Mehr als 5000 Angestellte des Flughafens Zürich protestieren gegen geplante massive Erhöhungen der Parkgebühren und eine drastische Reduzierung der maximalen Parkdauer. Die Änderungen sollen ab Mai 2026 in Kraft treten. Trotz des breiten Widerstands hält die Flughafenbetreibergesellschaft an ihren Plänen fest.
Wichtige Punkte
- Über 5000 Angestellte haben eine Petition gegen die Parkgebühren eingereicht.
- Die Parkgebühren sollen ab Mai 2026 um bis zu 30 Prozent steigen.
- Die maximale Parkdauer auf gemieteten Plätzen wird von zehn Tagen auf 36 Stunden reduziert.
- Mitarbeitende, besonders im Bodenpersonal, sind stark betroffen.
- Der Flughafen Zürich hält trotz des Protests an den neuen Regeln fest.
Massive Gebührenerhöhung und verkürzte Parkdauer
Der Flughafen Zürich plant, ab dem 1. Mai 2026 die Parkgebühren für Mitarbeitende in bestimmten Kategorien um bis zu 30 Prozent zu erhöhen. Parallel dazu wird die maximale Parkdauer auf gemieteten Parkplätzen drastisch von bisher zehn Tagen auf lediglich 36 Stunden verkürzt. Diese Massnahmen stossen bei der Belegschaft auf erheblichen Widerstand.
Eine von über 5000 Angestellten unterzeichnete Petition wurde bereits eingereicht, um gegen diese Änderungen vorzugehen. Stefan Brülisauer von der Gewerkschaft VPOD vertritt die Interessen der Mitarbeitenden und betont die grosse Verärgerung über die Situation.
Faktencheck
- Geplante Erhöhung: Bis zu 30 Prozent auf Parkgebühren.
- Reduzierung der Parkdauer: Von 10 Tagen auf 36 Stunden.
- Betroffene: Über 5000 Angestellte des Flughafens Zürich.
- Inkrafttreten: Ab 1. Mai 2026.
Angestellte fühlen sich «ausgeliefert»
Viele Angestellte, insbesondere das Bodenpersonal, sehen sich durch die neuen Regelungen stark benachteiligt. Brülisauer erklärt, dass viele bereits geringe Löhne erhalten und für das Jahr 2026 kaum oder gar keine Lohnerhöhungen erwartet werden. Die steigenden Parkgebühren belasten das Budget zusätzlich.
Vor der Anpassung zahlten Angestellte maximal 140 Franken pro Monat für einen Parkplatz, inklusive der Möglichkeit, das Auto zehn Tage lang abzustellen. Zukünftig sollen es bis zu 180 Franken pro Monat sein, bei einer stark verkürzten Parkdauer. In einzelnen Kategorien entspricht dies einer monatlichen Erhöhung von bis zu 60 Franken.
«Wir fühlen uns ausgeliefert. Jetzt müssen wir den Gürtel noch enger schnallen.»
Eine langjährige Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, äussert sich fassungslos: «Das ist wahnsinnig. Wir können es fast nicht glauben.» Sie betont, dass viele Kollegen zu Randzeiten arbeiten, etwa die Frühschicht um 4 Uhr morgens. Zu diesen Zeiten sei eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft nicht möglich.
Verlust eines wichtigen «Benefits»
Die Möglichkeit, das Auto während der Ferien für bis zu zehn Tage am Flughafen zu parkieren, galt für viele als eines der letzten wichtigen Vorteile im Luftverkehr. «Das soll ihnen nun auch noch weggenommen werden», so Brülisauer. Dieser Verlust wiegt für viele Mitarbeitende schwer, da er die persönliche Reiseplanung und die Kosten für die Betreuung des Autos während der Abwesenheit erheblich beeinflusst.
Das Thema ist derzeit das dominierende Gesprächsthema unter den Kollegen. Einige überlegen bereits, zukünftig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen, da sie sich die steigenden Parkgebühren sonst nicht mehr leisten können.
Hintergrund der Massnahmen
Der Flughafen Zürich verzeichnete im Jahr 2024 einen Rekordgewinn von 327 Millionen Franken. Trotz dieser positiven Geschäftsentwicklung wurden die neuen Parkregeln beschlossen. Die Flughafenbetreiber begründen die Massnahmen mit der Förderung des öffentlichen Verkehrs.
Sprecherin Jasmin Bodmer erklärte gegenüber dem «Tages-Anzeiger», dass Mitarbeitende, die nicht zwingend auf das Auto angewiesen sind, verstärkt öffentliche Verkehrsmittel nutzen sollten. Sie verwies auf die sehr gute Anbindung des Flughafens an den öffentlichen Verkehr.
Flughafen lehnt Überdenken der Entscheidung ab
Trotz der eingereichten Petition und des massiven Protests der Belegschaft hat der Flughafen Zürich signalisiert, dass er das Parkplatzregime nicht überdenken wird. Die Entscheidung stehe fest. Dies wurde auch nach Einreichung der Petition nochmals bekräftigt, was bei den Mitarbeitenden für zusätzliche Frustration sorgt.
Die Angestellten hoffen, mit ihrem Protest ein deutliches Zeichen zu setzen: «Der Flughafen muss auf uns hören. Ohne uns läuft nichts.» Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, da der Dialog zwischen Flughafenleitung und Belegschaft offenbar festgefahren ist.
Die Situation am Flughafen Zürich zeigt exemplarisch die Spannungen, die entstehen können, wenn Unternehmen trotz hoher Gewinne Massnahmen ergreifen, die die finanzielle Belastung für ihre Mitarbeitenden erhöhen.





