Trotz ihres Parteiausschlusses aus der SP hat Regula Hess die Wiederwahl ins Stadtparlament von Illnau-Effretikon geschafft. Die Politikerin, die seit 2018 im Parlament sitzt, erzielte bei den Wahlen vom Sonntag 1682 Stimmen. Ihr Ausschluss erfolgte aufgrund der Verbreitung judenfeindlicher Beiträge in sozialen Medien.
Wichtigste Erkenntnisse
- Regula Hess wurde trotz Parteiausschluss wiedergewählt.
- Sie erhielt 1682 Stimmen und belegte Platz 7 auf der SP-Liste.
- Der Ausschluss erfolgte wegen judenfeindlicher Online-Posts.
- Die SP verteidigte ihre sieben Sitze im Parlament.
- Die SVP konnte drei zusätzliche Sitze gewinnen.
Wiederwahl trotz Kontroverse
Regula Hess hat am Sonntag, dem 8. März 2026, ihre Position im Stadtparlament von Illnau-Effretikon erfolgreich verteidigt. Ihre Wiederwahl erfolgte unter ungewöhnlichen Umständen. Nur wenige Tage zuvor hatte die Sozialdemokratische Partei (SP) sie aufgrund von Anschuldigungen wegen judenfeindlicher Online-Beiträge aus der Partei ausgeschlossen. Die Kandidaturen für die Wahlen konnten so kurzfristig nicht mehr geändert werden.
Hess trat auf Platz 4 der SP-Liste an und erreichte mit 1682 Stimmen den siebten Platz. Dies sicherte ihr die Wiederwahl, da die SP ihre insgesamt sieben Sitze im 36-köpfigen Stadtparlament halten konnte. Ihre Präsenz im Parlament begann im Jahr 2018.
Fakten zur Wahl
- Wahltermin: Sonntag, 8. März 2026
- Hess' Stimmen: 1682
- Platz auf Liste: 7 (von 36)
- SP-Sitze: 7 (verteidigt)
- SVP-Sitze: 12 (plus 3 Sitze)
Hintergrund des Parteiausschlusses
Der Parteiausschluss von Regula Hess wurde Anfang der Woche bekannt. Die Zürcher SP-Generalsekretärin Andrea Sprecher äusserte sich schockiert über die Beiträge von Frau Hess. Nach einer Anhörung wurde Hess der Parteiausschluss mitgeteilt. Das Verfahren wurde in Absprache zwischen der Kantonalpartei, der Sektion und der Bezirkspartei eingeleitet.
Auf Hess' Profilen in sozialen Medien waren offenbar regelmässig Beiträge zum Gazakrieg und zur israelischen Regierung zu sehen. Diese Posts gingen jedoch über Kritik an der Regierung hinaus und griffen pauschal jüdische Personen an. Es gab Berichte über Inhalte, die eine jüdische Weltverschwörung thematisierten oder sogar eine mögliche Leugnung des Holocausts andeuteten.
"Die Posts sind für uns absolut inakzeptabel und überschreiten unzweideutig die Grenze dessen, was in der Partei Platz hat und als persönliche Meinungsäusserung zu akzeptieren ist."
Andrea Sprecher, Zürcher SP-Generalsekretärin
Die Reaktion der SP
Die Sozialdemokratische Partei distanzierte sich klar von den Inhalten. Andrea Sprecher betonte, dass solche Äusserungen nicht mit den Werten der Partei vereinbar seien. Der Parteiausschluss war die direkte Konsequenz dieser Haltung. Die SP hat damit ein klares Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.
Trotz des Ausschlusses konnte Hess auf der Liste verbleiben, da die Fristen für eine Änderung der Kandidaturen bereits abgelaufen waren. Die Partei musste somit hinnehmen, dass eine ausgeschlossene Person unter ihrem Namen kandidierte und letztlich auch gewählt wurde.
Politischer Kontext
Die Wahlen in Illnau-Effretikon zeigten auch eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse. Während die SP ihre sieben Sitze halten konnte, war die SVP die grosse Gewinnerin. Sie eroberte drei zusätzliche Sitze und verfügt nun über 12 der 36 Sitze im Stadtparlament. Dies deutet auf eine Stärkung der bürgerlichen Kräfte in der Gemeinde hin.
Solche Fälle, bei denen Kandidaten trotz parteiinterner Konflikte gewählt werden, sind in der Schweizer Kommunalpolitik selten, aber nicht ausgeschlossen. Die Stimmberechtigten entscheiden letztlich über die Zusammensetzung der Parlamente, unabhängig von parteiinternen Sanktionen.
Ausblick für das Stadtparlament
Die Wiederwahl von Regula Hess wirft Fragen über ihre zukünftige Rolle im Stadtparlament auf. Als parteilose Politikerin, die ursprünglich auf einer SP-Liste gewählt wurde, könnte ihre Positionierung innerhalb des Parlaments komplex werden. Es bleibt abzuwarten, wie sie sich in der kommenden Legislaturperiode positionieren und mit welcher Fraktion sie gegebenenfalls zusammenarbeiten wird.
Das Stadtparlament von Illnau-Effretikon wird sich mit einer neuen Zusammensetzung und möglicherweise neuen Dynamiken auseinandersetzen müssen. Die Stärkung der SVP könnte ebenfalls zu neuen Mehrheitsverhältnissen und politischen Debatten führen, die das Gemeindeleben in den nächsten Jahren prägen werden.
Die politischen Entwicklungen in Illnau-Effretikon werden weiterhin aufmerksam verfolgt. Der Fall Regula Hess zeigt die Herausforderungen, mit denen Parteien konfrontiert sind, wenn Mitglieder sich öffentlich in einer Weise äussern, die den Parteiwerten widerspricht.





