Ein neuer semistationärer Blitzer in Winterthur-Töss hat innerhalb von nur sieben Wochen Einnahmen von rund 700'000 Franken generiert. Diese beeindruckende Summe bricht alle bisherigen Rekorde der Stadt und zeigt, dass viele Autofahrer die seit Dezember 2023 geltende Tempo-60-Zone noch nicht verinnerlicht haben.
Wichtigste Punkte
- Neuer Blitzer in Winterthur-Töss generierte 700'000 Franken in 7 Wochen.
- Dies entspricht etwa 15'555 Franken pro Tag.
- Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde wegen Unfallhäufung auf Tempo 60 gesenkt.
- Der Blitzer steht rund 250 Meter nach dem Tempo-60-Schild.
- Die Stadtpolizei erwartet erst im Frühjahr Daten zur Unfallreduktion.
Rekordeinnahmen in kurzer Zeit
Seit Mitte September steht der Blitzer an der Einmündung von Brütten in Töss. Die Stadtpolizei Winterthur bestätigte, dass die Einnahmen bis Ende Oktober bei 700'000 Franken lagen. Hochgerechnet auf 45 Tage bedeutet dies tägliche Einnahmen von über 15'500 Franken. Dieser Wert übertrifft den bisherigen Rekord aus Wülflingen, wo im gesamten Jahr 560'000 Franken durch Blitzer eingenommen wurden.
Die Messstelle befindet sich auf einer dreispurigen Strasse. Früher galt hier Tempo 80. Nach einer Reihe von Unfällen bei der Einmündung beschloss der Stadtrat im Dezember 2023, die Höchstgeschwindigkeit auf 60 Kilometer pro Stunde zu senken. Die Massnahme wurde Anfang 2024 amtlich publiziert und im September 2024 umgesetzt.
Faktencheck Blitzer Winterthur
- Standort: Töss, bei der Einmündung von Brütten
- Startzeitpunkt: Mitte September 2024
- Einnahmen bis Ende Oktober: 700'000 CHF
- Tägliche Einnahmen: ca. 15'555 CHF
- Grund für Tempo 60: Unfallhäufung
- Platzierung des Blitzers: 250 Meter nach dem Tempo-60-Schild
Hintergrund der Temporeduktion
Die Entscheidung zur Reduzierung der Geschwindigkeit war eine Reaktion auf wiederholte Unfälle an diesem Strassenabschnitt. Die dreispurige Fahrbahn, auf der zuvor Tempo 80 erlaubt war, stellte für viele Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung dar, besonders beim Fahrspurwechsel Richtung St. Gallen.
Ein Anwohner äusserte sich zur Situation: "Ich bin kein Fan der Winterthurer Verkehrspolitik, aber hier macht Tempo 60 absolut Sinn. Wer von Töss her kommend auf die Autobahn Richtung St. Gallen will, muss drei Spuren auf kurze Distanz überqueren. Mit Tempo 60 wurde diese gefährliche Situation entschärft. Es gab leider auch schon Tote an dieser Stelle."
Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit der Massnahme aus Sicht der lokalen Bevölkerung. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer stand hier im Vordergrund.
Wissenswertes zur Verkehrssicherheit
Geschwindigkeitsreduktionen sind ein bewährtes Mittel zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Studien zeigen, dass eine Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit das Unfallrisiko und die Schwere von Unfallfolgen erheblich mindert. Besonders an komplexen Verkehrsknotenpunkten oder bei häufigen Fahrspurwechseln können niedrigere Tempolimits kritische Situationen entschärfen.
Die amtliche Publikation von Tempoänderungen ist Standard. Dennoch benötigen Autofahrer oft Zeit, sich an neue Gegebenheiten zu gewöhnen. Semistationäre Blitzer dienen als Übergangsmassnahme, um die Einhaltung neuer Regeln zu forcieren und das Bewusstsein zu schärfen.
Diskussion um den Blitzer
Die hohen Einnahmen des Blitzers führen zu Diskussionen. Einige Bürger sehen darin eine reine Einnahmequelle für die Stadt, während andere die Notwendigkeit für die Sicherheit betonen. Ein Kommentator meinte: "Wer es nicht schafft, die signalisierte Tempolimite mit dem Tacho in Einklang zu bringen, muss halt bezahlen. Wenn der Blitzer losgeht, liegt es nicht am Gerät."
Ein anderer Fahrer beschrieb seine eigene Erfahrung: "Ich bin auch schon in so eine hinterlistige Falle geraten. Da ist jahrzehntelang 60 und plötzlich steht da eine Tafel mit 50. Eine Sekunde nicht aufgepasst und zack! kostet es 120 Franken. Aber es geht ja nur um Sicherheit, die reine Sicherheit, nicht wahr?"
Diese unterschiedlichen Meinungen zeigen die Komplexität der Debatte. Einerseits die klare Regelung und die Verantwortung der Fahrer, andererseits die Wahrnehmung, dass solche Blitzer überraschend platziert sind.
Ausblick auf die Unfallstatistik
Die Stadtpolizei Winterthur kann noch keine konkreten Angaben zur Wirksamkeit der Temporeduktion auf die Unfallzahlen machen. Diese Daten werden voraussichtlich erst im Frühjahr des kommenden Jahres verfügbar sein. Erst dann lässt sich objektiv beurteilen, ob die Massnahme tatsächlich zu einer signifikanten Verbesserung der Verkehrssicherheit an diesem neuralgischen Punkt geführt hat.
Bis dahin bleibt der Blitzer in Töss ein aktiver Überwacher der Geschwindigkeit und eine bemerkenswerte Einnahmequelle für die Stadt Winterthur. Autofahrer sind weiterhin gut beraten, die Schilder genau zu beachten und sich an die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.





