Ein überfüllter Thurbo-Zug der Linie S26 musste am Dienstagmorgen in Winterthur seine Fahrt unterbrechen. Der Lokführer forderte die Passagiere zum Aussteigen auf, da der Zug überladen war. Erst nach einer «freiwilligen» Evakuierung von rund 100 Personen konnte die Reise mit einer Verspätung von 15 Minuten fortgesetzt werden.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Thurbo-Zug der S26 war am Morgen überfüllt.
- Der Lokführer stoppte den Zug wegen Überladung.
- Rund 100 Passagiere stiegen freiwillig aus.
- Der Zug setzte die Fahrt mit 15 Minuten Verspätung fort.
- Überfüllung kann technische Probleme verursachen.
Lokführer unterbricht Fahrt wegen Überladung
Der Vorfall ereignete sich auf der Strecke von Rüti nach Winterthur. Bereits ab der Haltestelle Sennhof-Kyburg um 7.05 Uhr war der Thurbo-Zug der S26 überfüllt. An den nachfolgenden Stationen stiegen weitere Pendler zu, während nur wenige den Zug verliessen. Dies führte zu einer kritischen Überlastung der Zugkomposition, die an diesem Morgen verkürzt unterwegs war.
Kurz nach dem Verlassen des Bahnhofs Grüze kam der Zug zum Stehen. Zunächst informierte der Lokführer die Fahrgäste über ein technisches Problem. Wenige Minuten später folgte die klare Ansage über die Lautsprecheranlage: Der Zug war überladen. «Ich kann die Fahrt sonst nicht fortsetzen», erklärte der Lokführer den überraschten Pendlern und bat sie, freiwillig auszusteigen.
Faktencheck Überladung
- Verkürzte Komposition: Der Zug war an diesem Morgen kürzer als üblich.
- Startpunkt der Überfüllung: Bereits ab Sennhof-Kyburg um 7.05 Uhr.
- Anzahl Aussteiger: Rund 100 Passagiere verliessen den Zug.
- Verspätung: Der Zug erreichte Winterthur mit 15 Minuten Verspätung.
Freiwilliger Ausstieg ermöglicht Weiterfahrt
Die Aufforderung zum Aussteigen stiess zunächst auf wenig Resonanz. Viele Passagiere zögerten, den Zug zu verlassen, da sie ihre Anschlüsse nicht verpassen wollten. Die Situation änderte sich erst, als der Lokführer auf die Möglichkeit hinwies, auf die S12 nach Zürich umzusteigen. Dieser Hinweis überzeugte schliesslich rund 100 Fahrgäste, den Zug zu verlassen und auf die alternative Verbindung auszuweichen.
Nachdem der Zug entlastet war, konnte die S26 ihre Fahrt fortsetzen. Sie erreichte den Bahnhof Winterthur mit einer Verspätung von 15 Minuten. Für die betroffenen Pendler bedeutete dies eine unerwartete Unterbrechung ihrer Morgenroutine und eine Verzögerung auf dem Weg zur Arbeit oder Schule.
«Ich kann die Fahrt sonst nicht fortsetzen», sagte der Lokführer und bat Fahrgäste, freiwillig auszusteigen.
Seltene Situation mit technischen Risiken
Christian Baumgartner, Sprecher von Thurbo, bestätigte auf Anfrage, dass solche Situationen selten vorkommen. Die Entscheidung, ob ein Zug trotz Überfüllung weiterfahren kann, liegt im Ermessen der Lokführerin oder des Lokführers. Ein zu hohes Gewicht birgt erhebliche Risiken für die Fahrzeugkomponenten.
Insbesondere die Luftfederung eines Zuges kann bei Überlastung ausfallen. Dies beeinträchtigt nicht nur den Fahrkomfort, sondern auch die Sicherheit des Betriebs. Um solche Ausfälle zu vermeiden, müssen die maximal zulässigen Gewichte eingehalten werden. Thurbo versucht in der Regel, Zugausfälle durch den Einsatz von verkürzten Kompositionen zu verhindern, was jedoch die Kapazität reduziert und das Risiko von Überfüllung erhöht.
Hintergrund zur Thurbo S26
Die S26 ist eine wichtige Pendlerlinie im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), die von Rüti ZH über Winterthur nach Aarau verkehrt. Sie wird von Thurbo betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen der SBB und des Kantons Thurgau. Die Linie ist besonders zu Stosszeiten stark frequentiert, da sie viele Pendler aus der Region Zürich Oberland und dem Tösstal nach Winterthur und darüber hinaus befördert.
Die Kapazitätsplanung im öffentlichen Verkehr ist eine komplexe Aufgabe, die auf Prognosen und Erfahrungswerten basiert. Unvorhergesehene Ereignisse wie kurzfristige Fahrzeugausfälle oder ein unerwartet hohes Passagieraufkommen können schnell zu Engpässen führen.
Massnahmen bei Überfüllung im ÖV
Obwohl niemand zum Aussteigen gezwungen werden kann, ist eine Entlastung des Zuges bei Überladung unumgänglich. Ohne die Reduzierung des Gewichts kann der Zug seine Fahrt nicht sicher fortsetzen. Dies ist eine Sicherheitsmassnahme, die dem Schutz aller Fahrgäste dient.
Thurbo betont, dass die Sicherheit der Passagiere oberste Priorität hat. Daher sind Lokführer angewiesen, bei kritischer Überladung entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Die Kommunikation mit den Fahrgästen und das Aufzeigen von Alternativen sind dabei entscheidend, um die Situation so reibungslos wie möglich zu gestalten. Solche Vorfälle verdeutlichen die Herausforderungen im dicht getakteten Schweizer öffentlichen Verkehr, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten.
Pendler sind oft auf pünktliche Verbindungen angewiesen. Eine unplanmässige Unterbrechung kann weitreichende Folgen haben, von verpassten Terminen bis hin zu zusätzlichen Reisezeiten. Der Vorfall in Winterthur zeigt, wie wichtig eine flexible Reaktion der Verkehrsbetriebe und das Verständnis der Fahrgäste in solchen Ausnahmesituationen sind.





