Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat sechs aufstrebende Jungunternehmen ausgewählt, die ab 2026 für ein Jahr mietfrei im Innovationspark Dübendorf arbeiten werden. Die Gewinner, die sich auf nachhaltige Lösungen in den Bereichen Umwelt, Mobilität, Bildung und Industrie konzentrieren, erhalten zusätzlich kostenloses Coaching und Zugang zu einem wertvollen Netzwerk.
Die Entscheidung fiel bei einem Pitch-Event am 13. November, bei dem sich die sechs Gewinner gegen vier weitere Finalisten durchsetzten. Insgesamt hatten sich rund 40 Start-ups für das Förderprogramm beworben, was einen neuen Rekord darstellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Sechs Start-ups erhalten 2026 für ein Jahr kostenlose Büroflächen im Innovationspark Dübendorf.
- Das Förderprogramm der ZKB umfasst zudem Coaching, Netzwerkzugang und Fachveranstaltungen.
- Die ausgewählten Unternehmen entwickeln innovative Lösungen in den Bereichen Bau, Mobilität, Robotik, Raumfahrt, Schlaftechnologie und Industrieautomatisierung.
- Die Auswahl erfolgte durch eine Fachjury nach einem Pitch-Event mit zehn Finalisten.
Ein Sprungbrett für Innovationen
Die Initiative «Büro Züri Innovationspark» der Zürcher Kantonalbank hat sich als wichtiger Katalysator für die lokale Start-up-Szene etabliert. Sie bietet jungen Unternehmen nicht nur finanzielle Entlastung durch mietfreie Büros, sondern vor allem eine strategische Unterstützung, die für den frühen Unternehmenserfolg entscheidend sein kann.
Eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von ZKB-Bankratspräsident Dr. Jörg Müller-Ganz wählte die vielversprechendsten Konzepte aus. «Mit unserem Engagement möchten wir nicht nur innovative Geschäftsideen unterstützen, sondern auch einen nachhaltigen Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in Zürich leisten», erklärte Dr. Müller-Ganz die Motivation hinter dem Programm.
Das Ökosystem Innovationspark
Der Innovationspark in Dübendorf ist Teil des nationalen Netzwerks von Switzerland Innovation. Er bietet eine Plattform, auf der Hochschulen, Forschungsinstitute und Unternehmen zusammenarbeiten, um Forschungsergebnisse schneller in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umzusetzen. Die Nähe zu Institutionen wie der ETH Zürich und der Empa schafft ein ideales Umfeld für technologieorientierte Start-ups.
Der Auswahlprozess war in diesem Jahr besonders anspruchsvoll. Nderime «Nelly» Ibraimi, die Projektleiterin des «Büro Züri Innovationspark», zeigte sich beeindruckt von der Qualität der Bewerbungen. «Wir haben rund 40 Bewerbungen erhalten – so viele wie noch nie. Der Innovationsgeist und Unternehmergeist, der in diesen Dossiers steckt, ist bemerkenswert», so Ibraimi. Sie wird die Gewinnerteams im kommenden Jahr eng begleiten.
Die sechs Gewinner im Porträt
Die ausgewählten Start-ups decken ein breites Spektrum an Technologien ab und haben das Potenzial, ihre jeweiligen Branchen nachhaltig zu verändern. Von intelligenten Betten über Raketenantriebe bis hin zu KI-gestützter Automatisierung zeigen die Ideen die Vielfalt der Schweizer Innovationslandschaft.
Nachhaltiges Bauen mit Aushubmaterial
Das Unternehmen EVERSO hat eine patentierte, robotergestützte Druckmethode entwickelt. Diese ermöglicht es, aus gewöhnlichem Aushubmaterial nachhaltige Bauteile herzustellen. Mithilfe mobiler Fabriken und einer speziellen Software soll die Bauindustrie effizienter und kohlenstoffärmer werden.
Mobile Laderoboter für Elektrofahrzeuge
Kolbev löst ein zentrales Problem der Elektromobilität in grossen Parkhäusern. Das Start-up bietet ein System aus autonomen mobilen Robotern an, die mit Energiespeichern ausgestattet sind. Diese Roboter laden Elektrofahrzeuge bedarfsgerecht auf und machen den teuren Ausbau fester Ladeinfrastrukturen überflüssig.
Effizientere Antriebe für die Raumfahrt
Mit Stellar Alpina zieht auch die Raumfahrttechnologie in den Innovationspark ein. Das Unternehmen entwickelt neuartige «Rotating Detonation Rocket Engines». Diese sollen konventionelle Raketentriebwerke in Leistung und Kompaktheit übertreffen und die Raumfahrt, insbesondere für Satelliten und Landegeräte, revolutionieren.
KI für sichere Assistenzroboter
Syseed konzentriert sich auf die Verbesserung der Interaktion zwischen Mensch und Roboter. Das Start-up entwickelt Vision- und KI-Technologien, die es Assistenzrobotern ermöglichen, ihre Umgebung schneller und sicherer zu erfassen. Anwendungsbereiche sehen die Gründer vor allem in der Gesundheits- und Altenpflege.
Industrielle Automatisierung vereinfacht
Xelerit hat eine KI-gestützte Softwareplattform entwickelt, die die Programmierung von Automatisierungssystemen radikal vereinfacht. Ingenieure können Aufgaben in natürlicher Sprache beschreiben, woraufhin die Plattform automatisch optimierten Code generiert und simuliert. Dies soll die Programmierzeit um bis zu 70 % und die Integrationskosten um bis zu 80 % senken.
Leistungsversprechen von Xelerit
- 70 % weniger Programmierzeit
- 80 % geringere Integrationskosten
- 90 % der Fehler vor Inbetriebnahme erkannt
Ein Schaukelbett für besseren Schlaf
Ein weiteres Start-up, dessen Name noch nicht veröffentlicht wurde, widmet sich der Schlafqualität. Es entwickelt ein innovatives Schaukelbett, das durch sanfte, rhythmische Bewegungen und integrierte Sensoren zur Schlafmessung für eine tiefere Erholung sorgen soll. Die Kombination aus Technologie und Komfort zielt auf einen gesünderen Schlaf ab.
Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Zürich
Die Förderung von Jungunternehmen ist für die wirtschaftliche Dynamik des Kantons Zürich von zentraler Bedeutung. Initiativen wie die der ZKB tragen dazu bei, dass aus innovativen Ideen erfolgreiche Unternehmen wachsen können. Die Schweizer Start-up-Szene ist lebendig, mit über 3'000 aktiven Jungunternehmen, die vor allem in den Bereichen Technologie, Biotechnologie und Fintech tätig sind.
«Die Zürcher Kantonalbank hat die führende Rolle bei der Förderung von Schweizer Start-ups inne. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die nächste Generation von Unternehmerinnen und Unternehmern zu unterstützen.» - Dr. Jörg Müller-Ganz, Bankratspräsident der ZKB
Im Jahr 2023 flossen mehr als zwei Milliarden Schweizer Franken in Schweizer Start-ups, was ihre Rolle als wichtiger Wirtschaftsmotor unterstreicht. Programme, die nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch Mentoring und Netzwerke bereitstellen, sind dabei besonders wertvoll.
Das «Büro Züri» der ZKB feiert bereits sein zehnjähriges Bestehen und bietet am Hauptsitz der Bank kostenlose Arbeitsplätze an. Die Erweiterung im Innovationspark Dübendorf seit 2021 mit einer Fläche von 170 Quadratmetern verstärkt dieses Engagement zusätzlich. Für die sechs ausgewählten Teams beginnt nun eine intensive Phase der Vorbereitung, bevor sie 2026 ihre neuen Büros beziehen und ihre Visionen mit starker Unterstützung vorantreiben können.




