Winterthur wird 2026 zur Närrischen Europäischen Kulturstadt. Die Eulachstadt erhält diese Auszeichnung von der Närrischen Europäischen Gemeinschaft. Diese Entscheidung hebt die Winterthurer Fasnacht auf eine internationale Bühne. Andreas Kappeler aus Brütten, Präsident des Fasnachtskomitees Winterthur, zeigte sich überglücklich über diese Anerkennung. Er vergleicht die Auszeichnung mit einem Team aus einer unteren Liga, das in der Champions League spielt.
Wichtige Fakten
- Winterthur ist Närrische Europäische Kulturstadt 2026.
- Die Auszeichnung kommt von der Närrischen Europäischen Gemeinschaft.
- Andreas Kappeler, Präsident des Fasnachtskomitees, ist hocherfreut.
- Die Winterthurer Fasnacht wird für ihre Tradition und Familienfreundlichkeit gewürdigt.
- Der Umzug ist bereits seit dem letzten Sommer ausgebucht.
Winterthurer Fasnacht im internationalen Rampenlicht
Die Wahl Winterthurs zur Närrischen Europäischen Kulturstadt 2026 ist eine Premiere. Normalerweise stehen Basel oder Luzern im Fokus, wenn es um grosse Fasnachtsereignisse in der Schweiz geht. Nun rückt Winterthur in den Mittelpunkt des europäischen Fasnachtsgeschehens.
Das Komitee der Närrischen Europäischen Gemeinschaft, mit Sitz in Köln, hat die Stadt aufgrund ihres Charmes, der Familienfreundlichkeit und der über 500-jährigen Tradition ausgewählt. Diese Faktoren spielten eine entscheidende Rolle bei der Vergabe des Titels. Die Anerkennung ist ein Höhepunkt für die lokale Fasnacht.
Faktencheck
- Über 500 Jahre Fasnachtstradition in Winterthur.
- Die Närrische Europäische Gemeinschaft hat ihren Sitz in Köln.
- Letztes Jahr verfolgten 45'000 Zuschauer den sonntäglichen Umzug.
Ein unerwarteter Erfolg für das Komitee
Andreas Kappeler, der 52-jährige Präsident des Fasnachtskomitees Winterthur (Fakowi), konnte es kaum fassen. Die Nachricht verschlug ihm nach eigenen Angaben für eine halbe Stunde die Sprache. Sein Team hat in den letzten fünf Jahren hart gearbeitet, um die Winterthurer Fasnacht zu stärken. Diese Auszeichnung sehen sie als Belohnung für ihren Einsatz.
Kappeler übernahm das Amt vor fünf Jahren. Damals verstarb der vorherige Präsident überraschend. Unter seiner Führung hat die Fasnacht in Winterthur ein Niveau erreicht, das nun auch international wahrgenommen wird. Anfragen von Gruppen, die am Umzug teilnehmen möchten, kommen inzwischen aus ganz Europa.
«Das ist für uns, wie wenn der FC Bassersdorf in der Champions League mitspielen dürfte.»
Andreas Kappeler, Präsident des Fasnachtskomitees Winterthur
Herausforderungen und Zukunftspläne
Trotz des grossen Interesses sind die Kapazitäten begrenzt. Der Umzug ist bereits seit dem letzten Sommer vollständig ausgebucht. Viele Gruppen aus halb Europa konnten keine Zusage erhalten. Das Fasnachtskomitee sucht zusammen mit der Stadt Winterthur nach Lösungen, um den Umzug in Zukunft verlängern zu können. Dies würde mehr Teilnehmern die Möglichkeit geben, dabei zu sein.
Die internationale Aufmerksamkeit bedeutet auch, dass Vorstandsmitglieder der Närrischen Europäischen Gemeinschaft die Winterthurer Fasnacht besuchen werden. Gäste aus Slowenien, Holland und Frankreich haben ihr Kommen angekündigt. Trotzdem plant das Fakowi kein spezielles Rahmenprogramm. Die ausländischen Gäste sollen die unverfälschte Winterthurer Fasnacht erleben.
Hintergrundinformationen
Die Närrische Europäische Gemeinschaft fördert den Austausch und die Bewahrung von Fasnachts- und Karnevalstraditionen in Europa. Die Auszeichnung zur «Närrischen Europäischen Kulturstadt» wird an Städte vergeben, die sich durch eine lebendige und traditionsreiche Fasnachtskultur auszeichnen. Sie soll die Vielfalt der europäischen Bräuche hervorheben und den interkulturellen Dialog stärken.
Emotionale Bedeutung und Programmhöhepunkte
Für die Mitglieder des Fasnachtskomitees ist die Auszeichnung eine grosse emotionale Sache. Der Puls vieler Beteiligter ist bereits jetzt höher als in den Vorjahren. Diese besondere Atmosphäre trägt zur Vorfreude auf die kommenden Tage bei.
Die Winterthurer Fasnacht startet offiziell am 19. Februar mit dem traditionellen Hammenschmaus. Danach folgen weitere Höhepunkte. Am 21. Februar findet der Guggenumzug statt, der für seine lauten Klänge und farbenfrohen Kostüme bekannt ist. Der grosse Umzug, das Herzstück der Fasnacht, zieht am 22. Februar durch die Strassen Winterthurs. Ein besonderes Ereignis für die jüngsten Fasnächtler ist der Kinderumzug am 23. Februar.
Die Fasnacht endet traditionell am Montagabend mit dem Böögg-Verbrennen. Dieses Ritual markiert das Ende der närrischen Zeit und den Abschied vom Winter. Winterthur gilt als die grösste Fasnacht im Kanton Zürich. Die Bassersdorfer Fasnacht folgt auf dem zweiten Platz. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung Winterthurs als Fasnachtshochburg in der Region.
- 19. Februar: Offizieller Start mit dem Hammenschmaus.
- 21. Februar: Guggenumzug.
- 22. Februar: Grosser Umzug.
- 23. Februar: Kinderumzug.
- Montagabend: Böögg-Verbrennen als Abschluss.
Blick in die Zukunft
Die Auszeichnung als Närrische Europäische Kulturstadt ist nicht nur eine Ehre. Sie bietet auch eine Chance, die Winterthurer Fasnacht weiterzuentwickeln. Das Komitee will die internationale Präsenz nutzen, um langfristige Partnerschaften zu schmieden. Eine Verlängerung des Umzugs ist ein erklärtes Ziel. Dies würde der wachsenden Nachfrage gerecht werden und noch mehr Menschen die Teilnahme ermöglichen.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist dabei entscheidend. Gemeinsame Lösungen für Logistik und Infrastruktur sind notwendig, um die Fasnacht nachhaltig zu gestalten. Der Fokus bleibt auf der Bewahrung der Traditionen. Gleichzeitig soll die Veranstaltung offen für neue Impulse bleiben. Winterthur festigt damit seine Position als wichtiger Kulturstandort in Europa.





