Am Dienstagmorgen kam es im Raum Winterthur zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Zahlreiche Zugverbindungen waren von Verspätungen und Ausfällen betroffen, was hunderte Pendler vor grosse Herausforderungen stellte. Als Hauptursache nannte die SBB einen witterungsbedingten Schienenzustand aufgrund vereister Gleise.
Wichtige Erkenntnisse
- Vereiste Gleise führten zu massiven Zugausfällen und Verspätungen.
- Die Strecke Zürich HB – Winterthur war besonders betroffen.
- Ein leerer Zug fuhr ab, während Passagiere warteten.
- Hunderte Pendler konnten ihre Arbeitsplätze nicht erreichen.
Chaos am Bahnhof Winterthur
Bereits in den frühen Morgenstunden informierten Anzeigetafeln am Bahnhof Winterthur über Einschränkungen. Der Hinweis auf einen «witterungsbedingten Schienenzustand» liess viele Reisende aufatmen, doch die Realität sah anders aus. Pendler, die zur Arbeit wollten, standen vor überfüllten Zügen und unerwarteten Abfahrten.
Ein 25-jähriger News-Scout, der täglich von Sennhof-Kyburg nach Winterthur fährt, beschreibt die Situation. Er wollte die S11 nehmen, doch diese zeigte eine «unbestimmte Verspätung» an. Daraufhin wechselte er wie viele andere auf die S26, die mit einer fünfminütigen Verspätung angekündigt war.
Faktencheck
- Betroffene Strecke: Zürich HB – Winterthur
- Grund: Witterungsbedingter Schienenzustand (vereiste Gleise)
- Max. Verspätung: Bis zu 13 Minuten
- Folge: Zugausfälle und überfüllte Züge
Überfüllte Züge und mysteriöse Leerfahrten
Die S26 war so stark überfüllt, dass ein Zustieg kaum noch möglich war. Viele Passagiere, darunter auch der 25-jährige Pendler, konnten nicht mehr einsteigen. Dann geschah etwas Unerwartetes: Der ursprünglich verspätete Zug der S11, der kurz zuvor noch auf seine Abfahrt wartete, fuhr plötzlich leer ab. Dies geschah direkt vor den Augen von Hunderten wartenden Personen, die fassungslos zurückblieben.
«Der Zug der S11, bei dem zuvor unbestimmte Verspätung angezeigt wurde, ist plötzlich leer abgefahren – direkt vor den Augen von Hunderten wartenden Personen.»
Dieser Vorfall führte zu noch grösserer Verwirrung und Frustration unter den Wartenden. Viele suchten nach Alternativen, die jedoch kaum vorhanden waren. Die fehlende Kommunikation über die Leerfahrt verschärfte die angespannte Lage zusätzlich.
Folgen für Pendler und Arbeitsalltag
Für viele Pendler hatte dies direkte Konsequenzen. Der 25-jährige Mann, der am Flughafen Zürich arbeitet, konnte seinen Arbeitsplatz an diesem Tag nicht erreichen. Es fuhren schlichtweg keine Züge mehr Richtung Winterthur. Das Fehlen von Ersatzbussen verschlimmerte die Situation zusätzlich und liess den Pendlern keine andere Wahl, als ihre Schicht zu tauschen oder gar nicht zur Arbeit zu erscheinen.
Die SBB-App zeigte, dass mehrere wichtige Verbindungen betroffen waren. Dazu gehörten die S24 Richtung Weinfelden, die S12 nach Brugg AG, die S11 Richtung Wila, der IC1 zum Flughafen Genf, der EuroCity Express über Zürich HB nach München Hauptbahnhof sowie der IR75 nach Luzern. Dies verdeutlicht das Ausmass der Störung, die weit über die lokale Strecke hinausging.
Hintergrund der Störung
Witterungsbedingte Schienenzustände treten besonders in den Wintermonaten auf. Vereisung kann die Funktionsweise von Weichen und Signalanlagen beeinträchtigen. Auch die Haftung der Räder auf den Gleisen reduziert sich, was zu längeren Bremswegen und somit zu Fahrplananpassungen oder Ausfällen führen kann. Die SBB muss in solchen Fällen oft präventive Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Ausblick und SBB-Reaktion
Die Medienstelle der SBB hat auf eine Anfrage zu den Vorfällen am Dienstagmorgen noch nicht reagiert. Pendler und Fahrgäste hoffen auf eine baldige Erklärung und Massnahmen, um derartige Situationen in Zukunft zu vermeiden. Die Frage bleibt, warum ein Zug leer abfahren konnte, während hunderte Personen dringend auf eine Verbindung warteten.
Solche Ereignisse zeigen, wie anfällig der Bahnverkehr bei extremen Wetterbedingungen sein kann. Für die Fahrgäste bedeutet dies nicht nur verlorene Zeit, sondern oft auch organisatorische Schwierigkeiten im Berufs- und Privatleben. Eine verbesserte Informationspolitik und transparente Kommunikation seitens der Bahnbetreiber sind in solchen Krisensituationen entscheidend, um das Vertrauen der Reisenden zu erhalten.
Herausforderungen im Winterbetrieb
- Vereisung: Gefrorene Nässe auf den Gleisen und an den Weichen.
- Schneefall: Kann Gleise unpassierbar machen und Sicht beeinträchtigen.
- Temperaturschwankungen: Materialermüdung und technische Störungen.
- Erhöhter Wartungsaufwand: Regelmässige Kontrollen und Enteisung.
Die SBB investiert kontinuierlich in die Winterfestigkeit ihrer Infrastruktur. Doch selbst mit den besten Vorkehrungen können extreme Wetterlagen den Betrieb beeinträchtigen. Es ist eine ständige Herausforderung, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wenn die Natur ihre Kräfte spielen lässt.





