Der Flughafen Zürich bereitet sich auf einen erheblichen Anstieg des Flugverkehrs vor. Anlässlich des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos rechnet der Betreiber mit rund 1000 zusätzlichen Flugbewegungen. Diese ausserordentliche Belastung erfordert spezielle Massnahmen, einschliesslich möglicher Nachtflüge und der Unterstützung durch den Militärflugplatz Dübendorf.
Massiver Anstieg des Flugverkehrs in Kloten
Das jährlich stattfindende Weltwirtschaftsforum führt traditionell zu einem stark erhöhten Aufkommen an Staats- und Geschäftsflugzeugen in der Region. Der Flughafen Zürich bestätigt, dass die erwartete Zunahme von rund 1000 Flugbewegungen im Rahmen der Vorjahre liegt. Bei dieser Zahl handelt es sich um eine Schätzung, da viele Delegationen ihre Reisepläne kurzfristig anpassen.
Der zusätzliche Verkehr setzt sich aus verschiedenen Flugzeugtypen zusammen. Neben zahlreichen Business-Jets, die hochrangige Wirtschaftsführer nach Davos bringen, werden auch grössere Staatsflugzeuge erwartet. Über die genaue Identität der anreisenden Gäste macht der Flughafen aus Sicherheitsgründen keine Angaben. Beobachtungen bestätigten jedoch bereits die Landung von US-Militärtransportern, was im Zusammenhang mit der bestätigten Teilnahme des US-Präsidenten steht.
Das WEF in Zahlen
- ~1000 zusätzliche Flugbewegungen am Flughafen Zürich
- 30 zusätzliche Standplätze für Business-Jets in Dübendorf
- Einsatz von zivilen und militärischen Helikoptern
- Mögliche Flugbewegungen nach der offiziellen Nachtflugsperre
Auswirkungen auf den Nachtflugbetrieb
Eine der grössten Herausforderungen für den Flughafenbetrieb ist die Koordination der Flüge unter Einhaltung der strengen Lärmschutzvorschriften. Am Flughafen Zürich gilt grundsätzlich eine Nachtflugsperre von 23:30 Uhr bis 06:00 Uhr. Die Zeit zwischen 23:00 und 23:30 Uhr ist ausschliesslich für verspätete Flüge des regulären Betriebs vorgesehen.
Während der WEF-Woche kann es jedoch zu Ausnahmen kommen. Der Flughafen weist darauf hin, dass vereinzelt Flugbewegungen nach 23:30 Uhr stattfinden könnten. Solche Operationen erfordern eine spezielle Ausnahmebewilligung und sind in der Regel Flügen mit Staatsoberhäuptern oder hochrangigen Regierungsmitgliedern vorbehalten, deren Zeitpläne von globalen Ereignissen abhängen.
Die Nachtflugsperre in Zürich
Die Nachtflugsperre am Flughafen Zürich ist ein wichtiger Bestandteil des Lärmschutzes für die Anwohnergemeinden. Sie verbietet Starts und Landungen zwischen 23:30 Uhr und 06:00 Uhr. Ausnahmen werden nur unter strengen Auflagen erteilt, beispielsweise für Ambulanz-, Rettungs- oder Polizeiflüge sowie für Flüge mit völkerrechtlich geschützten Personen.
Militärflugplatz Dübendorf als Entlastung
Um die begrenzten Standplätze am Flughafen Zürich zu entlasten, spielt der nahegelegene Militärflugplatz Dübendorf eine entscheidende Rolle. Ein Sprecher der Armee bestätigte, dass in Dübendorf 30 zusätzliche Standplätze für Business-Jets zur Verfügung gestellt werden. Dies reduziert den Druck auf die Infrastruktur in Kloten erheblich.
Logistik und Sicherheit in Dübendorf
Auch in Dübendorf wird es zu einem erhöhten Flugaufkommen kommen. Neben den geparkten Geschäftsflugzeugen starten von dort aus auch zivile Helikopter, die Teilnehmer direkt nach Davos fliegen. Der genaue Umfang der zusätzlichen Bewegungen hängt von der Auftragslage und den Wetterbedingungen ab, wird aber voraussichtlich dem Niveau der Vorjahre entsprechen.
"Der Flugplatz Dübendorf fungiert während des WEF als Zollflugplatz und stellt somit eine Schengen-Aussengrenze dar. Dies erfordert entsprechende Sicherheitsvorkehrungen." – Armeesprecher
Diese temporäre Umfunktionierung bedeutet, dass in Dübendorf umfassende Pass- und Zollkontrollen durchgeführt werden müssen. Das Areal wird entsprechend gesichert, um den internationalen Standards gerecht zu werden.
Helikopter als wichtiges Transportmittel
Der Lufttransport beschränkt sich nicht nur auf Flugzeuge. Eine Flotte von militärischen und zivilen Helikoptern ist im Dauereinsatz, um die WEF-Teilnehmer schnell und sicher zwischen den Flughäfen und dem Tagungsort in den Bündner Bergen zu transportieren.
Die Schweizer Armee übernimmt dabei eine zentrale Aufgabe. Militärische Helikopter fliegen hauptsächlich völkerrechtlich geschützte Personen wie Staats- und Regierungschefs vom Flughafen Zürich direkt nach Davos. Dieser Service gewährleistet höchste Sicherheit und Effizienz und entlastet gleichzeitig den Strassenverkehr in Richtung Graubünden, der während des Forums ebenfalls stark frequentiert ist.
Die Koordination zwischen ziviler und militärischer Luftfahrt, den Sicherheitskräften am Boden und den Organisatoren des WEF stellt jedes Jahr eine logistische Meisterleistung dar, die einen reibungslosen Ablauf des globalen Treffens sicherstellt.





