Winterthur steht vor den Kommunalwahlen 2026, die als Richtungsentscheidung gelten. Besonders das Stadtpräsidium verspricht ein Kopf-an-Kopf-Rennen, nachdem Michael Künzle (Mitte) nach 14 Jahren sein Amt abgibt. Das Duell um seine Nachfolge wird voraussichtlich zwischen Kaspar Bopp (SP) und Stefan Fritschi (FDP) entschieden.
Wichtige Punkte
- Michael Künzle tritt nach 14 Jahren als Stadtpräsident ab.
- Das Stadtpräsidium wird voraussichtlich zwischen Kaspar Bopp (SP) und Stefan Fritschi (FDP) entschieden.
- Bürgerliche Parteien bilden das Bündnis «Team 4 Winti» für den Stadtrat.
- Mehrere amtierende Stadträte streben die Wiederwahl an, darunter Martina Blum (Grüne), Nicolas Galladé (SP) und Christa Meier (SP).
- Die SVP versucht, mit Christian Hartmann nach 2018 wieder in den Stadtrat einzuziehen.
Spannendes Duell um das Stadtpräsidium
Die Wahl des Winterthurer Stadtpräsidenten am 8. März 2026 wird mit Spannung erwartet. Nach 13 Jahren im Amt tritt Michael Künzle (Mitte) nicht mehr an. Seine Ära begann 2012 mit einem klaren Sieg über seine sozialdemokratische Herausforderin Yvonne Beutler. Damit beendete er eine zehnjährige SP-Führung im Stadtpräsidium.
Nun will die SP den Posten zurückerobern. Ihr Kandidat ist Kaspar Bopp, der bereits 2022 einen Versuch unternahm. Gegenüber steht ihm Stefan Fritschi von der FDP. Beobachter erwarten ein sehr enges Ergebnis.
Faktencheck Stadtpräsidium
- Amtsinhaber: Michael Künzle (Mitte), tritt nach 13 Jahren ab.
- SP-Kandidat: Kaspar Bopp, Finanzvorsteher, bekannt für solide Jahresabschlüsse und Pensionskassensanierung.
- FDP-Kandidat: Stefan Fritschi, Vorsteher Technische Betriebe, engagiert in Energiepolitik und Stadtbegrünung.
- Erwartung: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird prognostiziert.
Kandidatenprofile im Detail
Kaspar Bopp (SP), aktuell Finanzvorsteher, gilt als besonnen und analytisch. Er hat in seiner Amtszeit gute Jahresabschlüsse für die Stadt präsentiert und die Pensionskasse saniert. Auch die Digitalisierung im Finanzdepartement trieb er voran. Seine Stärke liegt in der Verwaltung und der Sicherung finanzieller Stabilität.
Stefan Fritschi (FDP) ist seit 2010 Mitglied des Stadtrats und leitet das Departement Technische Betriebe. Er hat die städtische Energiepolitik massgeblich mitgestaltet. Zudem setzte er sich für Baumpflanzaktionen ein und verbesserte die Sporthallenkapazitäten mit dem Win4-Projekt. Fritschi wird als lösungsorientiert und vertrauenswürdig beschrieben.
"Die Wahlen 2026 in Winterthur werden richtungsweisend sein. Das Stadtpräsidium ist hart umkämpft und spiegelt die politische Vielfalt unserer Stadt wider."
Die Besetzung des Stadtrats: Wer bleibt, wer kommt neu?
Neben dem Stadtpräsidium stehen auch die Sitze im Stadtrat zur Wahl. Es wird allgemein erwartet, dass sowohl Kaspar Bopp als auch Stefan Fritschi ihre Wiederwahl in den Stadtrat schaffen werden. Auch die anderen amtierenden Stadträte haben gute Chancen.
Martina Blum (Grüne) tritt zu ihrer ersten Wiederwahl an. Die SP-Stadträte Nicolas Galladé und Christa Meier streben ebenfalls eine weitere Amtszeit an. Christa Meiers Sitz könnte jedoch am ehesten wackeln. Bereits vor vier Jahren erhielt sie die wenigsten Stimmen aller Bisherigen. Ihre jüngsten Projekte, wie Tempo 30 auf Hauptstrassen oder die flächendeckende Einführung der blauen Zone, sorgten für Diskussionen in der Bevölkerung.
Hintergrund: Die letzten Wahlen
Bei den Wahlen 2012 gelang Michael Künzle (damals CVP) ein bemerkenswerter Sieg. Er holte fast doppelt so viele Stimmen wie seine SP-Herausforderin und beendete damit eine zehnjährige sozialdemokratische Führung. Die kommenden Wahlen könnten ein Indikator dafür sein, ob sich dieser Trend fortsetzt oder ob das Pendel wieder in Richtung der linken Parteien ausschlägt.
Bürgerliches "Team 4 Winti" fordert Linke heraus
Das Gerangel um die freien und umstrittenen Stadtratssitze ist gross. Die bürgerlichen Parteien SVP, FDP und Mitte haben sich zum Bündnis «Team 4 Winti» zusammengeschlossen. Eine ähnliche Zusammenarbeit zwischen linken Parteien und der Mitte kam nicht zustande.
Romana Heuberger (FDP) gilt als Spitzenkandidatin der Bürgerlichen. Sie tritt bereits zum dritten Mal zu einer Stadtratswahl an und hat sich im Parlament als Bau- und Verkehrsexpertin einen Namen gemacht. Ebenfalls gute Chancen werden Christian Hartmann (SVP) zugerechnet. Der Unternehmer wird als kompromissbereit und dialogorientiert wahrgenommen, nicht als Hardliner.
Neue Gesichter im Stadtrat?
Ob Heuberger und Hartmann den Einzug in die Exekutive schaffen, bleibt abzuwarten. Auch die Chancen von Andreas Geering (Mitte), Urs Glättli (GLP) und Franziska Kramer-Schwob (EVP) sind offen. Andreas Geering könnte vom sogenannten Künzle-Bonus profitieren, muss sich aber aus dessen Schatten lösen.
Urs Glättli (GLP), Zürcher Kantonsrat, und Franziska Kramer-Schwob (EVP), Winterthurer Stadtparlamentarierin, müssen ohne grosses Bündnis um Stimmen im linken Lager kämpfen. Beide haben sich in ihren jeweiligen Parlamenten durch Fachwissen einen Namen gemacht.
Weitere Kandidaten für den Stadtrat
- Müller Richard (PdA): Tritt für die Partei der Arbeit an.
- Trivigno Luca (Parteilos): Ein parteiloser Kandidat.
- Ziegler Noah (PdA): Ebenfalls für die Partei der Arbeit im Rennen.
Die Wahlchancen dieser Kandidaten gelten als gering.
Die Wahlen 2026 versprechen eine spannende politische Auseinandersetzung in Winterthur. Die Bürger werden nicht nur über das zukünftige Stadtpräsidium entscheiden, sondern auch die Zusammensetzung des Stadtrats neu bestimmen, was weitreichende Folgen für die Stadtentwicklung haben könnte. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Themen die Debatten dominieren und welche Kandidaten die Wähler am meisten überzeugen können.





