Eine besorgniserregende Betrugsmasche mit gefälschten Websites von bekannten Schweizer Ausflugszielen breitet sich aus. Jüngst wurde eine Frau aus dem Wallis Opfer einer solchen Fälschung, als sie online Tickets für den Zoo Zürich kaufen wollte. Statt des regulären Preises von 120 Franken wurden ihr 1200 Franken abgebucht. Dieser Vorfall unterstreicht die wachsende Gefahr, die von professionell nachgebauten Online-Auftritten ausgeht, welche in Suchmaschinen oft an vorderster Stelle erscheinen.
Wichtige Erkenntnisse
- Gefälschte Websites von Schweizer Ausflugszielen sind im Umlauf.
- Eine Walliserin verlor 1200 Franken beim Ticketkauf für den Zoo Zürich.
- Die Fake-Seiten sind oft kaum vom Original zu unterscheiden und erscheinen prominent in Google-Suchergebnissen.
- Betroffene sollten den korrekten Domainnamen und den Endbetrag vor der Zahlung genau prüfen.
- Die Kantonspolizei Zürich warnt seit über zwei Jahren vor dieser Betrugsmasche.
Der Fall: 1200 Franken für nicht existierende Tickets
Die Walliserin wollte am Samstag Tickets für den Zoo Zürich lösen. Sie suchte über Google und klickte auf den ersten Treffer. Die Website sah täuschend echt aus. Sie gab die Daten ein und bestätigte die Zahlung. Statt der erwarteten 120 Franken für die Tickets wurden ihr jedoch 1200 Franken belastet. Da sie und eine zweite Person gleichzeitig Tickets buchten, vermuteten sie zunächst einen technischen Fehler und versuchten es erneut. Erst am Abend bemerkten sie den Betrug.
Sie meldeten den Vorfall umgehend ihrer Bank. Das Geld ist vorerst weg, und die Betroffene hofft nun auf die Kulanz ihrer Bank. Dieser Fall zeigt, wie schnell man auf solche Fallen hereinfallen kann, besonders wenn die gefälschten Seiten so professionell gestaltet sind und in den Suchergebnissen ganz oben stehen.
Faktencheck Betrug
- Abgebuchter Betrag: 1200 Franken
- Beabsichtigter Betrag: 120 Franken
- Vorgehen: Online-Ticketkauf über eine gefälschte Google-Anzeige
- Erkennung: Erst nach der Abbuchung des falschen Betrags
Reaktion des Zoo Zürich und Behörden
Der Zoo Zürich reagierte umgehend auf den aktuellen Fall. Mediensprecher Dominik Ryser bestätigte, dass der Zoo am Freitagnachmittag Kenntnis von der Fake-Website erhielt und sofort handelte. «Die Seite ist unterdessen offline und die Google-Werbung wurde entfernt», erklärte Ryser. Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art; bereits im Februar gab es eine ähnliche gefälschte Seite.
«Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Wir versuchen, solche Seiten früh zu erkennen und rasch zu melden.» – Dominik Ryser, Mediensprecher Zoo Zürich
Die IT-Abteilung des Zoos leitet bei solchen Entdeckungen sofort technische Schritte ein, um die betrügerischen Seiten sperren zu lassen. Zudem wird Google über die falschen Anzeigen informiert. Der Zoo Zürich betont, dass er gut aufgestellt sei und jeweils sofort handle. Glücklicherweise seien bisher nur einzelne Besucher betroffen, nicht Hunderte.
Hintergrund: Die Betrugsmasche
Kriminelle nutzen sogenannte Google Ads, um gefälschte Websites in den Suchergebnissen ganz oben zu platzieren. Diese Anzeigen sehen oft legitim aus und leiten Nutzer auf täuschend echte Kopien der Originalseiten weiter. Ziel ist es, persönliche Daten oder Geld abzugreifen. Die Opfer bemerken den Betrug oft erst, wenn ungewöhnlich hohe Beträge abgebucht werden oder keine Tickets ankommen.
Warnungen der Kantonspolizei und Prävention
Die Kantonspolizei Zürich, Abteilung Cybercrime, kennt diese Betrugsmasche seit Langem. Polizeisprecher Roger Bonetti weist darauf hin, dass nicht nur der Zoo Zürich betroffen ist. «Wir warnen seit mehr als zwei Jahren davor, dass Kriminelle Google Ads verwenden, um betrügerische Webseiten in der Google-Suche zuoberst zu platzieren», so Bonetti.
Im Sommer war beispielsweise auch das Lindt Home of Chocolate in Kilchberg ZH von einer solchen Fake-Seite betroffen. Die Polizei rät dringend dazu, immer die offizielle Domain zu überprüfen, bevor man persönliche Daten eingibt oder eine Zahlung tätigt. Für den Zoo Zürich lautet die korrekte Adresse zoo.ch. Zudem sollte man den Endbetrag vor der Bestätigung der Zahlung genau kontrollieren.
Was tun bei Verdacht auf Betrug?
- Domain prüfen: Achten Sie immer genau auf die URL in der Adresszeile des Browsers.
- Betrag kontrollieren: Überprüfen Sie den angezeigten Betrag vor der Zahlung.
- Bank kontaktieren: Melden Sie ungewöhnliche Abbuchungen sofort Ihrer Bank.
- Anzeige erstatten: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, Abteilung Cybercrime.
Der Zoo Zürich bedauert den Missbrauch seines Namens für betrügerische Zwecke, kann aber keine Gratis-Tickets für Betroffene abgeben, da der Fehler nicht auf seiner Seite liegt. Dennoch ist das Bewusstsein für die Gefahr entscheidend. Die Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Institutionen, Google und der Polizei ist wichtig, um solche betrügerischen Aktivitäten einzudämmen. Letztlich liegt die Verantwortung für die Sorgfaltspflicht aber auch bei den Nutzern, die beim Online-Kauf wachsam sein müssen.
Die Rolle von Google Ads und die Herausforderung
Die Tatsache, dass gefälschte Websites über Google Ads prominent platziert werden können, stellt eine grosse Herausforderung dar. Obwohl Google Massnahmen ergreift, um betrügerische Anzeigen zu entfernen, finden Kriminelle immer wieder Wege, diese Mechanismen zu umgehen. Es ist ein ständiger Wettlauf zwischen Betrügern und Sicherheitsmassnahmen.
Verbraucher müssen sich bewusst sein, dass nicht jeder Top-Suchtreffer auch der offizielle Link ist. Ein kritischer Blick auf die URL und die Absenderinformationen ist unerlässlich, um sich vor finanziellen Verlusten zu schützen. Die digitale Welt bietet viele Annehmlichkeiten, birgt aber auch Risiken, die eine erhöhte Wachsamkeit erfordern.





