Der Stadtrat von Winterthur hat dem Stadtparlament einen Kredit in Höhe von 35,1 Millionen Franken für die Modernisierung und den Ausbau des Fussballstadions Schützenwiese beantragt. Das Projekt soll die Kapazität des Stadions erhöhen und die Infrastruktur für den gesamten Verein, einschliesslich Frauen- und Nachwuchsteams, deutlich verbessern.
Die Pläne sehen den Neubau der beiden Stirntribünen sowie ein separates Betriebs- und Garderobengebäude vor. Wenn das Stadtparlament zustimmt, wird das Stimmvolk voraussichtlich im Herbst 2026 über die Vorlage entscheiden.
Das Wichtigste in Kürze
- Investition: Der Stadtrat beantragt einen Kredit von 35,1 Millionen Franken für den Stadionausbau.
- Kapazität: Die Zuschauerzahl soll von 8'700 auf bis zu 9'900 Plätze erhöht werden.
- Massnahmen: Geplant sind der Ersatz der beiden Stirntribünen und ein neues Betriebsgebäude.
- Zeitplan: Bei Zustimmung könnte die Umsetzung zwischen 2027 und 2029 erfolgen.
Ein Stadion für die Zukunft des Winterthurer Fussballs
Das Stadion Schützenwiese, die Heimat des traditionsreichen FC Winterthur, steht vor einer umfassenden Erneuerung. Der Aufstieg des Clubs in die höchste Schweizer Liga im Jahr 2022 hat in der Stadt eine neue Fussballeuphorie entfacht und den Bedarf an einer modernen Infrastruktur verdeutlicht. Nun hat der Stadtrat gehandelt und einen entscheidenden Schritt für die Zukunft des Standorts eingeleitet.
Mit einem beantragten Kredit von 35,1 Millionen Franken soll das in die Jahre gekommene Stadion nicht nur saniert, sondern auch erweitert werden. Das Projekt ist eine Antwort auf die gestiegenen Anforderungen des modernen Fussballs und soll dem Verein langfristig eine solide Basis bieten.
Mehr Platz und Komfort für die Fans
Ein zentraler Punkt des Vorhabens ist die Erhöhung der Zuschauerkapazität. Künftig sollen bis zu 9'900 Fans die Spiele des FC Winterthur live verfolgen können, was einer Steigerung von 1'200 Plätzen entspricht. Dies wird durch den kompletten Neubau der beiden Stirntribünen hinter den Toren erreicht. Die Kosten für diese Massnahme belaufen sich auf rund 26,8 Millionen Franken.
Historischer Verein mit grosser Bedeutung
Der FC Winterthur wurde 1896 gegründet und gehört zu den ältesten Fussballvereinen der Schweiz. Obwohl die drei Meistertitel bereits lange zurückliegen, hat der Verein eine treue Anhängerschaft und eine wichtige soziale Funktion in der Stadt. Der sportliche Erfolg der letzten Jahre hat diese Bedeutung weiter gestärkt.
Die neuen Tribünen sollen nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr Komfort bieten. Geplant ist eine Verlängerung der obersten Stehplatzstufe, wodurch eine Art Balkon entsteht. Dieser Bereich soll mit neuen Verpflegungsmöglichkeiten ausgestattet werden und das Stadionerlebnis für die Zuschauer verbessern.
Flexible Sektoren und moderne Infrastruktur
Eine besonders innovative Lösung betrifft die Gestaltung der Stirntribüne im Sektor D. Diese wird so konzipiert, dass die Trennung zwischen dem Heim- und dem Gästesektor flexibel verschoben werden kann. Diese Anpassungsfähigkeit ist ein grosser Vorteil für den Verein.
Bei Spielen, zu denen nur wenige Gästefans erwartet werden, kann der Heimbereich einfach vergrössert werden. Dadurch können mehr Tickets an die eigenen Anhänger verkauft werden, was die Stimmung im Stadion verbessert und gleichzeitig die Einnahmen des Clubs steigert. Diese Flexibilität ist ein Beispiel dafür, wie moderne Stadionarchitektur auf die Bedürfnisse des Spielbetriebs eingehen kann.
Die Investition im Detail
- Gesamtkredit: 35,1 Millionen Franken
- Neue Stirntribünen: ca. 26,8 Millionen Franken
- Betriebs- und Garderobengebäude: ca. 12 Millionen Franken
- Finanzierung: Der FC Winterthur beteiligt sich ebenfalls an den Kosten.
Ein neues Herzstück für den Verein
Neben den Tribünen ist der Bau eines neuen Betriebs- und Garderobengebäudes ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts. Für rund 12 Millionen Franken soll ausserhalb des eigentlichen Stadionperimeters ein modernes Gebäude entstehen. Dieses wird die Trainingsbedingungen für alle Mannschaften des Vereins nachhaltig verbessern.
Die neuen Garderoben können unabhängig vom Spielbetrieb im Stadion genutzt werden. Dies ist besonders wichtig, da es an Spieltagen die Nutzungszeiten der umliegenden Fussballplätze auf der Sportanlage Schützenwiese erhöht. Davon profitieren insbesondere der Frauen- und der Nachwuchsfussball, die dadurch bessere und verlässlichere Trainingsmöglichkeiten erhalten.
Der Weg zur Realisierung
Der Antrag des Stadtrats ist der erste Schritt in einem mehrstufigen politischen Prozess. Als Nächstes wird das Stadtparlament über den Kredit von 35,1 Millionen Franken beraten und abstimmen. Sollte das Parlament grünes Licht geben, liegt die endgültige Entscheidung bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern von Winterthur.
Die Volksabstimmung über das Stadionprojekt wird voraussichtlich im Herbst 2026 stattfinden. Die breite Unterstützung für den FC Winterthur in der Bevölkerung und die spürbare Fussballbegeisterung könnten dem Vorhaben zum Erfolg verhelfen.
Bei einem Ja an der Urne würde die Umsetzung zeitnah beginnen. Der Zeitplan sieht eine Bauphase von 2027 bis 2029 vor. In dieser Zeit würde das Stadion Schützenwiese in eine moderne Arena verwandelt, die den Anforderungen der höchsten Spielklasse gerecht wird und dem Winterthurer Fussball eine neue Heimat gibt.





