Der Flughafen Zürich hat seit der Einführung im November 2025 bereits rund 700 sogenannte «Sunflower Lanyards» an Reisende ausgegeben. Diese dunkelgrünen Schlüsselbänder mit Sonnenblumenmotiv sollen Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen im Alltag sichtbar machen und ihnen mehr Verständnis und Unterstützung ermöglichen. Die Initiative, die ursprünglich von der Organisation «Hidden Disabilities» ins Leben gerufen wurde, findet auch ausserhalb des Flughafens breite Akzeptanz.
Wichtigste Punkte
- Rund 700 «Sunflower Lanyards» am Flughafen Zürich verteilt.
- Die Bändel machen unsichtbare Beeinträchtigungen wie Autismus oder ADHS sichtbar.
- Sie signalisieren Bedarf an mehr Zeit, Unterstützung oder Verständnis.
- Die SBB haben bereits 10'000 Bändel ausgegeben.
- Die Stadt Zürich plant ebenfalls die Einführung der Bändel in öffentlichen Einrichtungen.
Ein Zeichen für mehr Verständnis im Reiseverkehr
Die Einführung der «Sunflower Lanyards» am Flughafen Zürich ist ein wichtiger Schritt, um das Reisen für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen zu erleichtern. Diese Beeinträchtigungen, zu denen beispielsweise Autismus, ADHS, Parkinson, Sehbehinderungen oder Angststörungen gehören, sind für Aussenstehende oft nicht sofort erkennbar. Dies führt im Alltag häufig zu Missverständnissen oder unnötigen Hürden.
Das Sonnenblumen-Bändel signalisiert dem Flughafenpersonal und anderen Reisenden, dass die Trägerin oder der Träger möglicherweise besondere Bedürfnisse hat. Dies kann bedeuten, dass mehr Zeit an der Sicherheitskontrolle benötigt wird, zusätzliche Erklärungen hilfreich sind oder einfach ein erhöhtes Mass an Geduld und Verständnis gefragt ist.
Wussten Sie schon?
Die «Sunflower Lanyards» wurden von der Organisation «Hidden Disabilities» ins Leben gerufen. Sie sind weltweit in über 100 Flughäfen und an vielen weiteren Orten im Einsatz.
Positive Resonanz bei Nutzern und Personal
Sowohl bei den Trägerinnen und Trägern der Bändel als auch beim Flughafenpersonal kommt die Initiative gut an. Die Möglichkeit, eine unsichtbare Beeinträchtigung diskret sichtbar zu machen, senkt die Hemmschwelle, um Hilfe zu bitten. Gleichzeitig erleichtert es dem Personal, auf die individuellen Bedürfnisse der Reisenden einzugehen und einen reibungsloseren Ablauf zu gewährleisten.
Die Fachorganisation Pro Infirmis betont, dass Menschen mit unsichtbaren Behinderungen im Alltag oft auf Unverständnis stossen. Während eine sichtbare Behinderung oft sofort zu angepasstem Verhalten führt, müssen sich Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen stärker rechtfertigen, wenn sie beispielsweise einen Sitzplatz im öffentlichen Verkehr benötigen.
«Der Sonnenblumen-Bändel signalisiert nach aussen, dass jemand mehr Zeit, Unterstützung oder Verständnis braucht.»
Verbreitung über den Flughafen hinaus
Die Akzeptanz der «Sunflower Lanyards» beschränkt sich nicht auf den Flughafen Zürich. Seit Mitte 2025 sind die Schlüsselanhänger auch bei anderen grossen Unternehmen in der Schweiz erhältlich. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben bereits eine beachtliche Anzahl von 10'000 Bändeln an Reisende ausgegeben. Dies zeigt, wie gross der Bedarf an solchen Hilfsmitteln im öffentlichen Raum ist.
Die breite Einführung bei den SBB unterstreicht die Wirksamkeit und den Nutzen der Bändel. Sie tragen dazu bei, Barrieren abzubauen und die Inklusion von Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen im gesamten öffentlichen Verkehr zu fördern.
Hintergrund der Initiative
Die «Hidden Disabilities Sunflower»-Kampagne wurde 2016 in Grossbritannien gestartet und hat sich seitdem international verbreitet. Ziel ist es, Menschen mit unsichtbaren Behinderungen zu unterstützen und das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass nicht alle Behinderungen offensichtlich sind.
Zürich plant stadtweite Einführung
Auch die Stadt Zürich plant, die «Sunflower Lanyards» bald in ihren öffentlichen Einrichtungen zu verteilen. Bereits im Jahr 2025 forderten Vorstösse der AL und der FDP die Einführung dieser Schlüsselanhänger. Dies würde es Menschen mit unsichtbaren Behinderungen ermöglichen, sich auch in der Stadtverwaltung, in Trams, Sportanlagen, Schulen oder auf Spielplätzen sichtbar zu machen.
Die Stadtverwaltung hat diesen Vorstoss bisher noch nicht beraten, doch die positive Resonanz am Flughafen und bei den SBB könnte die Entscheidung beschleunigen. Eine flächendeckende Einführung in Zürich würde die Lebensqualität vieler Menschen deutlich verbessern und ein starkes Zeichen für Inklusion setzen.
Vorteile der Sonnenblumen-Bändel
- Erhöhtes Verständnis: Signalisiert diskret den Bedarf an Unterstützung.
- Reduzierter Stress: Hilft Betroffenen, sich in unbekannten Umgebungen sicherer zu fühlen.
- Verbesserter Service: Ermöglicht es dem Personal, proaktiver zu helfen.
- Förderung der Inklusion: Macht unsichtbare Behinderungen in der Gesellschaft sichtbarer.
Die Initiative am Flughafen Zürich und die Ausweitung auf andere Bereiche des öffentlichen Lebens in der Schweiz sind bemerkenswerte Schritte. Sie zeigen, wie kleine Gesten grosse Wirkung entfalten können, um ein verständnisvolleres und barrierefreieres Umfeld für alle zu schaffen.
Die fortlaufende Verteilung der Bändel und die positive Rückmeldung der Nutzer bestätigen den Wert dieser einfachen, aber effektiven Massnahme. Es bleibt abzuwarten, wann die Stadt Zürich den Vorstoss endgültig berät und die Bändel auch im städtischen Alltag eine noch grössere Rolle spielen werden.





