Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) weiten ihren Testbetrieb für nächtliche Zugverbindungen aus. Ab dem Fahrplanwechsel im Jahr 2026 werden die Nachtzüge zwischen Winterthur, Zürich, dem Flughafen Zürich und Bern fast jede Freitag- und Samstagnacht verkehren. Dieses Angebot richtet sich an Freizeitreisende und Flugpassagiere mit frühen Abflugzeiten.
Wichtige Punkte
- Nachtzüge verkehren ab 2026 fast jede Freitag- und Samstagnacht.
- Die Verbindung führt von Winterthur über Zürich und den Flughafen Zürich nach Bern.
- Abfahrt in Winterthur um 1:40 Uhr, Ankunft in Bern um 3:04 Uhr.
- Flugreisende erreichen den Flughafen Zürich um 4:16 Uhr.
- SBB testet Nachfrage und Wirtschaftlichkeit des Angebots.
Ausweitung des Testbetriebs
Nach erfolgreichen Testphasen im Frühling und Herbst dieses Jahres hat die SBB entschieden, den Umfang der nächtlichen Zugverbindungen erheblich zu erweitern. Ursprünglich an wenigen Wochenenden durchgeführt, wird das Angebot nun ab 2026 fast durchgängig an Wochenenden zur Verfügung stehen. Dies ist eine direkte Reaktion auf die positive Resonanz der Passagiere.
Die SBB möchte mit diesem erweiterten Testlauf die tatsächliche Nachfrage nach solchen Verbindungen genauer ermitteln. Gleichzeitig werden die optimalen Streckenführungen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis analysiert. Diese Daten sind entscheidend für eine mögliche dauerhafte Etablierung eines nationalen Nachtzugnetzes.
Faktencheck
- Start der Ausweitung: Fahrplanwechsel 2026
- Fahrfrequenz: Fast jede Freitag- und Samstagnacht
- Kernstrecke: Bern – Olten – Zürich – Flughafen Zürich – Winterthur
- Zielgruppen: Freizeitreisende, Frühflieger
Fahrzeiten und Anschlüsse
Für Reisende aus Winterthur bedeutet dies eine Abfahrt um 1:40 Uhr mit Ankunft in Bern bereits um 3:04 Uhr. Wer den Flughafen Zürich früh erreichen muss, kann mit dem Nachtzug aus Bern, der um 3:00 Uhr abfährt und um 4:32 Uhr in Winterthur ankommt, den Flughafen Zürich um 4:16 Uhr erreichen. Diese Zeiten sind speziell auf die Bedürfnisse von Frühfliegern abgestimmt.
Die neuen Nachtverbindungen bieten zudem wichtige Anschlüsse an die regionalen S-Bahnen in Bern, Olten und Zürich. Dies verbessert die Erreichbarkeit und Flexibilität für Reisende aus den umliegenden Gebieten erheblich. Die Integration in das bestehende Netz ist ein zentraler Aspekt des Angebots.
Die SBB hat bestätigt, dass sich das Angebot als nützlich für Freizeitreisende und Flugpassagiere mit früher Abreise erwiesen hat.
Nachtzüge auch in anderen Regionen
Parallel zur Hauptstrecke zwischen Winterthur und Bern werden auch in anderen Teilen der Schweiz nächtliche Verbindungen getestet. Fast an allen Wochenenden verkehren bereits jetzt Nachtzüge auf den Strecken:
- Freiburg – Lausanne – Genf Flughafen
- Sitten – Genf Flughafen
- Biel – Lausanne mit Anschluss nach Genf Flughafen
Diese parallelen Tests dienen dazu, die Akzeptanz und die betrieblichen Herausforderungen in verschiedenen geografischen und demografischen Kontexten zu verstehen. Die Ergebnisse fliessen in die Gesamtbewertung des nationalen Nachtnetzes ein.
Hintergrund der Initiative
Die SBB reagiert mit der Ausweitung der Nachtzugtests auf den Wunsch nach flexibleren Reiseoptionen, insbesondere für Menschen, die sehr früh morgens unterwegs sein müssen oder lange Wochenendausflüge planen. Ein funktionierendes Nachtnetz kann den Individualverkehr entlasten und eine nachhaltigere Reisealternative bieten.
Die Entwicklung eines schweizweiten Nachtnetzes an Wochenenden ist ein langfristiges Ziel der SBB. Die aktuellen Tests sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Sie sollen zeigen, ob ein solches Angebot wirtschaftlich tragfähig ist und welche Anpassungen für einen erfolgreichen Betrieb notwendig sind.
Entscheidung über zukünftiges Nachtnetz
Die SBB plant, im Laufe des kommenden Jahres eine endgültige Entscheidung über die Weiterführung und den Ausbau des nationalen Nachtnetzes zu treffen. Die gesammelten Daten aus dem erweiterten Testbetrieb werden dabei eine zentrale Rolle spielen.
Neben den bereits getesteten Verbindungen existieren auch Pläne für einen Wochenendbetrieb rund um die Uhr auf weiteren wichtigen Strecken. Dazu gehören Verbindungen zwischen:
- Zürich und Genf
- Olten und Basel
- Bern und Thun
- Lausanne und Sitten
- Zürich und Chur
Ein solches umfassendes Nachtnetz würde die Mobilität in der Schweiz deutlich erhöhen und Reisenden mehr Optionen bieten, insbesondere in den frühen Morgenstunden und am Wochenende. Die SBB sieht hier grosses Potenzial für eine verbesserte Anbindung und einen attraktiveren öffentlichen Verkehr.
Die Ergebnisse der Tests werden nicht nur die Nachfrage bewerten, sondern auch Aufschluss über die betriebliche Komplexität und die notwendigen Investitionen geben. Nur so kann ein nachhaltiges und kundenfreundliches Angebot geschaffen werden, das den Bedürfnissen der Schweizer Bevölkerung entspricht.





