Die Gemeinde Nürensdorf reagiert auf anhaltendes Wildparkieren und hat an ihrer jüngsten Gemeindeversammlung eine neue Polizeiverordnung verabschiedet. Ab Januar 2026 gilt eine maximale Parkdauer von 72 Stunden auf öffentlichem Grund. Diese Massnahme soll das Problem der Langzeitparker eindämmen, die oft Reisende vom nahegelegenen Flughafen Zürich sind.
Wichtige Punkte
- Maximale Parkdauer von 72 Stunden auf öffentlichem Grund ab Januar 2026.
- Die neue Regelung zielt darauf ab, Wildparkieren und Langzeitparker zu bekämpfen.
- Die Gemeinde plant die Einführung eines Parkregimes und verstärkte Kontrollen durch einen Sicherheitsdienst.
- Das Budget 2026 wurde mit einem Ertragsüberschuss von 68'000 Franken genehmigt, der Steuerfuss bleibt stabil.
Neues Parkregime gegen Wildparkieren
Das Wildparkieren entlang von Strassen und auf öffentlichen Parkplätzen hat sich in Nürensdorf zu einem erheblichen Ärgernis entwickelt. Besonders Reisende, die den Flughafen Zürich nutzen, stellen ihre Fahrzeuge oft für längere Zeit in der Gemeinde ab. Dies führt zu einer Verknappung von Parkplätzen und Beeinträchtigungen für die Anwohner.
Sicherheitsvorsteher André Meier (FDP) erläuterte an der Gemeindeversammlung die Notwendigkeit einer Überarbeitung der bestehenden Polizeiverordnung aus dem Jahr 2009. Der neu eingeführte Artikel 30 legt fest: «Fahrzeuge, Anhänger und dergleichen dürfen nicht länger als 72 Stunden ununterbrochen auf öffentlichem Grund stehen gelassen werden. Signalisierte Parkzeitbeschränkungen bleiben vorbehalten.»
Faktencheck Parkieren
- Problem: Wildparkieren von Langzeitparkern, oft Flughafenreisende.
- Lösung: 72-Stunden-Limit auf öffentlichem Grund.
- Inkrafttreten: Januar 2026 (ohne Rekurse).
- Kontrolle: Sicherheitsdienst und Meldungen aus der Bevölkerung.
Hitzige Diskussionen um Parkdauer
Die Diskussion um die genaue Dauer der Parkzeitbegrenzung war intensiv. Vorschläge reichten von 48 Stunden über 15 Stunden bis hin zu nur 6 Stunden. Gemeindepräsident Christoph Bösel (SVP) musste mehrere Abstimmungen durchführen, um eine Einigung zu erzielen. Trotz der Zusicherung von André Meier, dass die Gemeinde flexible Anpassungen an die jeweilige Strassensituation vornehmen könne, blieben die Anträge für kürzere Fristen bestehen. Am Ende setzte sich die ursprüngliche Vorlage von 72 Stunden durch.
«Wir hören es deutlich heute Abend – ein Parkregime wird ausgearbeitet!»
Diese Aussage von André Meier fasst die Stimmung der Versammlung zusammen. Die Gemeinde ist sich des Problems bewusst und plant, die neuen Regeln konsequent umzusetzen.
Kontrolle und Durchsetzung der neuen Regeln
Ein zentraler Punkt der Debatte war die Frage der Kontrolle und Durchsetzung der neuen Parkzeitbeschränkung. Einige Stimmberechtigte äusserten Skepsis, wie die Einhaltung der 72-Stunden-Regel effektiv überwacht werden soll. Sie forderten rigorose Bussen, um eine tatsächliche Verbesserung der Situation zu erreichen.
Die Gemeindeverwaltung verspricht, dass ein Sicherheitsdienst für die Überwachung zuständig sein wird. Gleichzeitig wird die Bevölkerung aktiv dazu aufgerufen, Verstösse zu melden. Dieser Ansatz kombiniert offizielle Kontrollen mit bürgerschaftlichem Engagement, um das Problem umfassend anzugehen.
Hintergrund: Wildparkieren
Das Problem des Wildparkierens wird nicht nur durch externe Reisende verschärft. Auch einige Einwohner nutzen öffentliche Parkplätze als Abstellfläche für Fahrzeuge, die sie nicht regelmässig bewegen, oder um die Kosten für private Mietparkplätze zu umgehen. Dies trägt zusätzlich zur Parkplatznot bei.
Vorbild Lindau?
Ein Votant brachte das Beispiel der Nachbargemeinde Lindau ins Spiel, die ein System mit Parkkarten und einer kostenlosen Parkzeit von vier Stunden eingeführt hat. André Meier erklärte, dass solche detaillierten Regelungen in ein separates Parkreglement gehören, während die Polizeiverordnung die grundlegende Basis bildet. Dennoch signalisierte die Gemeinde, dass die Ausarbeitung eines umfassenden Parkregimes nun priorisiert wird.
Budget 2026: Solide Finanzen trotz Herausforderungen
Abgesehen von der Parkraumthematik verlief die Genehmigung des Budgets 2026 reibungslos. Finanzvorsteher Hannes Schärer (FDP) präsentierte positive Zahlen: Die Gemeinde Nürensdorf rechnet mit einem Ertragsüberschuss von 68'000 Franken bei einem Gesamtaufwand von rund 39,2 Millionen Franken. Der Steuerfuss soll unverändert bei 90 Prozent bleiben.
- Ertragsüberschuss: 68'000 Franken
- Gesamtaufwand: ca. 39,2 Millionen Franken
- Steuerfuss: 90 Prozent (unverändert)
Die Grundstückgewinnsteuer trägt weiterhin zur Gemeindekasse bei, und im Jahr 2026 wird mit einer Million Franken aus dem Finanzausgleich gerechnet. Als grösster Kostentreiber identifizierte Schärer die Pflegefinanzierung, insbesondere durch eine geplante Erhöhung im ambulanten Bereich, während ein leichter Rückgang bei den stationären Kosten erwartet wird.
Investitionen und Lob für Transparenz
Im Bereich der Investitionen werden erste Beträge für die Erneuerung der Schulliegenschaften anfallen. Sowohl Jürg Schnyder von der Rechnungsprüfungskommission (RPK) als auch SVP-Präsident Tiziano Rosa lobten die sorgfältige Arbeit und die hohe Transparenz bei der Erstellung des Budgets.
Neben den Haupttraktanden genehmigte die Gemeindeversammlung auch den jährlichen Teuerungsausgleich für die Jugendarbeit der Plattform Glattal. Ebenso wurde der Abbau des überschüssigen Guthabens in der Abfall-Spezialfinanzierung beschlossen. Ein kleines Detail am Rande: Neue Hussen mit den Logos der Weiler sollen zukünftig für mehr Farbe bei der Gemeinderatsaufstellung sorgen und die Identität der Ortsteile hervorheben.





