Die Schützenwiese in Winterthur bleibt ein heisses Thema, insbesondere wenn die Temperaturen sinken. Nach einer Spielabsage im Januar wegen vereister Stellen steht der Zustand des Rasens erneut im Fokus. Trotz intensiver Bemühungen der Stadt Winterthur und des Sportamtes wird die dringend benötigte Rasenheizung erst in einigen Jahren Realität sein. Dies führt zu anhaltenden Diskussionen über die Spielbedingungen im Profifussball.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Super-League-Spiel im Januar wurde wegen vereister Rasenstellen abgesagt.
- Die Stadt Winterthur setzt auf manuelle Pflege und Abdeckungen, um den Rasen zu schützen.
- Eine Rasenheizung auf der Schützenwiese ist erst in einigen Jahren geplant.
- Trotz der Herausforderungen glaubt das Sportamt an die Spielbarkeit des Feldes.
- Die Bedingungen auf der Schützenwiese spalten die Meinungen der Spieler und Trainer.
Die Absage im Januar und ihre Folgen
Mitte Januar sorgte die Absage des Super-League-Spiels zwischen dem FC Winterthur und dem FC St. Gallen für erhebliche Diskussionen. Vier Stunden vor dem geplanten Anpfiff entschied der Schiedsrichter, dass der Rasen auf der Schützenwiese an vereinzelten Stellen vereist war. Dies verhinderte den regulären Start in die Rückrunde für beide Teams.
Die Reaktionen auf die Absage waren deutlich. Patrick Rahmen, der Trainer des FC Winterthur, bezeichnete die Situation als «peinlich». Enrico Maassen, der Coach des FC St. Gallen, kritisierte die fehlende Infrastruktur scharf. Er betonte, dass in einer modernen Liga wie der Schweiz eine Rasenheizung zum Standard gehören müsse.
«In einer ersten Liga, insbesondere in einem so modernen Land wie der Schweiz, muss es in den Stadien eine Rasenheizung geben. Ein gewisser Standard muss vorhanden sein.»
Faktencheck Schützenwiese
- Eigentümer: Stadt Winterthur
- Kapazität: ca. 9'400 Zuschauer
- Rasenart: Naturrasen
- Aktueller Zustand: Keine Rasenheizung vorhanden
- Zukünftige Pläne: Rasenheizung in mehreren Jahren geplant
Herausforderungen ohne Rasenheizung
Ohne eine Rasenheizung ist die Pflege des Spielfeldes in den Wintermonaten eine besondere Herausforderung. Dave Mischler vom Sportamt Winterthur ist für die Rasenpflege verantwortlich. Er erklärte, dass das Team im Vorfeld des Januarmatches alles Mögliche getan habe. Dazu gehörten das manuelle Räumen des Schnees und das Abdecken des Feldes mit speziellen Folien.
Trotz dieser Massnahmen konnte die Vereisung nicht vollständig verhindert werden. Die Stadt ist sich der Problematik bewusst und steht im Austausch mit anderen Stadionbetreibern und Fachleuten. Ziel ist es, die Abläufe und Prozesse auch ohne Rasenheizung stetig zu optimieren.
Lernprozesse und zukünftige Massnahmen
Mischler betont, dass aus jeder Situation gelernt werden kann. Das Sportamt hat sich nach der Absage mit den Spielverantwortlichen der Liga, anderen Stadionbetreibern und spezialisierten Firmen ausgetauscht. Diese Gespräche sollen dazu beitragen, die Rasenpflege weiter zu verbessern und das Risiko zukünftiger Absagen zu minimieren.
Ein gewisses Risiko bleibt jedoch bestehen, besonders wenn unerwartet viel Schnee fällt oder die Temperaturen stark sinken. Die Minustemperaturen und mögliche Schneefälle, die der Wetterbericht für bevorstehende Spiele ankündigt, sind daher ein ständiger Faktor, der berücksichtigt werden muss.
Hintergrund: Rasenheizungen im Profifussball
Rasenheizungen sind in vielen modernen Fussballstadien Europas Standard. Sie sorgen dafür, dass der Rasen auch bei Frost und Schnee bespielbar bleibt. Dies minimiert Spielabsagen und schützt die Spieler vor Verletzungen durch harte oder vereiste Oberflächen. Die Installation ist jedoch teuer und erfordert eine entsprechende Infrastruktur, die in älteren Stadien oft fehlt.
Der «Schützenacker» und die Spielermeinungen
Die Schützenwiese wird in den Wintermonaten oft als «Schützenacker» bezeichnet. Dies spielt auf den oft schwierigen und unebenen Zustand des Rasens an. Interessanterweise sehen nicht alle Spieler diese Bedingungen negativ. FCSG-Verteidiger Chima Okoroji äusserte sich beispielsweise positiv über das Spielen auf einem solchen Untergrund.
Okoroji erklärte, dass er persönlich lieber auf einem Naturrasen spielt, auch wenn dieser nicht perfekt ist, als auf einem Kunstrasen. Diese Meinung zeigt, dass die Präferenzen der Spieler variieren können. Während einige die Vorteile einer Rasenheizung und eines perfekten Feldes schätzen, bevorzugen andere die authentischen Bedingungen eines Naturrasens, selbst wenn dieser anspruchsvoller ist.
Auswirkungen auf den Spielplan
Die fehlende Rasenheizung hat direkte Auswirkungen auf den Spielplan des FC Winterthur. Verschiebungen von Spielen können zu einer verdichteten Terminplanung führen, was die Belastung der Spieler erhöht und die Vorbereitung auf wichtige Partien erschwert. Dies ist ein Aspekt, der sowohl für die Clubs als auch für die Liga eine Herausforderung darstellt.
Die Liga muss bei der Terminplanung flexibel bleiben und auf unvorhergesehene Wetterbedingungen reagieren können. Für die Fans bedeuten Spielabsagen oft Enttäuschung und organisatorischen Aufwand, da Tickets und Reisepläne angepasst werden müssen. Die Hoffnung bleibt, dass die geplanten Optimierungen und die zukünftige Rasenheizung diese Probleme langfristig lösen werden.
Blick in die Zukunft: Wann kommt die Rasenheizung?
Die Stadt Winterthur plant, eine Rasenheizung auf der Schützenwiese zu installieren. Dieses Projekt wird jedoch noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin müssen sich der FC Winterthur und seine Gegner weiterhin mit den aktuellen Bedingungen arrangieren. Die Diskussion um die Notwendigkeit einer modernen Infrastruktur im Schweizer Profifussball wird somit bestehen bleiben.
Die Investition in eine Rasenheizung ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherheit der Spieler. Ein bespielbarer Rasen bei jeder Witterung ist ein Qualitätsmerkmal, das von einem modernen Fussballstandort erwartet wird. Bis es so weit ist, wird das Sportamt Winterthur weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um den Rasen auf der Schützenwiese bestmöglich zu pflegen und Spiele zu ermöglichen.
Super League Tabelle (Auszug)
- FC St. Gallen: 43 Punkte
- FC Lugano: 43 Punkte
- FC Basel: 40 Punkte
- FC Winterthur: 14 Punkte
Stand: Aktueller Tabellenauszug verdeutlicht die Relevanz jedes Spiels im Kampf um die Platzierungen.





