Starker Schneefall und eisige Bedingungen haben den Betrieb am Flughafen Zürich erheblich beeinträchtigt. Am Samstag musste die Fluggesellschaft Swiss insgesamt 16 Flüge streichen. Mehr als 10'000 Passagiere sind seit Jahresbeginn von wetterbedingten Annullierungen betroffen, was auch zu Spannungen zwischen Swiss und dem Flughafenbetreiber führt.
Wichtige Punkte
- 16 Swiss-Flüge am Samstag annulliert
- Über 10'000 Passagiere seit Jahresbeginn betroffen
- Swiss kritisiert fehlende Priorisierung bei Enteisung
- Flughafen Zürich verweist auf hohe Auslastung und Ressourcen
Auswirkungen des Winterwetters auf den Flugbetrieb
Das Winterwetter hat den Flugbetrieb am Flughafen Zürich in den letzten Tagen stark beeinflusst. Besonders der Samstag war von erheblichen Einschränkungen geprägt. Die Enteisungsmaschinen waren im Dauereinsatz, um Flugzeuge für den Start vorzubereiten. Trotz dieser Bemühungen kam es zu zahlreichen Verzögerungen und Annullierungen.
Die Fluggesellschaft Swiss musste am Samstag 16 Flüge streichen. Zu den betroffenen Zielen gehörten europäische Städte wie Nizza, Frankfurt, Düsseldorf, London und Mailand. Auch ein Langstreckenflug nach Washington (USA) konnte nicht durchgeführt werden. Diese Annullierungen sorgten für Frustration bei den Reisenden und eine hohe Belastung für das Personal.
Faktencheck
- Annullierte Flüge am Samstag: 16
- Betroffene Passagiere seit Jahresbeginn: über 10'000
- Gesamtzahl wetterbedingter Swiss-Flugstreichungen seit Januar: 97
Spannungen zwischen Swiss und Flughafen Zürich
Die Annullierung des Washington-Fluges löste bei der Swiss Unmut aus. Ein internes Memo, das der Öffentlichkeit bekannt wurde, kritisiert die Abläufe am Flughafen Zürich scharf. Darin heisst es, der Flug hätte abheben können, sei aber wegen «extensiver Wartezeit» und der «Unfähigkeit, bestimmte Flüge zu priorisieren» annulliert worden.
«Die aktuelle Wetterlage verlangt nach einer flexiblen Zusammenarbeit vieler Schnittstellen, um trotzdem einen möglichst stabilen Flugbetrieb zu ermöglichen. Darauf legen wir unseren Fokus.»
Der Flughafen Zürich reagierte auf die Kritik. Ein Sprecher erklärte, die aussergewöhnlichen Wetterbedingungen hätten einen sehr hohen Enteisungsbedarf verursacht. Unter solchen Umständen seien Verzögerungen unvermeidlich. Die Priorisierung einzelner Flüge hänge von der jeweiligen operativen Gesamtsituation und den verfügbaren Ressourcen der zuständigen Handlingagents ab.
Herausforderungen in der Zusammenarbeit
Es ist nicht das erste Mal, dass es zu Spannungen zwischen der Swiss und dem Flughafen Zürich kommt. Bereits vor einem Jahr äusserte Oliver Buchhofer, Geschäftsleitungsmitglied der Swiss, Kritik am Flughafen-Management. Er forderte, «zu alten Schweizer Tugenden zurückzufinden: Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit und konsequente Zusammenarbeit».
Die Swiss betonte, dass sie sich auf eine enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten konzentriere, um den Flugbetrieb so stabil wie möglich zu halten. Die Airline steht nach eigenen Angaben in engem Austausch mit Meteo Schweiz und prüft täglich jede einzelne Destination.
Hintergrund der Enteisung
Flugzeuge müssen vor dem Start bei Frost und Schnee enteist werden, um die Aerodynamik der Flügel nicht zu beeinträchtigen. Eis- und Schneerückstände können den Auftrieb reduzieren und den Widerstand erhöhen, was die Flugsicherheit gefährdet. Der Enteisungsprozess ist zeitaufwendig und ressourcenintensiv.
Folgen für Passagiere und weitere Massnahmen
Seit Beginn des neuen Jahres wurden bereits 97 Swiss-Flüge aufgrund des Wetters gestrichen. Insgesamt waren davon mehr als 10'000 Passagiere betroffen. Wenn ein Flug nicht durchgeführt werden kann, versucht die Einsatzzentrale der Swiss, die Passagiere so schnell wie möglich umzubuchen. Auf Wunsch können Flugtickets auch über den Kundendienst oder die Swiss-App zurückerstattet werden.
Die Airline hat aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwands zusätzliche Mitarbeitende eingesetzt, um die Situation zu bewältigen. Trotz der Herausforderungen ist die Swiss bemüht, die Auswirkungen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten und eine reibungslose Abwicklung zu gewährleisten.
Enger Austausch und flexible Planung
Die Planung des Flugbetriebs bei winterlichen Bedingungen erfordert eine ständige Anpassung. Die Swiss betont, dass sie jeden Tag und jede Destination genau analysiert. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Wetterdiensten. Ziel ist es, trotz der widrigen Umstände einen möglichst stabilen und sicheren Flugbetrieb aufrechtzuerhalten.
Die Wintermonate stellen die Luftfahrtinfrastruktur und die Fluggesellschaften immer wieder vor grosse Herausforderungen. Eine effektive Kommunikation und Koordination zwischen allen beteiligten Parteien sind entscheidend, um die Auswirkungen auf die Passagiere zu minimieren und die Betriebsabläufe zu optimieren.





