Ein Edelweiss-Flug nach Tansania musste am Samstagmorgen am Flughafen Zürich den Start abbrechen. Der Grund waren zwei Passagiere, die sich nicht an die Anweisungen der Crew hielten. Dieser Vorfall führte zu erheblichen Verspätungen für Hunderte von Reisenden und zeigt einmal mehr das wachsende Problem mit schwierigen Fluggästen im Luftverkehr.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein Edelweiss-Flug von Zürich nach Tansania musste den Start abbrechen.
- Zwei Passagiere verhielten sich renitent und wurden der Polizei übergeben.
- Der Abflug verzögerte sich um zwei Stunden, weitere Flüge waren betroffen.
- Die Anzahl ähnlicher Vorfälle bei Schweizer Airlines stieg 2024 um 30 Prozent.
Zwischenfall auf der Startbahn
Am Samstagvormittag, kurz nach 10.00 Uhr, rollte der Airbus A340 von Edelweiss Air vom Gate des Flughafens Zürich. Ziel war eine Langstreckenreise nach Tansania. Doch die Reise begann nicht wie geplant. Kurz nachdem das Flugzeug die Startbahn erreicht hatte, kehrte es überraschend zum Gate zurück.
Die Flugbesatzung meldete über Funk ein Problem mit einem Passagier. Zunächst versuchte das Personal, die Situation an Bord zu klären. Da jedoch andere Maschinen auf die Startfreigabe warteten, musste die Edelweiss-Maschine die Piste räumen.
Faktencheck
- Fluggesellschaft: Edelweiss Air
- Flugziel: Tansania
- Ursprüngliche Abflugzeit: 10.10 Uhr
- Tatsächliche Abflugzeit: 11.37 Uhr
- Verspätung des Abflugs: 2 Stunden
Renitentes Verhalten führt zu Polizeieinsatz
Ein Mediensprecher von Edelweiss bestätigte später, dass sich zwei Passagiere an Bord des Flugzeugs «sehr renitent verhalten» hatten. Sie hielten sich nicht an die Anweisungen der Flugbegleiter. Aus Sicherheitsgründen entschied die Crew, das Flugzeug zum Gate zurückzubringen.
Dort angekommen, wartete bereits die Kantonspolizei Zürich. Die Beamten übernahmen die beiden störenden Passagiere. Eine Frau wurde festgenommen, ihr Ehemann begleitete sie. Die Polizei bestätigte den Einsatz und gab an, dass gegen die Frau ein Rapport an die zuständige Amtsstelle erstellt wird.
"Wir hatten auf diesem Flug zwei Passagiere, welche sich nicht an die Anweisungen unserer Crew gehalten und sich sehr renitent verhalten haben", erklärte der Mediensprecher von Edelweiss. "Das Flugzeug sei aus Sicherheitsgründen ans Gate zurückgerollt."
Weitreichende Folgen für Hunderte Reisende
Die restlichen 306 Fluggäste mussten während des Vorfalls an Bord warten. Sie konnten ihre Reise schliesslich um 11.37 Uhr fortsetzen, mit einer Verspätung von zwei Stunden. Die Auswirkungen beschränkten sich jedoch nicht nur auf diesen einen Flug.
Der Rückflug der Maschine nach Zürich verzögerte sich ebenfalls um anderthalb Stunden. Ein Anschlussflug nach Sansibar, der auf die Edelweiss-Maschine warten musste, hatte eine Verspätung von fast zwei Stunden. Ein einzelner Vorfall mit zwei Personen führte somit zu einem Dominoeffekt, der Hunderte von Reisenden betraf.
Hintergrund: Zunehmende Vorfälle
Das Problem mit schwierigen Passagieren nimmt seit einiger Zeit zu. Bereits Anfang dieses Jahres meldete das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) einen deutlichen Anstieg solcher Vorfälle bei Schweizer Fluggesellschaften. Für das Jahr 2024 verzeichnete das Amt 1730 Vorfälle. Dies entspricht einer Zunahme von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Gründe für dieses Verhalten sind vielfältig und reichen von Alkoholkonsum über Stress bis hin zu mangelndem Respekt vor den Regeln und dem Personal. Die Airlines und Behörden stehen vor der Herausforderung, effektive Massnahmen gegen diese Entwicklung zu finden, um die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf des Flugverkehrs zu gewährleisten.
Herausforderungen für Fluggesellschaften und Passagiere
Das zunehmende Problem mit renitenten Passagieren stellt die Fluggesellschaften vor grosse Herausforderungen. Das Personal ist oft die erste Anlaufstelle für Konflikte und muss geschult sein, deeskalierend zu wirken. Gleichzeitig müssen klare Grenzen gesetzt werden, um die Sicherheit aller zu gewährleisten.
Für die unbeteiligten Passagiere bedeuten solche Vorfälle oft lange Wartezeiten und verpasste Anschlüsse. Dies führt zu Frustration und Unmut. Die Frage nach der Verantwortung und möglichen Konsequenzen für Störer wird immer lauter. Viele fordern strengere Massnahmen und eine bessere Vorbereitung der Airlines auf solche Situationen.
- Sicherheit an Bord: Die Einhaltung der Anweisungen des Flugpersonals ist entscheidend für die Sicherheit aller.
- Wirtschaftliche Folgen: Verspätungen kosten Fluggesellschaften Millionen Franken pro Jahr.
- Reputationsschaden: Negative Vorfälle können das Image einer Airline beeinträchtigen.
- Psychische Belastung: Für das Kabinenpersonal sind solche Situationen oft sehr belastend.
Die Branche diskutiert bereits über mögliche Lösungen, darunter präventive Massnahmen, verbesserte Schulungen des Personals und eine konsequentere Strafverfolgung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zahlen für 2025 entwickeln und welche neuen Strategien gegen dieses wachsende Problem eingeführt werden.





