minimale Auswirkungen auf den Strassenverkehr
Die Auswirkungen der Anlage auf das kommunale Strassennetz werden als vertretbar eingeschätzt. Die Schaltzeiten sind kurz und die Anzahl der Busanmeldungen pro Stunde ist gering. Dies minimiert Störungen für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Auch Eingriffe in das Ortsbild sollen so gering wie möglich gehalten werden. Eine Verlegung der Kirchenmauer, die eine Engstelle darstellt, ist nicht notwendig und würde die Notwendigkeit der Anlage nicht beeinflussen.
Hintergrund: Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK)
Das BGK Usterstrasse, welches im Mai 2023 zur Vernehmlassung vorgelegt wurde, ist die Grundlage für die geplanten Infrastrukturmassnahmen. Es untersucht verschiedene Varianten zur Busbevorzugung und wurde von den beteiligten Gemeinden, einschliesslich Mönchaltorf, grundsätzlich befürwortet. Die Koordination zwischen kantonalen und kommunalen Projekten ist entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung.
Testbetrieb und weitere Planungen
Bevor die Busbevorzugungsanlage endgültig realisiert wird, ist ein detaillierter Testbetrieb vorgesehen. Dieser soll frühestens im Herbst 2027 stattfinden. Die genaue Ausgestaltung des Testbetriebs wird gemeinsam mit der Gemeinde Mönchaltorf abgestimmt. Dies ermöglicht eine praxisnahe Erprobung und gegebenenfalls Anpassungen vor der finalen Umsetzung.
Parallel zu den Vorbereitungen für die Busbevorzugung plant die Gemeinde Mönchaltorf im Jahr 2027 die Erneuerung der Trinkwasserleitung im betroffenen Abschnitt. Die Koordination der Schnittstellen zwischen dem Kantonsprojekt und den gemeindeeigenen Werkleitungen muss bis Herbst 2026 abgeschlossen sein. So können die Arbeiten im Winter 2026 ausgeschrieben werden, um Effizienz und Synergien zu nutzen.
Neue Haltestelle «In der Schwerzi»
Im Zuge der neuen Buslinie 866 bietet sich auch die Gelegenheit, eine zusätzliche Bushaltestelle namens «In der Schwerzi» im Bereich des Werkhofs zu schaffen. Diese Haltestelle soll im Zusammenhang mit einem kantonalen Radwegprojekt realisiert werden. Der Gemeinderat spricht sich für eine Fahrbahnhaltestelle ohne Bucht aus, um den Werkbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Sollte die Buslinie 866 früher starten als geplant, wäre eine provisorische Lösung für die Haltestelle notwendig. Der Gemeinderat von Mönchaltorf hat der Studie zur ÖV-Bevorzugungsanlage grundsätzlich zugestimmt. Allerdings behält er sich eine erneute Prüfung vor, falls es zu wesentlichen Änderungen im Projektverlauf kommt. Die Bevölkerung wird laufend über den Projektstand informiert; eine öffentliche Informationsveranstaltung ist ebenfalls geplant, um Transparenz zu gewährleisten und Fragen zu beantworten.





