Im Zoo Zürich teilen sich verschiedene Tierarten eine grosse Anlage. Auf der 5,6 Hektar grossen Lewa Savanne leben Breitmaulnashörner, Grevyzebras, Impalas, Säbelantilopen, Netzgiraffen und Strausse gemeinsam. Diese Form der Gemeinschaftshaltung bietet den Tieren eine dynamische Umgebung und fördert natürliche Interaktionen, die für ihr Wohlbefinden wichtig sind.
Wichtige Punkte
- Verschiedene Tierarten leben gemeinsam auf der Lewa Savanne.
- Die Anlage im Zoo Zürich ist 5,6 Hektar gross.
- Gemeinschaftshaltung fördert natürliche Interaktionen und positive Herausforderungen.
- Tiere erleben sogenannten Eustress durch die Anwesenheit anderer Arten.
- Ziel ist es, das natürliche Verhalten der Tiere zu stimulieren.
Einzigartiges Zusammenleben auf der Savanne
Die Lewa Savanne im Zoo Zürich ist ein herausragendes Beispiel für die moderne Tierhaltung. Hier bewegen sich grosse Säugetiere und Vögel in einer nachgebildeten Umgebung, die der afrikanischen Savanne nachempfunden ist. Wenn beispielsweise ein Breitmaulnashorn die Innenanlage verlässt und die weite Fläche betritt, reagieren die anderen Bewohner. Grevyzebras, Impalas und Säbelantilopen weichen ihm aus, während Netzgiraffen und Strausse aufmerksam beobachten. Diese Reaktionen sind ein Kernstück der Gemeinschaftshaltung.
Das Konzept hinter dieser Haltungsform ist klar: Es geht darum, den Tieren eine möglichst naturnahe Umgebung zu bieten. In freier Wildbahn interagieren Tiere ständig mit verschiedenen Arten. Diese Interaktionen sind entscheidend für ihre Entwicklung und ihr Überleben. Der Zoo Zürich versucht, diese Dynamik so gut wie möglich zu replizieren.
Faktencheck
- Grösse der Anlage: Die Lewa Savanne umfasst 5,6 Hektar.
- Tierarten: Breitmaulnashörner, Grevyzebras, Impalas, Säbelantilopen, Netzgiraffen, Strausse.
- Ziel: Förderung natürlicher Verhaltensweisen und positiver Stress.
Positive Herausforderungen durch Interaktion
Dominik Ryser, Pressesprecher des Zoo Zürich, erklärt die Philosophie dahinter. Er betont, dass Reibereien zwischen den Arten gewollt sind. Diese Konfrontationen stellen für die Tiere eine positive Herausforderung dar. Wenn ein Nashorn durch die Landschaft streift, löst dies bei den anderen Savannenbewohnern einen gewissen Stress aus. Dieser Stress ist jedoch nicht negativ, sondern wird als Eustress bezeichnet.
Eustress ist eine Form von positivem Stress, der die Tiere stimuliert und ihre Sinne schärft. Er fördert die Wachsamkeit und das Anpassungsvermögen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, um die Tiere geistig und körperlich fit zu halten.
"Natürlich gibt es Reibereien, doch das ist auch so gewollt", sagt Dominik Ryser, Pressesprecher des Zoo Zürich. "Wenn Tiere mit anderen Arten konfrontiert sind, ist das eine positive Herausforderung für sie."
Verhalten und Anpassung
Die Tiere lernen, sich an die Anwesenheit und das Verhalten anderer Arten anzupassen. Ein Zebra muss beispielsweise lernen, wann es sicher ist, in der Nähe eines Nashorns zu grasen, und wann es besser ist, Abstand zu halten. Diese ständigen Lernprozesse sind ein integraler Bestandteil des Lebens in der Gemeinschaftsanlage. Sie tragen dazu bei, dass die Tiere ein breiteres Verhaltensrepertoire entwickeln.
Hintergrund: Eustress
Eustress ist im Gegensatz zu Dysstress (negativem Stress) eine positive Form der Belastung. Er entsteht durch Herausforderungen, die als bewältigbar wahrgenommen werden und zu Wachstum oder verbesserter Leistungsfähigkeit führen. Im Tierreich kann dies die Anpassung an neue Umgebungen oder die Interaktion mit anderen Arten umfassen.
Sicherheit und natürliche Instinkte
Trotz der gewollten Interaktionen steht die Sicherheit der Tiere immer an erster Stelle. Der Zoo überwacht die Dynamik in der Savanne genau. Die Tierpfleger achten darauf, dass keine Art übermässig gestresst wird oder zu Schaden kommt. Die Grösse der Anlage ermöglicht es den Tieren, sich bei Bedarf zurückzuziehen und Distanz zu wahren.
Das Design der Savanne berücksichtigt auch die natürlichen Instinkte der Tiere. Es gibt genügend Versteckmöglichkeiten und Rückzugsorte. Dies ist besonders wichtig für kleinere oder weniger dominante Arten, die sich vor grösseren Tieren schützen müssen. Die Anlage ist so gestaltet, dass sie eine Vielzahl von Lebensräumen bietet, von offenen Grasflächen bis zu dichteren Buschregionen.
Förderung des Wohlbefindens
Die Gemeinschaftshaltung trägt massgeblich zum Wohlbefinden der Tiere bei. Sie verhindert Langeweile und fördert die geistige Aktivität. Die Tiere sind ständig gefordert, ihre Umgebung zu beobachten und auf Veränderungen zu reagieren. Dies ist ein wichtiger Faktor für ein erfülltes Leben unter menschlicher Obhut. Der Zoo Zürich setzt damit Standards in der artgerechten Tierhaltung.
Die Besucher des Zoos profitieren ebenfalls von diesem Konzept. Sie können die Tiere in einem dynamischen und lebensechten Umfeld beobachten. Das bietet ein tieferes Verständnis für die komplexen Beziehungen in der Natur. Es ist ein Erlebnis, das über das blosse Betrachten hinausgeht und Einblicke in das Sozialverhalten der Tiere ermöglicht.
Zukunft der Tierhaltung
Die Lewa Savanne ist ein Modell für die Zukunft der Zoohaltung. Sie zeigt, wie man den Tieren nicht nur Raum, sondern auch soziale und verhaltensbezogene Anreize bieten kann. Die Forschung in der Tierverhaltensbiologie bestätigt, dass eine reichhaltige Umgebung und soziale Interaktionen entscheidend für die Gesundheit und das Glück der Tiere sind.
Der Zoo Zürich investiert kontinuierlich in solche Projekte, um seinen Bewohnern die bestmöglichen Bedingungen zu bieten. Die Erfahrungen mit der Lewa Savanne liefern wertvolle Erkenntnisse, die auch anderen Zoos weltweit zugutekommen können. Es ist ein fortlaufender Prozess, bei dem das Wohl der Tiere im Mittelpunkt steht.
- Ständige Überwachung der Tierinteraktionen
- Bereitstellung von Rückzugsorten
- Forschung zur Verbesserung der Tierhaltung
- Einblicke für Besucher in natürliche Verhaltensweisen
Die Lewa Savanne im Zoo Zürich ist somit mehr als nur eine grosse Anlage. Sie ist ein lebendiges Ökosystem, das die Komplexität und Schönheit der Natur widerspiegelt und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und zur Bildung leistet.





