Der Thurgauer Büroausstatter Witzig The Office Company ist zahlungsunfähig. Nach der Schliessung kurz vor Weihnachten keimt nun Hoffnung für einen Teil der Belegschaft auf. Die Konkurrentin Büro Schoch Werkhaus AG aus Winterthur übernimmt voraussichtlich rund zehn Prozent der ehemaligen Witzig-Mitarbeitenden und zahlreiche Kundenprojekte.
Wichtigste Punkte
- Witzig The Office Company ist insolvent, 80 Angestellte wurden freigestellt.
- Büro Schoch Werkhaus AG übernimmt etwa 10% der ehemaligen Witzig-Mitarbeitenden.
- Bereits 30 ehemalige Witzig-Kunden haben sich für eine Zusammenarbeit mit Büro Schoch entschieden.
- Der Konkurs von Witzig war laut Jan Schoch absehbar, der Zeitpunkt jedoch überraschend.
Traditionsfirma Witzig muss schliessen
Am 19. Dezember informierte Kevin Willy, der Chef von Witzig The Office Company, seine 80 Angestellten über den bevorstehenden Konkurs. Nur drei Tage später, am 22. Dezember, gingen die Lichter in den Büroräumen in Frauenfeld endgültig aus. Sämtliche Firmengeräte und -fahrzeuge mussten abgegeben werden, die Arbeitsplätze wurden geräumt. Für die gesamte Belegschaft bedeutete dies die sofortige Freistellung – eine Nachricht, die kurz vor den Festtagen besonders hart traf.
Hintergrund der Insolvenz
Witzig The Office Company befand sich bereits seit Längerem in finanziellen Schwierigkeiten. Schon im Jahr 2019 rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen und konnte sich von dieser Entwicklung nicht mehr erholen. Der Konkurs war für Branchenkenner daher nicht gänzlich unerwartet, jedoch überraschte die plötzliche Geschwindigkeit der Ereignisse kurz vor Jahresende.
Büro Schoch bietet neue Perspektiven
Für einen Teil der betroffenen Mitarbeitenden gibt es nun einen Lichtblick. Die Büro Schoch Werkhaus AG, ein Familienbetrieb aus Winterthur, der ebenfalls moderne Bürokonzepte anbietet, springt ein. Jan Schoch (60), Inhaber und Chef des Unternehmens, bestätigte gegenüber der Winterthur Zeitung, dass sein Betrieb Teile der Witzig-Belegschaft übernehmen wird.
«Voraussichtlich werden rund zehn Prozent der ehemaligen Witzig-Mitarbeitenden eine neue Stelle bei uns antreten», so Jan Schoch.
Drei ehemalige Witzig-Angestellte wurden bereits fest eingestellt. Mit zwei weiteren Personen laufen derzeit vielversprechende Gespräche. Es zeigt sich, dass trotz der schwierigen Lage die Expertise der ehemaligen Witzig-Mitarbeitenden in der Branche weiterhin gefragt ist.
Frühere Wechsel und die Zukunft der Mitarbeitenden
Schon Wochen vor der offiziellen Insolvenz wechselten mehrere Angestellte von Witzig zu Büro Schoch. Zwei dieser Personen arbeiten bereits bei Schoch, vier weitere beginnen demnächst ihre Tätigkeit. Dies deutet darauf hin, dass die finanzielle Schieflage von Witzig intern bereits spürbar war.
Mitarbeiterzahlen im Vergleich
- Witzig The Office Company: 80 Angestellte
- Büro Schoch Werkhaus AG: 35 Angestellte (vor den Übernahmen)
Die Büro Schoch Werkhaus AG ist ein kleineres Unternehmen. Daher ist es nicht möglich, alle ehemaligen Witzig-Mitarbeitenden zu übernehmen. Viele Betroffene haben jedoch bereits andere Anstellungen gefunden.
Jan Schoch betonte, dass weitere Bewerbungen sorgfältig geprüft würden. Er machte aber auch klar, dass Neuzugänge stets mit dem bestehenden Personal und dem Wachstum des Unternehmens in Einklang stehen müssen. Nachhaltiges Wachstum ist für den Familienbetrieb entscheidend.
Kunden profitieren von nahtlosem Übergang
Nicht nur die Mitarbeitenden, auch die Kunden von Witzig The Office Company stehen vor Herausforderungen. Büro Schoch Werkhaus hat hier eine Lösung parat. Das Unternehmen hat in einem Communiqué mitgeteilt, dass es «auf Kundenwunsch bestehende Projekte und offene Bestellungen übernehmen und professionell weiterführen» kann.
Diese Möglichkeit wird rege genutzt. Jan Schoch berichtet von bereits 30 ehemaligen Witzig-Kunden, die sich gemeldet haben. Die Zahl steige täglich. Das zeigt den grossen Bedarf an einer zuverlässigen Fortführung der Projekte.
Umgang mit neuem Auftragsvolumen
Die Übernahme zahlreicher Projekte könnte für Büro Schoch eine erhebliche Steigerung des Auftragsvolumens bedeuten. Angst vor dieser Herausforderung hat Jan Schoch jedoch keine. «Wir schaffen das», versichert er. Sollte die Kundenzahl tatsächlich stark anwachsen, wäre das Unternehmen bereit, das Personal entsprechend aufzustocken. Dabei könnten auch weitere ehemalige Witzig-Angestellte eine Chance erhalten, was einen positiven Kreislauf schaffen würde.
Die schnelle Reaktion von Büro Schoch Werkhaus AG sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Kontinuität für viele Kunden, die sonst vor unvollendeten Projekten gestanden hätten. Dies stärkt die Position des Winterthurer Familienbetriebs in der Schweizer Büromöbelbranche.





