Ab dem kommenden Jahr müssen Einwohnerinnen und Einwohner von Winterthur für die Entsorgung ihrer Altkleider bezahlen. Die Firma Maag Recycling AG, die für die Sammlung und das Recycling der Textilien in der Stadt zuständig ist, führt eine Gebühr von 50 Rappen pro Kilogramm ein. Diese Änderung markiert einen Wendepunkt in der bisher kostenlosen Entsorgung von Altkleidern und reagiert auf stark gesunkene Erlöse aus dem Verkauf der Wertstoffe.
Wichtige Punkte
- Altkleiderentsorgung in Winterthur wird ab nächstem Jahr kostenpflichtig.
- Die Gebühr beträgt 50 Rappen pro Kilogramm.
- Sanktionen bei Nichtbezahlung sind noch unklar.
- Die Firma Maag Recycling AG begründet die Massnahme mit stark gesunkenen Erlösen und gestiegenen Kosten.
- Immer mehr Altkleider werden abgegeben, oft in schlechter Qualität.
Warum die Kostenpflicht eingeführt wird
Judith Maag, Geschäftsführerin der Maag Recycling AG, erklärte die Notwendigkeit dieser Massnahme. Die Vergütung für Textilien sei in den letzten Jahren drastisch gesunken. Zuerst langsam, dann in den vergangenen zwei Jahren sehr schnell. Aktuell erhalten die Entsorger nur noch «ganz, ganz, ganz wenig» für die gesammelten Altkleider.
Gleichzeitig nehmen die Aufwände für die Sammlung, Sortierung und den Transport stetig zu. Es werden immer mehr Altkleider abgegeben, was die Logistik komplexer und teurer macht. Der Erlös aus dem Verkauf der Wertstoffe reicht nicht mehr aus, um die Betriebskosten zu decken.
Faktencheck
- 50 Rappen pro Kilogramm: Dies ist die neue Gebühr für die Altkleiderentsorgung in Winterthur.
- Sinkende Erlöse: Die Vergütung für Altkleider ist in den letzten zwei Jahren «sehr rasant» gesunken.
- Steigende Mengen: Die Menge der abgegebenen Altkleider nimmt kontinuierlich zu.
Die Rolle von Maag Recycling AG
Die Maag Recycling AG ist ein zentraler Akteur in der Kreislaufwirtschaft von Winterthur. Das Unternehmen sammelt nicht nur Altkleider, sondern ist auch für deren Sortierung und Weiterverarbeitung verantwortlich. Ein Grossteil der Kleidung wird exportiert, um in anderen Ländern wiederverwendet oder recycelt zu werden.
Die Qualität der abgegebenen Kleider spielt eine wichtige Rolle. Oftmals landen auch Textilien in den Containern, die nicht mehr tragbar sind oder gar nicht in die Altkleidersammlung gehören. Dies erhöht den Sortieraufwand und schmälert den Erlös.
«Mit dem Wertstofferlös ist es unmöglich, die Aufwände zu finanzieren. Denn gleichzeitig nimmt der Aufwand zu, es werden immer mehr Altkleider abgegeben.»
Auswirkungen auf die Bevölkerung und mögliche Sanktionen
Für die Bürgerinnen und Bürger von Winterthur bedeutet die neue Regelung eine Umstellung. Bisher konnten sie ihre ausgedienten Textilien kostenlos in den bereitgestellten Sammelcontainern abgeben. Ab dem nächsten Jahr müssen sie sich auf die neue Gebühr einstellen.
Es bleibt abzuwarten, wie die Stadt und die Maag Recycling AG die Einhaltung der neuen Gebührenregelung kontrollieren werden. Details zu möglichen Sanktionen bei Nichtbezahlung oder unsachgemässer Entsorgung sind noch nicht bekannt. Es ist jedoch zu erwarten, dass entsprechende Informationen rechtzeitig kommuniziert werden, um die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären.
Hintergrund der Entwicklung
Der globale Markt für Altkleider hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Billige Neuware und eine Überproduktion von Textilien haben den Wert von Secondhand-Kleidung stark gedrückt. Viele Länder, die früher Abnehmer waren, haben zudem Importbeschränkungen eingeführt. Dies führt dazu, dass Entsorgungsunternehmen wie Maag Recycling AG weniger Erlöse erzielen, während die Logistikkosten steigen.
Alternativen und zukünftige Entwicklungen
Die Einführung der Gebühr könnte dazu führen, dass Bürgerinnen und Bürger verstärkt nach Alternativen zur Entsorgung suchen. Dies könnte den Verkauf auf Flohmärkten, die Spende an gemeinnützige Organisationen oder die Weitergabe an Freunde und Familie fördern. Es ist auch denkbar, dass die Stadt Winterthur oder andere Organisationen zukünftig weitere Optionen zur Verfügung stellen, um die Bevölkerung bei der nachhaltigen Entsorgung von Textilien zu unterstützen.
Langfristig ist eine Sensibilisierung für einen bewussteren Umgang mit Kleidung und Textilien von grosser Bedeutung. Die Reduzierung von Textilabfällen und die Förderung der Wiederverwendung sind zentrale Aspekte einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.
Was die neue Regelung für Sie bedeutet:
- Kosten: Rechnen Sie mit 50 Rappen pro Kilogramm für Altkleider.
- Vorbereitung: Überlegen Sie, ob Kleidung noch weitergegeben oder verkauft werden kann.
- Information: Achten Sie auf weitere Mitteilungen der Stadt Winterthur und der Maag Recycling AG bezüglich der genauen Umsetzung.
Die Umstellung in Winterthur ist ein Beispiel für einen breiteren Trend in der Abfallwirtschaft. Immer mehr Kommunen und Entsorgungsunternehmen sehen sich gezwungen, die Kosten für das Recycling von Wertstoffen neu zu bewerten. Dies, um die gestiegenen Aufwände und die gesunkenen Markterlöse auszugleichen. Die Winterthurer Entscheidung könnte Signalwirkung für andere Schweizer Gemeinden haben.





