Urnäsch steht vor seiner grössten Investition in der Gemeindegeschichte: Das Schulhaus Mettlen und das integrierte Feuerwehrdepot werden für rund 6,5 Millionen Franken totalsaniert. Das 1904 erbaute Gebäude, das 1984 umgebaut wurde, entspricht nicht mehr den heutigen Standards. Die Sanierung ist notwendig, um die Sicherheit und Funktionalität für Schule und Feuerwehr zu gewährleisten.
Wichtigste Punkte
- Totalsanierung des Schulhauses Mettlen und des Feuerwehrdepots.
- Projektkosten belaufen sich auf rund 6,5 Millionen Franken.
- Grösste Einzelinvestition in der Geschichte der Gemeinde Urnäsch.
- Finanzierung ohne Steuererhöhung geplant.
- Bauarbeiten starten Anfang 2027, Abschluss bis Weihnachten 2028.
- Provisorische Unterkünfte für Schule und Feuerwehr während der Bauzeit.
Ein historisches Projekt für die Gemeinde
Die Gemeinde Urnäsch tätigt mit der Totalsanierung des Schulhauses Mettlen und des Feuerwehrdepots die grösste Investition ihrer Geschichte. Dieses Projekt ist nicht nur eine finanzielle Herausforderung, sondern auch ein Bekenntnis zur Zukunft der Bildung und Sicherheit in der Gemeinde. Die Gesamtkosten von rund 6,5 Millionen Franken sind beträchtlich, doch die Notwendigkeit der Massnahme ist unbestreitbar.
Gemeinderat Iwan Schnyder betonte, dass die Finanzierung des Grossprojekts nach aktuellem Kenntnisstand ohne Steuererhöhung möglich sein wird. Dies ist eine wichtige Nachricht für die Einwohner von Urnäsch, die am Montag und Dienstag über die Details der Sanierung informiert wurden.
Faktencheck
- Baujahr Schulhaus Mettlen: 1904
- Integration Feuerwehrdepot: 1984
- Sanierungskosten: ca. 6,5 Millionen Franken
- Bauphase: rund 2 Jahre (Anfang 2027 bis Ende 2028)
- Grösste Investition: Ja, in der Geschichte Urnäsches
Umfassende Mängel erfordern Totalsanierung
Das Schulhaus Mettlen, ein Gebäude mit langer Geschichte, weist heute in mehrfacher Hinsicht erhebliche Mängel auf. Seit seinem Bau im Jahr 1904 und dem Umbau 1984, bei dem das Feuerwehrdepot im Erdgeschoss integriert wurde, haben sich die Anforderungen an Schul- und Feuerwehrgebäude stark verändert. Der aktuelle Zustand des Gebäudes genügt diesen modernen Ansprüchen nicht mehr.
Der Gemeinderat und die Baukommission haben verschiedene Sanierungsvarianten geprüft. Dabei zeigte sich, dass eine Totalsanierung die effizienteste und kostengünstigste Lösung darstellt. Andere Optionen hätten Kosten zwischen 9 und fast 20 Millionen Franken verursacht. Die gewählte Variante für 6,5 Millionen Franken ist somit die wirtschaftlichste.
"Die Totalsanierung ist die optimale Lösung, um den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu erhalten und gleichzeitig im Inneren angepasste Strukturen zu schaffen", erklärte ein Mitglied der Baukommission.
Neugestaltung und technische Anpassungen
Ein zentraler Bestandteil der Sanierung ist die Neugestaltung des Dachgeschosses. Das bestehende Dachgeschoss entspricht den statischen Anforderungen nicht mehr. Es wird daher abgebrochen und neu errichtet. Zukünftig wird es vollumfänglich nutzbar sein und zusätzlichen Raum bieten.
Für die barrierefreie Erschliessung des Gebäudes ist der Einbau eines Lifts vorgesehen. Dies verbessert die Zugänglichkeit erheblich und erfüllt moderne Standards. Auch das Feuerwehrdepot profitiert von der Sanierung. Es wird um einen Einstellplatz für Fahrzeuge auf der Südwestseite erweitert. Dadurch wird der Raumbedarf der Feuerwehr optimiert und den Vorgaben der Assekuranz entsprochen.
Provisorien während der Bauzeit
Die Bauphase wird voraussichtlich rund zwei Jahre dauern. Während dieser Zeit muss die Liegenschaft komplett leergeräumt werden. Dies erfordert die Einrichtung von provisorischen Räumlichkeiten sowohl für die Schule als auch für die Feuerwehr. Diese Übergangslösungen sind entscheidend, um den Betrieb beider Einrichtungen während der Bauarbeiten aufrechtzuerhalten.
Für Kindergarten und Schule ist geplant, Container bei der Schulanlage Au aufzustellen. Diese temporären Klassenzimmer sollen einen reibungslosen Unterrichtsbetrieb gewährleisten. Die Feuerwehr erhält im Bereich der Unterdorfstrasse ein beheiztes Provisorium, das ihre Einsatzfähigkeit während der Sanierung sichert.
Hintergrund der Investition
Die Sanierung ist notwendig, da das Gebäude sowohl baulich als auch funktional nicht mehr den aktuellen Standards entspricht. Dies betrifft Aspekte wie Energieeffizienz, Brandschutz, Barrierefreiheit und die allgemeinen räumlichen Bedürfnisse von Bildungseinrichtungen und Blaulichtorganisationen. Durch die Totalsanierung wird die langfristige Nutzung des Gebäudes gesichert und ein wichtiger Beitrag zur Infrastruktur der Gemeinde geleistet.
Zeitplan und politische Beschlussfassung
Der Zeitplan für das Grossprojekt ist ambitioniert. Bis März des kommenden Jahres soll das Bauprojekt vollständig ausgearbeitet und das Baugesuch öffentlich aufgelegt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt, der die Transparenz und Beteiligung der Öffentlichkeit sicherstellt.
Von April 2026 bis Anfang 2027 folgen die Submissions- und Ausführungsplanung sowie die Ausschreibung der Arbeiten. Der Baustart ist für Anfang 2027 vorgesehen. Zu diesem Zeitpunkt werden Schule und Feuerwehr in ihre provisorischen Unterkünfte umziehen. Die Fertigstellung und der Bezug der sanierten Räumlichkeiten sind für Weihnachten 2028 geplant.
Eine Volksabstimmung über den Kredit ist nicht notwendig. Da es sich bei der Totalsanierung nicht um erhebliche Erweiterungen, sondern um Anpassungen an gesetzliche Vorgaben handelt, fallen die Ausgaben in die Kategorie der gebundenen Ausgaben. Diese kann der Gemeinderat in alleiniger Kompetenz beschliessen, unabhängig von der Gesamtsumme.
Dieses Vorgehen unterstreicht die Dringlichkeit und die gesetzliche Verpflichtung zur Sanierung. Es sichert, dass das Projekt zügig voranschreiten kann, um die notwendigen Verbesserungen für die Gemeinschaft von Urnäsch zeitnah umzusetzen.





