Der Flughafen Zürich revolutioniert die Handgepäckkontrolle für Reisende. Dank neuer CT-Scanner müssen Passagiere Flüssigkeiten und elektronische Geräte nicht mehr mühsam aus dem Gepäck nehmen. Diese Modernisierung verspricht mehr Komfort und Effizienz, besonders in der bevorstehenden Reisesaison.
Wichtigste Punkte
- Neue CT-Scanner am Flughafen Zürich machen die 100-ml-Regel für Flüssigkeiten im Handgepäck überflüssig.
- Elektronische Geräte wie Laptops und Tablets können im Handgepäck bleiben.
- Insgesamt 26 CT-Scanner werden bis zum Sommer vollständig in Betrieb sein.
- Die neuen Regeln gelten nicht an allen Flughäfen; Reisende sollten sich informieren.
- Das neue Entry-/Exit-System (EES) könnte Wartezeiten bei der Einreise für Drittstaatenangehörige verlängern.
Moderne Technologie für effizientere Abläufe
Die Einführung von Computertomografie-Scannern (CT-Scannern) stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Flughafensicherheit dar. Diese Geräte, die viele aus dem medizinischen Bereich kennen, erstellen detaillierte dreidimensionale Bilder des Handgepäcks. Dies ermöglicht es dem Sicherheitspersonal, den Inhalt präziser zu überprüfen, ohne dass Reisende ihre Taschen leeren müssen.
Aktuell sind die CT-Scanner auf drei von vier Ebenen des Flughafens Zürich bereits in Betrieb. Die Installation auf der vierten Ebene läuft noch. Bis zum Sommer wird der Flughafen insgesamt 26 dieser modernen CT-Scanner einsetzen. Dies bedeutet eine umfassende Umstellung, die den Reisekomfort erheblich steigern soll.
Faktencheck: CT-Scanner
- Technologie: Computertomografie erzeugt 3D-Bilder des Gepäckinhalts.
- Vorteil: Flüssigkeiten und Elektronik müssen nicht mehr separat vorgezeigt werden.
- Einsatz: 26 CT-Scanner bis zum Sommer am Flughafen Zürich.
Wegfall der 100-ml-Regel und andere Erleichterungen
Die wohl grösste Erleichterung für Passagiere ist der Wegfall der strengen 100-ml-Regel für Flüssigkeiten im Handgepäck. Dank der verbesserten Sichtbarkeit des Gepäckinhalts durch die CT-Scanner dürfen Reisende nun auch grössere Mengen an Flüssigkeiten mitführen. Ähnliches gilt für elektronische Geräte wie Laptops und Tablets; diese können ebenfalls im Gepäck bleiben.
Lukas Brosi, der Konzernchef des Flughafens Zürich, betont den Gewinn an Komfort für die Passagiere. Er weist jedoch darauf hin, dass es an Spitzentagen, an denen bis zu 120.000 Passagiere abgefertigt werden, weiterhin zu Wartezeiten kommen kann. Der Flughafen verfügt aber über eine gewisse Routine im Umgang mit solchen Hochbetriebstagen. Reisende können sich auf der Homepage des Flughafens in Echtzeit über die aktuellen Wartezeiten informieren.
"Für Passagiere bedeuten die CT-Scanner vor allem einen Gewinn an Komfort", sagt Konzernchef Lukas Brosi.
Internationale Unterschiede und wichtige Hinweise
Trotz der Modernisierung in Zürich ist es wichtig zu beachten, dass nicht alle Flughäfen weltweit über die gleiche Technologie verfügen. Reisende, die einen Rückflug von einem anderen Flughafen antreten oder umsteigen, sollten weiterhin die 100-ml-Regel für Flüssigkeiten beachten, sofern ihr Abflug- oder Transitflughafen nicht ebenfalls mit CT-Scannern ausgestattet ist. Dies verhindert unangenehme Überraschungen bei der Sicherheitskontrolle im Ausland.
Andere Flughäfen mit CT-Scannern (Auswahl)
Einige internationale Flughäfen haben ebenfalls bereits CT-Scanner in Betrieb und erlauben oft bis zu 2 Liter Flüssigkeit pro Behälter:
- Deutschland: Berlin Brandenburg (BER), München (MUC), Frankfurt (FRA), Köln Bonn (CGN)
- Niederlande: Amsterdam Schiphol (AMS)
- Grossbritannien: London Heathrow (LHR), London Gatwick (LGW), Birmingham (BHX), Edinburgh (EDI), Belfast International
- Irland: Dublin (DUB)
- Spanien: Madrid-Barajas (MAD), Barcelona-El Prat (BCN), Palma de Mallorca (PMI), Málaga-Costa del Sol (AGP)
- Italien: Rom Fiumicino (FCO), Mailand Malpensa (MXP), Mailand Linate (LIN), Bologna (BLQ), Turin (TRN)
Diese Liste ist nicht abschliessend und dient als Orientierungshilfe.
Ausnahmen und spezielle Gegenstände
Nicht alle Flaschen profitieren von der neuen Regelung. Doppelwandige Flaschen, wie beispielsweise Thermosflaschen, dürfen nur leer ins Handgepäck. Der Grund liegt in der Funktionsweise der CT-Scanner: Der mehrschichtige Aufbau dieser Flaschen erschwert die eindeutige Identifizierung von Flüssigkeiten als unbedenklich. Im Transferbereich des Flughafens bleiben die Sicherheitskontrolllinien vorerst unverändert. Dort gilt die 100-ml-Regel weiterhin.
Neue Security Scanner und das Entry-/Exit-System (EES)
Neben den CT-Scannern führt der Flughafen Zürich auch neue Security Scanner ein. Diese kommen zum Einsatz, wenn ein Metalldetektor Alarm auslöst. Auf einem standardisierten Piktogramm wird die genaue Körperstelle angezeigt, die den Alarm verursacht hat. Dabei werden keine individuellen Körpermerkmale gezeigt, was die Privatsphäre der Reisenden schützt. Diese Security Scanner werden ebenfalls im Laufe des Sommers in Betrieb genommen.
Eine weitere wichtige Neuerung im Reiseverkehr ist das Entry-/Exit-System (EES) im gesamten Schengenraum, das seit dem 10. April in Kraft ist. Dieses System regelt die Einreisemodalitäten für Drittstaatenangehörige ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz oder der EU. Bei der erstmaligen Einreise in ein Schengenland wird ein persönliches Dossier nach EU-Vorgaben erstellt. Ziel ist es, die Grenzverwaltung zu modernisieren und Grenzübertritte effizienter zu gestalten. Allerdings können in der Anfangsphase längere Wartezeiten bei der Einreise auftreten, bis sich das System vollständig etabliert hat.
Der Flughafen Zürich und seine Ambitionen
Der Flughafen Zürich blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Er verzeichnete fast 33 Millionen Passagiere und einen Umsatz von 1.4 Milliarden Franken. Mehr als die Hälfte dieses Umsatzes stammt aus dem klassischen Flughafengeschäft, wie Passagier- oder Landegebühren. Etwa 20 Prozent der Einnahmen kommen aus kommerziellen Bereichen wie Shopping, Gastronomie und Parkgebühren. Hinzu kommen Erträge aus Immobilien und dem internationalen Geschäft.
Im internationalen Flughafen-Ranking des britischen Flugportals Skytrax ist Zürich dieses Jahr vom 10. auf den 19. Rang zurückgefallen. Konzernchef Lukas Brosi erklärt dies mit den zahlreichen Baustellen am Flughafen. Nach vielen Neubauten vor 25 Jahren sei nun eine Erneuerung der Infrastruktur notwendig. Trotz des Rückgangs im Ranking bleibt Brosis Anspruch klar:
"Unser Anspruch ist es, zu den besten Flughäfen zu gehören."
Diese umfassenden Modernisierungen sind ein Schritt, um diesem Anspruch gerecht zu werden und den Passagieren auch in Zukunft ein angenehmes und effizientes Reiseerlebnis zu bieten.





