Die Bäckerei-Conditorei Fleischli schliesst ihre Filiale im Dübendorfer Hochbord-Quartier bereits Ende April 2026. Dies geschieht nur ein Jahr nach ihrer Eröffnung im April 2025. Der Grund für die schnelle Schliessung sind zu geringe Umsätze, die das Geschäft unrentabel machen.
Wichtigste Punkte
- Bäckerei Fleischli schliesst Dübendorf-Filiale am 30. April 2026.
- Hauptgrund ist ein zu tiefer Tagesumsatz von nur 500 Franken.
- Besonders starke Einbrüche der Kundenzahlen gab es während der Ferienzeiten.
- McDonald's plant eine Filiale in der Nähe, stösst aber auf Widerstand.
Umsatzziele nicht erreicht
Die Entscheidung, die Filiale im aufstrebenden Hochbord-Quartier zu schliessen, kommt überraschend. Bei der Eröffnung im April 2025 zeigte sich die Bäckereikette aus Niederglatt ZH noch optimistisch. Man sprach von einem «wahren Bijou», das sowohl eine Auswahl zum Mitnehmen als auch ein gemütliches Café mit vielen Sitzplätzen bieten sollte.
Diese anfängliche Euphorie ist nun verflogen. Konrad Pfister, CEO von Fleischli, bestätigte die Schliessung. Er nannte konkrete Zahlen als Hauptgrund. Eine Filiale, die lediglich 500 Franken Umsatz pro Tag generiert, ist wirtschaftlich nicht tragbar.
Faktencheck
- Eröffnung: 3. April 2025
- Schliessung: 30. April 2026
- Tagesumsatz: Nur 500 Franken
- Anzahl Filialen Fleischli: 15 im Kanton Zürich
Frequenzprobleme in Ferienzeiten
Besonders während der Ferienzeiten brachen die Kundenzahlen stark ein. Dies beobachteten auch aufmerksame Anwohner. Schon vor Monaten hatte der Laden am Wochenende nicht mehr geöffnet, was erste Anzeichen für Schwierigkeiten waren. Das Hochbord ist ein Neubauquartier, das noch stark im Aufbau ist und viele Pendler anzieht.
Die Abhängigkeit von der täglichen Pendlerfrequenz könnte ein entscheidender Faktor gewesen sein. Wenn viele Bewohner und Arbeitnehmer in den Ferien abwesend sind, fehlt die Laufkundschaft, die für Bäckereien oft essenziell ist.
"Von der Kundenfrequenz her sind wir relativ gut gestartet. Doch vor allem während der Ferien brach die Frequenz jeweils stark ein."
Ein Testlauf ohne grosse Investitionen
Interessanterweise war die Filiale in Dübendorf als eine Art Testlauf konzipiert. Die Bäckerei hatte nach eigenen Angaben kaum investieren müssen, da der Ausbau nicht von ihr finanziert wurde. "Wir wollten schauen, ob es funktioniert", erklärte Pfister. Diese geringe Anfangsinvestition ermöglichte es Fleischli, den Mietvertrag nun relativ unkompliziert aufzulösen.
Die Räumlichkeiten wurden mit der Restaurantkette Tenz Momo geteilt, die den Abendbetrieb übernahm. Wie es mit Tenz Momo an diesem Standort weitergeht, ist derzeit noch unklar. Eine Anfrage blieb unbeantwortet.
Hintergrund: Dübendorf Hochbord
Das Hochbord-Quartier in Dübendorf, oft auch "Dübai" genannt, ist ein schnell wachsendes Gebiet mit vielen Hochhäusern und einer Mischung aus Wohn- und Geschäftsflächen. Es ist bekannt für seine moderne Architektur und zieht viele junge Familien und Pendler an. Trotz des Wachstums kämpfen einige lokale Geschäfte mit der Etablierung.
Fleischli feiert 40-jähriges Bestehen
Die Nachricht von der Schliessung der Dübendorfer Filiale kommt nur wenige Tage, nachdem Fleischli sein 40-jähriges Bestehen gefeiert hat. In einer Pressemitteilung betonte das Unternehmen, dass es trotz des Preisdrucks durch Discounter, Grossverteiler und steigende Inflation "gute Zahlen" schreibe. Dies unterstreicht, dass die Probleme im Hochbord ein isoliertes Phänomen für die Kette waren und nicht die allgemeine Unternehmensgesundheit widerspiegeln.
Fleischli betreibt insgesamt 15 Filialen im Kanton Zürich und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und eine etablierte Traditionsbäckerei.
McDonald's sieht Potenzial – aber mit Widerstand
Während Fleischli das Potenzial im Hochbord nicht ausschöpfen konnte, glaubt der Fast-Food-Riese McDonald's an den Standort. Nur 450 Meter von der ehemaligen Fleischli-Filiale entfernt, am Bahnhof Stettbach, ist eine neue McDonald's-Filiale geplant. Diese soll auf einer Teilfläche des heutigen Restaurants Waldkantine entstehen.
Die Pläne stossen jedoch auf erheblichen Widerstand in der lokalen Bevölkerung. Eine Petition auf der Plattform Campax sammelt bereits Unterschriften gegen die Eröffnung. Kritiker befürchten, dass ein Fast-Food-Restaurant in unmittelbarer Nähe mehrerer Schulen ein falsches Signal aussendet. Diese Debatte zeigt die unterschiedlichen Ansichten über die Entwicklung des Quartiers und die Art der dort gewünschten Angebote.





