Ein Wimmelbild im Kinderbereich des Flughafens Zürich hat eine Kontroverse ausgelöst, nachdem eine prominente Influencerin das Bild in den sozialen Medien als «Horror» bezeichnete. Das Bild, das unter anderem ein sich übergebendes Kind zeigt, hat eine Debatte über die Angemessenheit von Darstellungen in öffentlichen Räumen für Kinder entfacht.
Wichtige Punkte
- Influencerin Farina Opoku kritisierte ein Wimmelbild am Flughafen Zürich.
- Das Bild zeigt ein sich übergebendes Kind und ein Mädchen mit Schmerzen.
- Der Flughafen Zürich verteidigt die 2017 erstellte Illustration.
- Es gab in acht Jahren keine negativen Rückmeldungen zum Bild.
Kritik einer Influencerin wird öffentlich
Farina Opoku, eine bekannte deutsche Influencerin mit über zwei Millionen Followern auf Instagram, war mit ihrer dreijährigen Tochter Nola auf der Rückreise vom Skiort St. Moritz. Am Flughafen Zürich machte sie eine Entdeckung im Kinderbereich, die sie schockierte. In einer Instagram-Story teilte sie ihre Bestürzung mit den Worten: «Ich weiss ja auch nicht, das ist Horror.»
Ihre Kritik richtete sich gegen ein Wimmelbild, das verschiedene Szenen und Figuren darstellt. Neben spielenden Kindern, älteren Menschen, die fotografieren, und einer Hexe auf einem Besen, ist in der unteren rechten Ecke ein Kind zu sehen, das sich übergibt. Opoku kommentierte das Bild als «so komisch» und fragte: «What is going on?»
Faktencheck
- Influencerin: Farina Opoku
- Follower: Über 2 Millionen auf Instagram
- Kritikpunkt: Wimmelbild mit sich übergebendem Kind
- Standort: Kinderbereich des Flughafens Zürich
Die Reaktion des Flughafens Zürich
Der Flughafen Zürich hat sich zu den Vorwürfen geäussert und das Wimmelbild verteidigt. Ein Sprecher des Flughafens erklärte gegenüber Medien, dass das Bild ein Ausschnitt aus einem Wimmelbuch sei, das bereits 2017 veröffentlicht wurde. Seit seiner Entstehung vor acht Jahren habe es keine negativen Rückmeldungen zu dieser Illustration gegeben.
Die von Beatrice Kaufmann entworfene Illustration soll den Flughafen Zürich und seine Gegebenheiten mehr oder weniger detailgetreu abbilden. Der Flughafen betont, dass die dargestellten Situationen teils fiktiv, teils aber auch tatsächlich so passiert seien. Diese Mischung aus Realität und Fiktion sei charakteristisch für Wimmelbilder.
«In den acht Jahren, seit Entstehung des Buches, haben uns keine negativen Rückmeldungen erreicht.»
Hintergrund des Wimmelbildes und seine Bedeutung
Wimmelbilder sind bekannt dafür, detailreiche Szenen zu zeigen, in denen viele Figuren und Objekte versteckt sind. Sie sollen die Beobachtungsgabe und die Fantasie von Kindern anregen. Oftmals stellen sie den Alltag oder bestimmte Orte mit all ihren Facetten dar. Die Darstellung eines sich übergebenden Kindes könnte als Versuch interpretiert werden, auch weniger angenehme, aber dennoch reale Aspekte des Lebens oder Reisens abzubilden.
Die Künstlerin Beatrice Kaufmann hat mit ihrem Werk eine Momentaufnahme des Flughafenlebens geschaffen, die nicht nur die schönen, sondern auch die herausfordernden Seiten des Reisens zeigen könnte. Ein Kind, dem schlecht wird, ist eine Erfahrung, die viele Familien auf Reisen machen. Die Frage ist, ob solche Szenen in einem Kinderbuch oder auf einer Wandillustration für Kinder angemessen sind.
Hintergrundinformationen zu Wimmelbildern
Wimmelbilder sind illustrierte Bücher oder Tafeln, die detailreiche Szenen mit vielen Charakteren und Objekten zeigen. Sie sollen Kinder dazu anregen, genau hinzuschauen und Geschichten zu entdecken. Oftmals bilden sie Alltagssituationen oder spezifische Orte ab, wobei sowohl positive als auch alltägliche, manchmal auch unschöne, Ereignisse dargestellt werden können, um ein realistisches Gesamtbild zu vermitteln.
Öffentliche Wahrnehmung und Diskussion
Die Diskussion, die durch Farina Opokus Instagram-Story ausgelöst wurde, zeigt, wie unterschiedlich Kunst und Darstellungen wahrgenommen werden können, besonders wenn es um Inhalte für Kinder geht. Während der Flughafen Zürich die Illustration als unproblematisch ansieht, empfinden andere, wie die Influencerin, die Darstellung als verstörend.
Diese Debatte wirft die Frage auf, welche Inhalte in Kinderbereichen öffentlicher Einrichtungen angemessen sind. Sollten solche Bilder eine idealisierte Welt darstellen oder dürfen sie auch die Realität mit all ihren Unannehmlichkeiten abbilden? Die Antwort darauf hängt oft von individuellen Präferenzen und kulturellen Normen ab.
Es bleibt abzuwarten, ob die öffentliche Diskussion zu einer Neubewertung des Wimmelbildes durch den Flughafen Zürich führen wird. Bislang hält der Flughafen an seiner Position fest, dass das Bild in den letzten acht Jahren keine Beanstandungen hervorgerufen hat und Teil eines umfassenderen Konzepts ist.
Die Rolle von Social Media bei der Meinungsbildung
Der Vorfall verdeutlicht auch die erhebliche Reichweite und den Einfluss von Social Media auf die öffentliche Meinungsbildung. Eine einzige Story einer Influencerin kann innerhalb kürzester Zeit eine breite Diskussion auslösen und die Aufmerksamkeit auf Details lenken, die sonst vielleicht unbemerkt geblieben wären. Farina Opokus zwei Millionen Follower bedeuten, dass ihre Meinung ein grosses Publikum erreicht und somit eine öffentliche Debatte anstossen kann, die über traditionelle Medienkanäle hinausgeht.
Solche Fälle zeigen die zunehmende Bedeutung digitaler Plattformen für die Kommunikation und die Herausforderungen für Unternehmen und Institutionen, auf schnelle und weitreichende Kritik aus der Online-Community zu reagieren. Die Transparenz und die unmittelbare Reaktion des Flughafens Zürich auf die Kritik sind in diesem Kontext bemerkenswert.





