Im Zürcher Hauptbahnhof hat ein neuartiges Fitnesskonzept Premiere gefeiert: Das wohl kleinste Fitnessstudio der Schweiz, ein sogenannter Xpress-Container, ermöglicht Pendlerinnen und Pendlern ab sofort schnelle und unkomplizierte Trainingseinheiten. Dieses innovative Angebot soll die grösste Hürde für sportliche Betätigung im Alltag abbauen: den Zeit- und Organisationsaufwand.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Xpress-Format ermöglicht Krafttraining ohne Umziehen oder Duschen.
- Es befindet sich als Pop-up-Container im Zürcher Hauptbahnhof.
- Das Konzept zielt darauf ab, Sport in den vollen Alltag zu integrieren.
- Nach dem Pop-up sind weitere Standorte und Firmenintegrationen geplant.
Training für den modernen Alltag
Der Schweizer Fitnessanbieter Update Fitness hat dieses «Xpress»-Format entwickelt. Projektleiter Sam-Maximilian Wibawa erklärt, dass die Hauptmotivation darin liegt, den organisatorischen Aufwand rund um das Training zu minimieren. Viele Menschen, besonders Berufstätige, verzichten oft auf Sport, weil das Packen der Tasche, das Umziehen, Duschen und zusätzliche Zeitfenster zu aufwendig sind.
Das Konzept ist denkbar einfach: Man betritt den Container in Alltagskleidung und absolviert ein kurzes, intensives Krafttraining. Die Idee ist, dass man danach direkt wieder seinen Tätigkeiten nachgehen kann, ohne den Arbeitskollegen oder Mitreisenden unangenehm aufzufallen.
Faktencheck: Xpress-Training
- Dauer: Kurze, effiziente Einheiten (Ziel: 15 Minuten).
- Geräte: Sieben speziell ausgewählte Geräte für ein Ganzkörpertraining.
- Kleidung: Training in Alltagskleidung.
- Standort: Aktuell als Pop-up im Zürcher Hauptbahnhof.
Hygiene und Komfort im Fokus
Ein zentraler Punkt des Konzepts ist die Frage der Hygiene, wenn man ohne Duschen direkt nach dem Training in den Alltag zurückkehrt. Sam-Maximilian Wibawa versichert, dass dies kein Problem darstellt. Die Belastung verteilt sich auf sieben Geräte, wobei pro Muskelgruppe nur ein Satz absolviert wird. Dies führe dazu, dass man kaum mehr schwitzt als in vielen anderen Alltagssituationen, in denen man ebenfalls keine Sportbekleidung trägt.
«Durch die Umsetzung mit sieben Geräten, bei denen jeweils nur ein Satz pro Muskelgruppe absolviert wird, verteilt sich die Belastung und man schwitzt kaum mehr als in vielen anderen Alltagssituationen.»
Zusätzlich wird die Temperatur im Container reguliert, um übermässiges Schwitzen zu vermeiden. Für Personen, die schneller schwitzen, bietet das Unternehmen Schweisspads an, die in die Kleidung geklebt werden können. Auch eine Auswahl an Hygiene- und Parfümartikeln steht nach dem Training zur Verfügung. So sollen die Gäste frisch und energiegeladen in ihren Alltag zurückkehren.
Hintergrund: Die Hürden des Alltagssports
Studien zeigen immer wieder, dass Zeitmangel und der hohe Organisationsaufwand die grössten Gründe sind, warum Menschen nicht regelmässig Sport treiben. Konzepte wie «Xpress» versuchen, diese Barrieren abzubauen, indem sie flexible und schnelle Trainingsmöglichkeiten an zentralen Orten anbieten.
Gemischte Reaktionen und Zukunftspläne
Das neue Konzept stösst nicht bei allen auf uneingeschränkte Begeisterung. Leo (20) und Jovan (20) aus Schlieren äussern sich skeptisch. Sie empfinden das Training in Alltagskleidung als «unhygienisch». Leo betont, dass man bei 15 Minuten Vollgas sicher ins Schwitzen komme. Jovan teilt diese Bedenken und vermutet, dass es im Container heiss werden könnte.
Andere sehen das Konzept positiver. Osman Erdogan (65) aus Zürich findet die Idee gut. Er selbst würde in den 15 Minuten zwar lieber aufs Velo steigen, hält sich aber sonst mit Fussball fit. Das Training ohne Umziehen findet er nicht schlimm und meint, je nach Übung gehe das auch gut in Alltagskleidung.
Ausblick: Expansion des Xpress-Formats
Das Pop-up im Zürcher Hauptbahnhof ist vorerst für einen Monat geplant. Danach sollen weitere Pop-up-Stationen an hoch frequentierten Standorten in der Schweiz entstehen, darunter auch in Basel. Ein weiterer Schritt ist die Integration des Xpress-Formats direkt in Arbeitsumgebungen. Dies soll Mitarbeitenden einen sportlichen Ausgleich im Arbeitsalltag ermöglichen. Der erste Standort für diese Lösung wird im Mai bei Fust in Oberbüren umgesetzt.
Das Ziel ist klar: Sport soll kein Luxus mehr sein, der viel Planung erfordert, sondern ein fester Bestandteil des täglichen Lebens, der sich flexibel integrieren lässt. Das Xpress-Format könnte somit einen neuen Trend im urbanen Fitnessbereich setzen.





