Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat das Klimaschutzprogramm der zirkulit Beton AG zur dauerhaften CO₂-Speicherung in zirkulärem Beton offiziell registriert. Dies ist das erste Projekt dieser Art in der Schweiz und markiert einen wichtigen Schritt für eine klimafreundliche Bauwirtschaft. Das Programm zielt darauf ab, biogenes CO₂ in Abbruchbetongranulat zu binden und es so dauerhaft zu speichern.
Wichtige Punkte
- Erstes BAFU-registriertes Projekt zur CO₂-Speicherung in Beton in der Schweiz.
- Dauerhafte Bindung von biogenem CO₂ in Recycling-Betongranulat.
- Finanzielle Unterstützung durch die Stiftung Klimarappen als Pilotprojekt.
- Etablierung von stark CO₂-reduzierten Baustoffen mit Negativemissionen.
Ein Meilenstein für nachhaltiges Bauen
Die offizielle Registrierung durch das BAFU bestätigt, dass das Programm der zirkulit Beton AG die Anforderungen der CO₂-Verordnung erfüllt. Es wird als Projekt zur Erhöhung der Senkenleistung im Inland anerkannt. Diese Genehmigung ist ein Novum für die Schweiz, da sie zum ersten Mal ein Programm zur CO₂-Speicherung in Beton sowie ein Projekt im Bereich «Kohlenstoffspeicherung in anorganischen Materialien» zulässt.
Das Programm der zirkulit Beton AG umfasst mehrere CO₂-Speicheranlagen. Diese Anlagen werden in Partnerschaften mit Betonherstellern an verschiedenen Standorten in der Schweiz betrieben. Der Ansatz ist entscheidend für die Reduzierung von Emissionen im Gebäudesektor.
Faktencheck
- Erstes Projekt: Das BAFU hat erstmals ein Programm zur CO₂-Speicherung in Beton registriert.
- Material: Biogenes CO₂ wird in Recycling-Betongranulat gebunden.
- Effekt: Dauerhafte Kohlenstoffsenke in langlebigem Baustoff.
Wie die CO₂-Speicherung funktioniert
Der Prozess beginnt mit der Abscheidung von biogenem CO₂ aus Schweizer Biogasanlagen. Dieses CO₂ wird dann zu Recycling-Betonwerken transportiert. Dort kommt es in den von zirkulit entwickelten Speicheranlagen mit Granulat aus Abbruchbeton in Kontakt. Eine chemische Reaktion findet statt: Das CO₂ reagiert mit dem im Betongranulat enthaltenen Zementleim zu Calciumcarbonat. Dadurch wird das CO₂ dauerhaft mineralisch gebunden.
Das so mit CO₂ angereicherte Granulat dient anschliessend zur Herstellung von zirkulärem Beton. Auf diese Weise entsteht eine dauerhafte Kohlenstoffsenke in einem langlebigen Baustoff. Dies ist ein zentraler Hebel, um das Netto-Null-Ziel im Gebäudesektor zu erreichen.
„Die Registrierung durch das BAFU ist ein wegweisender Schritt. Sie ermöglicht es uns, Baustoffe mit Negativemissionen zu etablieren und das Klimaschutzpotenzial des Bauwesens systematisch zu erschliessen.“
Unterstützung durch starke Partner
Das innovative Programm erhält finanzielle Unterstützung von der Stiftung Klimarappen. Diese Stiftung fördert das Projekt gemeinsam mit den Partnern der zirkulit Beton AG. Es ist eines von fünf nationalen Pilotprojekten im Bereich Negativemissionstechnologien (NET) und Carbon Capture and Storage (CCS). Die Stiftung stellt hierfür insgesamt 50 Millionen Franken bereit.
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen eines mehrjährigen Liefervertrags für die durch das Programm erzielten CO₂-Entnahmen. Dies unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die nationale Klimastrategie.
Hintergrund: Negativemissionstechnologien (NET)
Negativemissionstechnologien sind Verfahren, die darauf abzielen, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen und dauerhaft zu speichern. Sie sind entscheidend, um die Klimaziele zu erreichen und die globale Erwärmung zu begrenzen. Die Speicherung in Beton ist eine vielversprechende Methode, da Beton ein weit verbreiteter Baustoff ist.
Zirkulit als Innovationsführer
Die zirkulit Beton AG versteht sich als Innovationsführer für mineralische, kreislauffähige Baustoffe. Das Unternehmen legt Wert auf einen maximalen Sekundärrohstoffanteil. Die nun offizielle Anerkennung ihres Klimaschutzprogramms unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, aktiv zur Transformation hin zu einer zirkulären und klimafreundlichen Bauwirtschaft beizutragen.
Mit der Registrierung des Programms wird ein weiterer Grundstein gelegt. Ziel ist es, stark CO₂-reduzierte Baustoffe mit Negativemissionen am Markt zu etablieren. Dies eröffnet neue Perspektiven für die gesamte Baubranche in der Schweiz und darüber hinaus.
Die Vision einer klimafreundlichen Bauwirtschaft
Die Bauwirtschaft hat einen erheblichen Einfluss auf den CO₂-Fussabdruck. Innovative Ansätze wie die CO₂-Speicherung in Beton sind daher essenziell. Sie helfen nicht nur, Emissionen zu reduzieren, sondern schaffen auch neue Kreisläufe für Baustoffe. Dies fördert eine nachhaltige Entwicklung und schont Ressourcen.
Die Schweiz nimmt mit solchen Projekten eine Vorreiterrolle ein. Sie zeigt, wie man durch technologische Innovation und starke Partnerschaften dem Ziel einer klimaneutralen Zukunft näherkommen kann. Das Programm von zirkulit ist ein konkretes Beispiel dafür, wie aus Abfallprodukten wertvolle Ressourcen für den Klimaschutz entstehen.
- Kreislaufwirtschaft: Nutzung von Abbruchbeton als Rohstoff.
- Klimaschutz: Aktive CO₂-Entnahme und dauerhafte Speicherung.
- Innovation: Entwicklung neuer Verfahren für Baustoffe.
Die langfristigen Auswirkungen dieses Projekts könnten weitreichend sein. Es könnte als Modell für andere Länder dienen, die ähnliche Herausforderungen im Bereich Klimaschutz und Bauwirtschaft haben. Die Zusammenarbeit zwischen privaten Unternehmen und staatlichen Stellen wie dem BAFU ist dabei ein Schlüsselfaktor für den Erfolg.





