Das preisgekrönte Broadway-Musical «Moulin Rouge! The Musical» begeistert derzeit das Publikum im Theater 11 in Zürich. Unter den Zuschauern der Premiere war auch die Berner Künstlerin Nina Burri, die selbst eine besondere Verbindung zur legendären Pariser Revueshow hat. Burri, die von 2004 bis 2006 Teil des Ensembles des originalen Moulin Rouge in Paris war, teilt ihre Eindrücke und betont die Unterschiede sowie die verbindenden Elemente zwischen der Revue und der aktuellen Musical-Produktion.
Wichtige Erkenntnisse
- Nina Burri war von 2004 bis 2006 Tänzerin im Pariser «Moulin Rouge».
- Das Musical in Zürich ist eine eigenständige Liebesgeschichte, die stark vom Kinofilm von 2001 beeinflusst ist.
- Erotik wird im Musical angedeutet, während sie in der Revue offener gezeigt wird.
- Der französische Cancan ist ein verbindendes Element beider Produktionen.
- Burri lobt die Kulisse, die Gesangsleistungen und die emotionale Tiefe des Musicals, besonders im zweiten Teil.
Ein Blick hinter die Kulissen: Revue versus Musical
Nina Burri bringt eine einzigartige Perspektive mit, da sie die Pariser Revueshow aus erster Hand kennt. Sie warnt jedoch vor falschen Erwartungen. «Die Produktion im Theater 11 hat nur wenig mit der Pariser Revueshow zu tun», erklärt Burri. Sie beschreibt das Zürcher Musical als eine «berührende und mitreissende Liebesgeschichte mit vielen grandiosen Songs», die sich stark am Kinofilm von 2001 orientiert.
Der historische Hintergrund beider Produktionen, die Entstehungszeit des Etablissements ab 1889, ist jedoch identisch. Burri beschreibt diese Ära als «verruchte und wilde Zeit». Diese historische Basis prägt sowohl die Revue als auch das Musical, wenn auch in unterschiedlicher künstlerischer Ausprägung.
Faktencheck: Moulin Rouge
- Das originale Moulin Rouge in Paris wurde 1889 eröffnet.
- Es ist bekannt für seine Cabaret-Shows und den Cancan-Tanz.
- Nina Burri war von 2004 bis 2006 Teil des Ensembles.
- Der Kinofilm «Moulin Rouge!» von Baz Luhrmann erschien 2001.
Erotik und Tanz: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Ein zentrales Thema, das oft mit dem Moulin Rouge assoziiert wird, ist die Erotik. In der Pariser Show gehören Topless-Darbietungen zum Programm, bei denen auch Burri als Ersatz für Hauptrollen mit entblösster Brust auftrat. Sie betont jedoch, dass das Gefühl von echter Nacktheit nicht wirklich aufkomme. «Es gibt so viel Glitter und Schmuck, der das Publikum in Bann schlägt und auch etwas ablenkt», sagt Burri schmunzelnd. Für eine explizitere Darstellung verweist sie auf das Cabaret «Crazy Horse».
Im Musical in Zürich wird Erotik ebenfalls thematisiert, jedoch in einer angedeuteteren Form. Dies geschieht wohl zugunsten einer «gewissen Familientauglichkeit», so Burri. Das stärkste verbindende Element zwischen der Pariser Revue und dem Musical ist der französische Cancan-Tanz. Im Musical ist dieser jedoch deutlich kürzer als in der Revue, wo er bis zu zehn Minuten dauert.
«Die Produktion im Theater 11 hat nur wenig mit der Pariser Revueshow zu tun. Was das Publikum in Zürich sieht, ist eine ebenso berührende wie mitreissende Liebesgeschichte mit vielen grandiosen Songs, die sich stark am Kinofilm von 2001 orientiert.»
Begeisterung für das Zürcher Musical
Nina Burri und ihr Ehemann Marco Desimoni (45) zeigten sich nach der Premiere in Zürich begeistert. Der Applaus sei «verdientermassen lautstark» gewesen. Besonders angetan war Burri von der liebevoll gestalteten Kulisse und den gesanglichen Topleistungen der Darsteller. Diese Elemente trugen massgeblich zum Gesamterlebnis bei und hoben die Qualität der Produktion hervor.
Burri hob insbesondere den zweiten Teil des Musicals hervor. Viele Musicals neigten zur Oberflächlichkeit, doch hier sei dies nicht der Fall gewesen. «Der zweite Teil war intimer, ernsthafter und tiefgründiger als vieles, was ich sonst in dieser Richtung schon gesehen habe», so Burri. Sie beschreibt die Inszenierung als eine «stimmige Mischung, die die ganze Bandbreite an Emotionen abdeckte».
Hintergrund: Nina Burris Karriere
Nina Burri (48) wurde international als Schlangenfrau bekannt. Nach ihrer Zeit im Moulin Rouge war sie als Ballerina und Model tätig und begann kürzlich eine Karriere als Autorin. Ende 2025 beendete sie ihre Karriere als Schlangenfrau aufgrund einer Hüftverletzung. Aktuell absolviert sie ein Ergotherapie-Studium, arbeitet als Wetter- und Eventmoderatorin und nimmt weiterhin Engagements als Model und Schauspielerin an. Sie bleibt auch der Bühne in Musicals treu.
Ein Abend voller Emotionen und Ablenkung
Für Nina Burri bot der Besuch des Musicals auch eine willkommene Ablenkung von ihrem derzeitigen Ergotherapie-Studium, das sie 2024 begonnen hat. Sie befindet sich mitten in den Semesterprüfungen, zeigte sich aber «guten Mutes». Trotz der intensiven Studienzeit findet sie weiterhin Zeit für kulturelle Erlebnisse und ihre vielfältigen beruflichen Aktivitäten.
Burris Karriereweg zeigt eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Vom internationalen Star der Schlangenfrau-Kunst über das Moulin Rouge bis hin zu ihrer aktuellen Rolle als Studentin, Moderatorin und Schauspielerin – sie bleibt eine vielseitige Persönlichkeit, die ihre Leidenschaft für die Bühne und kreative Projekte stets neu definiert. «Ich bin zurzeit vollkommen happy», resümiert sie ihre aktuelle Lebensphase.
Die Bedeutung des «Moulin Rouge»
Das «Moulin Rouge» hat sich seit seiner Gründung zu einer kulturellen Ikone entwickelt. Es steht nicht nur für Unterhaltung und Tanz, sondern auch für eine Epoche des Umbruchs und der künstlerischen Freiheit. Die Adaption als Musical zeigt, wie zeitlos die Themen Liebe, Leidenschaft und das Streben nach Glück sind, die im historischen Paris ihren Ursprung hatten.
Die Produktion in Zürich bietet dem Publikum die Möglichkeit, in diese faszinierende Welt einzutauchen, ohne die Erwartungen einer exakten Kopie der Pariser Revue zu haben. Stattdessen wird eine eigenständige, emotionale Geschichte erzählt, die mit moderner Bühnentechnik und herausragenden Darbietungen überzeugt.





