Die Weihnachtsbeleuchtung in mehreren Schweizer Gemeinden sorgt für geteilte Meinungen und vielerorts für Enttäuschung. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Suhr im Kanton Aargau die am wenigsten beliebte Festdekoration hat. Doch auch in Bern, Wetzikon, Olten und Maur ZH ist die Bevölkerung nicht überzeugt. Die Kritik reicht von mangelnder Präsenz bis zu als unästhetisch empfundenen Installationen.
Wichtigste Punkte
- Suhr (AG) hat laut Umfrage die unbeliebteste Weihnachtsbeleuchtung der Schweiz.
- Auch Bern, Wetzikon, Olten und Maur erhalten kritische Rückmeldungen.
- In Wetzikon stören sich Anwohner an defekten Lichtern aus PET-Flaschen.
- Die Beleuchtung in Olten und Maur wird als zu bescheiden oder langweilig empfunden.
Suhr: An der Spitze der Unbeliebtheitsskala
In einer umfassenden Umfrage, an der sich über 6000 Personen beteiligten, wurde die Weihnachtsbeleuchtung in Suhr (AG) als die unbeliebteste in der Schweiz bewertet. Die Gemeinde im Aargau konnte die Erwartungen vieler Bürger offensichtlich nicht erfüllen. Dies zeigt, wie wichtig den Menschen eine festliche Atmosphäre in der Adventszeit ist.
Faktencheck
- Über 6000 Stimmen wurden in der Umfrage abgegeben.
- Suhr landete auf Platz eins der unbeliebtesten Weihnachtsbeleuchtungen.
Bern: Geteilte Meinungen in der Bundesstadt
In Bern herrscht keine einheitliche Meinung zur Weihnachtsbeleuchtung. Während einige die Gestaltung als ansprechend empfinden, wünschen sich andere mehr Lichterglanz. Gaia, eine 16-jährige Schülerin, findet die Beleuchtung am Berner Bahnhof schön, vermisst aber in der restlichen Stadt und in ihrer Schule die Weihnachtsstimmung. Sie wünscht sich mehr festliche Dekoration.
Auch die 17-jährigen Julia, Joel und Xenia, die die GIBB besuchen, beklagen den Mangel an Weihnachtsbeleuchtung in ihrer Bildungseinrichtung. Sie schlagen sogar vor, im Unterricht selbst etwas Basteln zu können, um die Weihnachtsstimmung zu verbessern. Insgesamt beurteilen sie die Beleuchtung in Bern jedoch als «ganz okay».
«Ich finde die Weihnachtsbeleuchtung hier sehr schön. Ich komme aus Solothurn und dort haben wir gar nichts, darum bin ich hier ganz zufrieden.»
Laura (18) zur Berner Weihnachtsbeleuchtung
Laura (18) aus Solothurn sieht die Situation anders. Sie ist mit der Berner Beleuchtung sehr zufrieden, da ihre Heimatstadt gar keine Dekoration bietet. Einen kritischen Punkt spricht sie dennoch an: Die Umweltverträglichkeit. Sie merkt an, dass die Lichter viel Strom verbrauchen, was aus ökologischer Sicht nicht optimal sei.
Wetzikon: PET-Flaschen und Defekte sorgen für Kritik
In Wetzikon ZH sorgt die Weihnachtsbeleuchtung, die aus zusammengebundenen PET-Flaschen besteht, für Diskussionen. Leser Michael äussert sich deutlich: «Wetzikon übertrifft wieder mal alle, Petflaschen als Weihnachtsbeleuchtung! Das sieht echt schäbig aus!» Diese unkonventionelle Wahl stösst nicht bei allen auf Gegenliebe.
Hintergrund der PET-Flaschen
Die Verwendung von recycelten Materialien wie PET-Flaschen in der Weihnachtsdekoration ist ein Versuch, nachhaltigere Lösungen zu finden. Dies stösst jedoch nicht immer auf breite Akzeptanz, besonders wenn die Ästhetik darunter leidet oder die Funktionalität eingeschränkt ist.
Martin (30) hingegen findet die Idee nicht so schlimm. Er meint, Beleuchtungen aus alten Flaschen seien «halt nun mal Mode». Ihm gefällt, dass die Beleuchtung einfarbig und nicht bunt ist. Anja (27) hat ebenfalls nichts prinzipiell gegen die Flaschen, kritisiert aber die Funktionalität: «Ich würde sie ja schön finden, wenn sie funktionieren. Aber die Hälfte ist kaputt. Das ist schade.» Defekte Lichter beeinträchtigen die festliche Wirkung erheblich.
Olten: Immer das Gleiche und zu wenig
In Oltens Innenstadt prägen grosse orange Kugeln und Dreiecks-Lichter die Weihnachtsdekoration. Viele empfinden dies als uninspiriert und mangelhaft. Lynn (18) bezeichnet die Dekoration als «eher hässlich» und findet die Kugeln nicht ansprechend. Neila (17) ergänzt, dass es jedes Jahr das Gleiche sei und dies langweilig werde. Sie vermutet ein geringes Budget als Ursache und wünscht sich eine Beleuchtung wie in Luzern oder Bern.
Reham (16) schliesst sich der Kritik an. Sie findet, dass kaum drei Strassen dekoriert sind, was die Stadt «ein wenig tot» aussehen lasse. Auch ihr sind die orangefarbenen Kugeln ein Dorn im Auge: «Die fallen nicht auf. Sie sind nichts Besonderes und alles in derselben Farbe.» Ihr Kollege Theodor (16) widerspricht ihr jedoch teilweise. Er findet die Beleuchtung bei Nacht durchaus schön, sieht das Problem aber in der Menge. «Es ist zu wenig, alle wollen die Lichter sehen und dann wird es hier zu voll.»
Maur: «Sehr traurig» und bescheiden
Die Weihnachtsdekoration im zürcherischen Maur fällt äusserst bescheiden aus. Dies führt bei den Dorfbewohnern zu deutlicher Unzufriedenheit. Leserin Vittoria äussert sich sehr klar: «In Maur hängt die absolut schlimmste Weihnachtsbeleuchtung.» Ein weiterer Anwohner, dessen Name der Redaktion bekannt ist, stimmt ihr zu und beschreibt die Beleuchtung als «sehr traurig».
Die bescheidene Gestaltung und der Mangel an festlichem Glanz in Maur zeigen, dass für viele Menschen die Weihnachtsbeleuchtung ein wichtiger Bestandteil der Adventszeit ist. Sie trägt wesentlich zur allgemeinen Stimmung und zum Wohlbefinden bei. Eine Umfrage zur Wichtigkeit der Weihnachtsbeleuchtung in der Gemeinde zeigt, dass die Mehrheit der Menschen Wert auf festliche und traditionelle Dekoration legt.
Bedeutung der Weihnachtsbeleuchtung
- Eine grosse Mehrheit der Befragten (736 Abstimmungen) legt Wert auf Weihnachtsbeleuchtung.
- Die Präferenzen reichen von traditionell-festlich bis modern-kreativ.
- Einige sehen die Beleuchtung als Geldverschwendung an.
Einige Leserkommentare unterstreichen die Stimmung. Josef Apfelbaum meint, wenn die Strassenbeleuchtung heller sei als die Weihnachtsbeleuchtung und der Ort kalt wirke, solle man auf den Versuch, weihnachtlich zu wirken, verzichten. Andere, wie «Shadowqueen», verweisen auf gut beleuchtete Orte wie den Sternenmarkt in Bern, um zu zeigen, dass es auch anders geht. BelleHélène verteidigt sogar die PET-Flaschen-Beleuchtung und verweist auf ähnliche, schön wirkende Installationen in Zürich.
Die Diskussion zeigt, dass die Gestaltung der Weihnachtsbeleuchtung eine Balance zwischen Ästhetik, Budget, Nachhaltigkeit und den Erwartungen der Bevölkerung finden muss. Gemeinden stehen vor der Herausforderung, eine festliche Atmosphäre zu schaffen, die sowohl ansprechend als auch verantwortungsvoll ist.





