Der ehemalige FCZ-Spieler Daniel Denoon steht heute Dienstag vor dem Bezirksgericht Bülach. Ihm wird vorgeworfen, den Online-Händler Galaxus mit einem komplexen «Päckli-Trick» um rund 70'000 Franken betrogen zu haben. Der 21-Jährige ist grundsätzlich geständig, doch das Verfahren wirft Fragen zu den Hintergründen der Taten auf.
Wichtige Punkte
- Daniel Denoon ist wegen Betrugs in 37 Fällen angeklagt.
- Er soll Galaxus um rund 70'000 Franken betrogen haben.
- Der Betrug erfolgte mittels manipulierter Retouren und nicht angekommener Pakete.
- Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe und eine hohe Geldbusse.
- Denoon wird auch wegen Verkehrsdelikten angeklagt.
Der ausgeklügelte Betrugsmechanismus
Die Staatsanwaltschaft wirft Daniel Denoon insgesamt 37 versuchte und vollendete Delikte vor. Diese Taten soll er zwischen Mai 2022 und März 2023 begangen haben, in einer Zeit, als er noch für die U21 des FC Zürich spielte und nach eigenen Angaben wenig verdiente. Mit den Betrügereien soll er seinen Lebensunterhalt finanziert haben.
Das Vorgehen war laut Anklage immer ähnlich: Denoon bestellte bei Galaxus vor allem Smartphones von Apple. Als Bestellempfänger gab er dabei Namen von Bekannten, Verwandten oder sogar erfundene Personen an. Die Lieferadresse war meist deren Wohnort.
Faktencheck
- Anzahl Delikte: 37 (versucht und vollendet)
- Schadenhöhe: ca. 70'000 Franken
- Tatzeitraum: Mai 2022 bis März 2023
- Betrugsobjekte: Hauptsächlich Apple Smartphones
Die Methode: Nicht-Ankunft und Müll-Retouren
Eine der Betrugsmaschen bestand darin, die Geräte per Kreditkarte zu bezahlen und anschliessend wahrheitswidrig zu behaupten, die Pakete seien nie angekommen. Daraufhin erstattete Galaxus das Geld zurück.
Bei einer anderen Methode bestellte Denoon die Sendungen an sogenannte Pickup-Stores. Er gab vor, die Pakete retournieren zu wollen. Doch anstelle der bestellten Ware enthielten die zurückgeschickten Pakete lediglich Abfall, der dem Originalgewicht des Inhalts entsprach. Um die Rücksendung zu erschweren, soll der 21-Jährige die Strichcodes entfernt und die Barcodes der Rücksendeetiketten manipuliert haben.
«Die Manipulationen an Gewicht und Barcodes liessen die Retouren aus der Ferne korrekt erscheinen, was zu den Rückzahlungen führte.»
Nach dem Versand des Mülls meldete sich Denoon beim Kundendienst und erkundigte sich nach der Rückzahlung seines Geldes. Er wusste dabei, dass die manipulierten Pakete noch bei der Post lagerten. Aufgrund der gefälschten Barcodes und des korrekten Gewichts schien für die Galaxus-Mitarbeitenden alles in Ordnung zu sein, und sie veranlassten die Rückerstattung. Erst als die Pakete mit dem Abfall tatsächlich bei Galaxus ankamen, konnten die Mitarbeitenden aufgrund der fehlenden Strichcodes keine Zuordnung mehr vornehmen.
Verkehrsdelikte und sportliche Karriere
Neben den Betrugsvorwürfen muss sich Denoon auch wegen Verkehrsdelikten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Ende 2023 in einer 30er-Zone in Zürich mit 56 km/h unterwegs gewesen zu sein. Eine weitere Anklage betrifft das Fahren ohne gültigen Fahrausweis im April 2025, obwohl ihm sein Ausweis auf Probe auf unbestimmte Zeit entzogen worden war.
Hintergrund zu Daniel Denoon
Daniel Denoon spielte bis Sommer 2025 beim FC Zürich in der U21. Seine Verhaftung im Februar 2025 sorgte für Aufsehen. Er sass damals knapp zwei Tage in Untersuchungshaft. Mittlerweile spielt der Schweizer Verteidiger für den italienischen Verein Pisa in der Serie A. FCZ-Präsident Ancillo Canepa hatte sich nach der Verhaftung geäussert und den Fall als «nicht dramatisch» bezeichnet, da keine Gewalt im Spiel gewesen sei. Ein Rausschmiss aus dem Verein war für ihn kein Thema.
Die Karriere des jungen Fussballers erlebte trotz dieser Vorfälle einen Wechsel nach Italien. Seit Sommer 2025 ist er für den italienischen Verein Pisa in der Serie A aktiv. Dies zeigt, dass die sportliche Laufbahn von den rechtlichen Problemen nicht vollständig gestoppt wurde, jedoch die Verhaftung im Februar 2025 für erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit sorgte.
Das geforderte Strafmass
Die Anklage fordert für Daniel Denoon eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Zusätzlich soll er eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 150 Franken bezahlen. Eine Busse von 3000 Franken kommt noch hinzu. Der Onlinehändler Galaxus soll ausserdem die betrogenen 70'775 Franken von Denoon zurückerhalten.
Das Verfahren wird als abgekürztes Verfahren geführt. Dies bedeutet, dass der Beschuldigte die Vorwürfe grundsätzlich zugibt und den Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft akzeptiert. Diese Art von Verfahren wird oft gewählt, wenn eine schnelle und effiziente Abwicklung angestrebt wird und der Angeklagte kooperiert.
Der Ausgang des Verfahrens wird zeigen, welche Konsequenzen der ehemalige FCZ-Spieler für seine Taten tragen muss. Die Summe des geforderten Schadenersatzes und die bedingte Freiheitsstrafe sind beachtlich und unterstreichen die Schwere der Vorwürfe.
- Forderung Staatsanwaltschaft:
- Bedingte Freiheitsstrafe: 2 Jahre
- Bedingte Geldstrafe: 90 Tagessätze à 150 Franken
- Busse: 3000 Franken
- Schadenersatz an Galaxus: 70'775 Franken
Die Öffentlichkeit verfolgt diesen Fall mit grossem Interesse, nicht zuletzt wegen Denoons sportlichem Hintergrund und der ungewöhnlichen Art des Betrugs.





