Ein mobiler Blitzer in Winterthur-Töss hat in nur zwei Monaten über 11.000 Geschwindigkeitsübertretungen registriert und damit Einnahmen von über einer Million Franken generiert. Die Anlage, die an der Autobahnausfahrt der A1 Richtung Stadt stand, wurde nun entfernt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Über 11.000 Temposünder in zwei Monaten erfasst.
- Einnahmen von mehr als 1 Million Franken für die Stadtpolizei.
- Blitzer stand an der Autobahnausfahrt A1 in Winterthur-Töss.
- Geschwindigkeitsreduktion von 80 km/h auf 60 km/h war der Grund.
- Insgesamt 143 Anzeigen wegen Geschwindigkeitsübertretungen.
Ein Blitzer schreibt Geschichte
Der halbstationäre Radar, der seit dem 17. September in Betrieb war, hat sich als äusserst effizient erwiesen. Er befand sich strategisch günstig an der Einmündung der Autobahnausfahrt der A1 in die Hauptstrasse, stadteinwärts. Diese Positionierung war kein Zufall, sondern eine direkte Reaktion auf eine Änderung der Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich.
Die Stadtpolizei Winterthur bestätigte, dass die Anlage während ihrer Betriebszeit eine aussergewöhnlich hohe Anzahl von Verstössen registrierte. Dies macht sie zu einem der ertragreichsten Blitzer, die je in der Region eingesetzt wurden.
Zahlen und Fakten
- 11.000+ Geschwindigkeitsübertretungen
- 1.000.000+ CHF Einnahmen für die Stadtpolizei
- 2 Monate Betriebszeit des Blitzers
- 143 Fahrer*innen wurden zur Anzeige gebracht
- 9 Personen droht ein Verfahren wegen grober Verkehrsregelverletzung
Hintergrund der Geschwindigkeitsreduktion
Der Stadtrat von Winterthur hatte im Dezember 2023 beschlossen, die Höchstgeschwindigkeit auf diesem Strassenabschnitt von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde zu senken. Dieser Entscheid erfolgte aufgrund einer besonders hohen Unfallquote in diesem Bereich. Die Massnahme sollte die Verkehrssicherheit erhöhen und die Anzahl der Unfälle reduzieren.
Ein Polizeisprecher erläuterte, dass die Installation des Blitzers dazu diente, die Einhaltung der neuen Geschwindigkeitsbegrenzung zu überwachen und durchzusetzen. Die hohen Fallzahlen zeigen, dass viele Autofahrer die neue Regelung offenbar nicht beachteten oder übersehen haben.
Konsequenzen für Raser
Nicht alle Verstösse führten direkt zu einer Anzeige. Die meisten Temposünder wurden mit einer Ordnungsbusse belegt. Ein kleinerer Teil musste jedoch mit schwerwiegenderen Konsequenzen rechnen. So wurden 143 Fahrerinnen und Fahrer zur Anzeige gebracht.
"Neun weitere müssen sich wegen groben Verletzungen von Verkehrsregeln verantworten, die eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer bedeuten."
Diese groben Verletzungen können zu Führerausweisentzug und hohen Geldstrafen führen, da sie ein erhebliches Risiko für andere Verkehrsteilnehmende darstellen.
Kontext: Verkehrssicherheit in Winterthur
Die Stadt Winterthur setzt sich aktiv für die Verbesserung der Verkehrssicherheit ein. Geschwindigkeitsreduktionen und die Überwachung durch Radaranlagen sind gängige Massnahmen, um Unfallzahlen zu senken. Besonders an unfallträchtigen Stellen werden oft temporäre oder halbstationäre Blitzer eingesetzt, um die Situation zu entschärfen und das Bewusstsein der Fahrer zu schärfen.
Kritik an der Beschilderung
Trotz der klaren Zahlen regt sich auch Kritik an der Situation im Langstrassenquartier. Einige Autofahrer bemängeln, dass die Beschilderung der neuen Geschwindigkeitsbegrenzung unzureichend sei. Sie argumentieren, dass die plötzliche Senkung der Höchstgeschwindigkeit und die möglicherweise unklare Kennzeichnung zu den hohen Bussen beitragen könnten.
Einige Stimmen aus der Bevölkerung weisen darauf hin, dass eine bessere Kommunikation und deutlichere Hinweise auf die geänderte Geschwindigkeit notwendig gewesen wären, um die Anzahl der Verstösse zu minimieren. Dies würde nicht nur die Autofahrer entlasten, sondern auch die Akzeptanz für solche Massnahmen erhöhen.
Zukunft der mobilen Radaranlagen
Der Rekordblitzer in Winterthur-Töss ist nun abgebaut. Dies bedeutet jedoch nicht das Ende des Einsatzes mobiler Radaranlagen in der Stadt. Die Stadtpolizei wird weiterhin an verschiedenen Standorten Geschwindigkeitskontrollen durchführen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die genauen Standorte und Zeiträume werden dabei dynamisch an die aktuelle Verkehrssituation und Unfallschwerpunkte angepasst.
Die Einnahmen aus den Bussen fliessen in die Stadtkasse und werden oft für weitere Massnahmen zur Verkehrssicherheit oder andere öffentliche Projekte verwendet. Die Diskussion um die Angemessenheit von Bussen und die Qualität der Beschilderung wird die Stadtverwaltung jedoch weiterhin beschäftigen.





