Die Sozialdemokratische Partei (SP) der Stadt Zürich fordert den Stadtrat auf, die geplanten Parkgebührenerhöhungen für Flughafenmitarbeitende zu verhindern. Ab dem 1. Mai sollen die Kosten für Stellplätze steigen und die maximale Parkdauer für gemietete Plätze von zehn Tagen auf 36 Stunden reduziert werden. Die SP kritisiert, dass der Flughafen seinen Gewinn auf Kosten der Angestellten optimiere, die oft im Schichtbetrieb arbeiten und auf das Auto angewiesen sind.
Wichtige Punkte
- Flughafen Zürich plant Erhöhung der Parkgebühren für Mitarbeitende ab 1. Mai.
- Maximale Parkdauer für Mietparkplätze wird von zehn Tagen auf 36 Stunden reduziert.
- SP kritisiert die Massnahme als Gewinnoptimierung auf Kosten der Angestellten.
- Viele Flughafenmitarbeitende verdienen knapp 4000 Franken monatlich und sind auf das Auto angewiesen.
- Die Stadt Zürich ist mit 5 Prozent Miteigentümerin des Flughafens.
Geplante Änderungen treffen Mitarbeitende hart
Die Flughafenbetreiber planen ab dem 1. Mai eine signifikante Anpassung der Parkbedingungen für ihre Angestellten. Die Gebühren für bestimmte Parkplatzkategorien sollen um bis zu 30 Prozent ansteigen. Gleichzeitig wird die erlaubte Parkdauer für gemietete Stellplätze drastisch gekürzt. Bisher konnten Mitarbeitende ihre Fahrzeuge bis zu zehn Tage am Stück parken, was besonders für Schichtarbeiter und Angestellte mit längeren Dienstreisen von Vorteil war. Zukünftig sollen nur noch 36 Stunden erlaubt sein.
Diese Änderungen stossen bei der Stadtzürcher SP auf scharfe Kritik. Sie argumentiert, dass viele Angestellte des Flughafens Zürich körperlich und psychisch anspruchsvolle Arbeit leisten. Der Schichtbetrieb, der oft frühmorgens beginnt oder spät in der Nacht endet, macht die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig oder unmöglich. Daher sind viele auf ihr privates Fahrzeug angewiesen.
Faktencheck: Parken am Flughafen
- Erhöhung: Bis zu 30 Prozent mehr Kosten für einige Parkplatzkategorien.
- Dauer: Reduktion der maximalen Parkzeit von 10 Tagen auf 36 Stunden.
- Betroffene: Angestellte, die auf das Auto angewiesen sind, oft im Schichtbetrieb.
Einkommen und Parkkosten im Verhältnis
Die SP betont, dass viele Flughafenmitarbeitende ein relativ bescheidenes Gehalt beziehen. Ein monatliches Einkommen von knapp 4000 Franken sei keine Seltenheit. Angesichts dessen seien die aktuellen Parkgebühren bereits eine erhebliche Belastung. Die Partei berichtet, dass Angestellte schon heute nicht selten über 130 Franken pro Monat für ihren Parkplatz bezahlen müssen. Eine weitere Erhöhung würde diese finanzielle Last noch verstärken.
"Der Flughafen Zürich optimiert seinen Gewinn auf dem Buckel der Angestellten", kritisiert die Stadtzürcher SP in ihrem Postulat. "Die Arbeit am Flughafen ist körperlich und psychisch anspruchsvoll und erfolgt häufig im Schichtbetrieb. Deshalb sind viele aufs Auto angewiesen."
Diese Aussage unterstreicht die Sorge, dass die Massnahmen die ohnehin schon knappen Budgets der Mitarbeitenden weiter belasten könnten. Die Partei sieht darin eine ungerechtfertigte Umverteilung zugunsten des Unternehmensgewinns.
Politische Intervention gefordert
Um die Interessen der Flughafenmitarbeitenden zu schützen, hat die SP ein Postulat im Stadtrat eingereicht. Dieses fordert den Stadtrat auf, seinen Einfluss als Miteigentümer des Flughafens geltend zu machen. Die Stadt Zürich besitzt 5 Prozent der Aktien des Flughafens Zürich. Diese Beteiligung soll genutzt werden, um den Flughafen von seinen geplanten Preisanpassungen abzubringen.
Hintergrund: Die Rolle der Stadt Zürich
Als Miteigentümerin des Flughafens Zürich hat die Stadt Zürich die Möglichkeit, auf Unternehmensentscheidungen Einfluss zu nehmen. Ein Anteil von 5 Prozent mag gering erscheinen, doch in strategischen Fragen kann die Stimme eines Grossaktionärs Gewicht haben. Das Postulat der SP zielt darauf ab, diesen Einfluss politisch zu nutzen.
Der Vorstoss der SP wird in einer der kommenden Sitzungen des Stadtrats debattiert. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Stadtrat positionieren wird und welche Auswirkungen eine mögliche Intervention auf die Pläne des Flughafens hätte. Die Diskussion verspricht, aufzuzeigen, wie die Balance zwischen wirtschaftlichen Interessen und sozialen Verantwortung in einem so wichtigen Infrastrukturunternehmen wie dem Flughafen Zürich gesehen wird.
Die Debatte im Stadtrat wird ein wichtiges Signal senden, ob die Stadt bereit ist, ihre Position als Miteigentümerin aktiv zu nutzen, um die Arbeitsbedingungen der Angestellten zu verteidigen. Für die betroffenen Mitarbeitenden geht es dabei um eine spürbare finanzielle Entlastung und die Sicherstellung praktikabler Pendelmöglichkeiten.
Ausblick für die Flughafenmitarbeitenden
Die Entscheidung des Stadtrats wird direkte Auswirkungen auf Tausende von Flughafenmitarbeitenden haben. Viele von ihnen sind auf bezahlbare Parkplätze angewiesen, um ihren Arbeitsweg bewältigen zu können. Eine Erhöhung der Gebühren könnte für einige eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen, insbesondere in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten.
Die Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen beobachten die Entwicklung genau. Sie hoffen, dass das politische Engagement der SP zu einer Lösung führt, die sowohl den wirtschaftlichen Erfordernissen des Flughafens als auch den sozialen Bedürfnissen seiner Belegschaft gerecht wird. Eine Kompromisslösung könnte beispielsweise subventionierte Parkplätze für Geringverdienende oder flexible Tarifmodelle umfassen.
Das Thema Parkgebühren am Flughafen ist ein wiederkehrendes Anliegen, das immer wieder die Diskussion um die Arbeitsbedingungen im Luftfahrtsektor anstösst. Es zeigt, wie lokale Politik und grosse Infrastrukturprojekte eng miteinander verknüpft sind und welche Rolle die Stadt Zürich als Miteigentümerin spielen kann und sollte.





